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Das Millionenspiel mit Tradition


Die Geschichte der Klassenlotterie

von Sabine Schönbein

politik_gesellschaft
ISBN13-Nummer:
9783833487798
Ausstattung:
320 Seiten - Hardcover mit Lesebändchen und 40 farbigen Abbildungen
Preis:
42.90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Books on Demand, Norderstedt
Leseprobe

Die alten Germanen verwetteten durchs Stäbchenziehen Haus und Hof, ihre Freiheit und sogar die eigene Frau. In manchen Epochen war das Glückspiel verpönt und galt als Sünde oder es wurde als gute Einnahmequelle erkannt. Immer wieder wurden Verbote gegen das Glückspiel erlassen, doch gänzlich abschaffen konnte es bisher niemand. Mit der Zeit fand das Glückspiel immer mehr Regeln und Variationen.
Spielschulden durften schon nach römischem Recht nicht eingeklagt werden,
ebenso konnte das durch das Spiel Verlorene nicht zurückgefordert werden. Es
wurde auch das Haus konfisziert, in dem Glückspieler anzutreffen waren. Das
konnte ein Gasthaus sein, wenn dort um Geld gespielt wurde, aber auch das
eigene Haus, wenn man mit Freunden um Geld spielte. Soweit die Geschichte zurückreicht, finden wir eine weit reichende Anziehungskraft zum Mystischen und Unbekannten. Der Mensch beobachtet die Sterne und sucht nach Zeichen des Himmels, oder er sucht Wahrsager auf, die sein ganzes Leben ergründen.
Viele Geschichten erzählen von Weissagungen. Bevor die Soldaten im Altertum in den Krieg zogen, lasen sie ihr Schicksal aus den Eingeweiden frisch geschlachteter Tiere, aus den Knochen oder der Tierkreiszeichen. Alexander der Große befragte das Orakel vor seinen Audienzen.
In allen Jahrhunderten und allerorts fanden Losentscheide statt, die ein Schlüssel unlösbarer Probleme darstellte. Durch den Losentscheid gab man sich einer unbekannten Macht hin, die über das eigene Schicksal entschied. Nicht jemand Fremdes oder selbst entschied über Ereignisse.
Die Kirche lehnte das Glückspiel ab; jedoch waren es auch Bischöfe, die selbst die Einnahmen aus den Glückspielverpachtungen entgegennahmen. Papst Clemens XII. führte sogar das Lottospiel in Rom ein. Das Karten- und Würfelspiel diente seit jeher zum harmlosen Zeitvertreib; oft waren sie jedoch Mittel zum Spiel um Hab und Gut. Kartenspieler lästern und fluchen, was der Kirche ein Dorn im Auge war. Nicht nur im Mittelalter bezeichnete man das Kartenspiel als Gebetbuch des Teufels. Der Reiz des Spiels liegt einfach darin, dass die Menschen mit geringem Einsatz reich werden wollen. Die Geschichte zeigt, dass es auch funktionieren kann. Im 16. Jahrhundert zählte das Karten- und Würfelspiel zum liederlichen Lebenswandel und war verpönt. Erst mit den aufkommenden Lotterien wandelte sich die Einstellung der Menschen, weil diese von großem Nutzen für die Kirchen und das Land waren.

Klappentext

Was als Spiel zur Unterhaltung galt, hat sich vielfach zu einem Glückspiel entwickelt. Die Spieler hatten zum Anreiz Einsätze geleistet, um dem Spiel mehr Spannung zu geben. Doch die Menschen konzentrierten sich zu sehr auf das Glückspiel, dass die Obrigkeiten eingreifen mussten. Verbote und Strafen bis zur Verbannung und Enteignung wurden verhängt, bis die Regierung per Monopol das Glückspiel in geordnete Bahnen lenkte, was die  staatlichen Glückspiele wie auch die Klassenlotterie entstehen ließ. Obwohl die Klassenlotterien schon immer für einen guten Zweck veranstaltet wurden und damit der Allgemeinheit zugute kamen, kämpften sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ums Überleben. Die Klassenlotterie im Wandel der Zeit, von ihrer Entstehung bis zur heutigen staatlichen Einrichtung. 

Rezension

Das etwas andere Buch über das Glücksspiel. Wer hier eine trockene Fachlektüre oder eine langatmige wissenschaftliche Abhandlung erwartet, wird eines Besseren belehrt. Das Buch liest sich dank der lustigen Anekdoten leicht und kurzweilig. Das Glückspiel ist in seiner Geschichte facettenreich und dem Leser wird nicht nur aus der Antike ein sehr guter Eindruck über das Spielverhalten der Menschen vermittelt. Die Autorin schlägt eine außergewöhnliche Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die gerade in der heutigen Zeit die Wichtigkeit des Vergangenen für die Zukunft darstellt. Eine anspruchsvolle Geschichte über das Glückspiel und die Lotteriegeschichte, welche ein breites Spektrum abdeckt, wie z.B. Karten- und Würfelspiel, Lotterie und Klassenlotterie, das Lotto und andere Glücksspiele. Der Leser kann sich auf eine unterhaltsame Lektüre freuen, die er nicht mehr aus der Hand legt.