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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Außer Kontrolle, Michael Dullau
Michael Dullau

Außer Kontrolle


Geheim gehaltene Todesfälle

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DIE LETZTE CHANCE


 


»Was soll das heißen?!«, fragte der Kompaniechef im Rang eines Majors und starrte unwillig, ja beinahe angewidert auf das Schreiben, das ihm sein Zugführer soeben überreicht hatte.


»Was soll das heißen?!«, wiederholte der Major gereizt. »Er will nicht von der Schusswaffe Gebrauch machen?«, und sah den Unterleutnant verständnislos an. »Sind wir hier in einem Sanatorium, wo sich jeder aussuchen kann, was er will?« (Dies war einer der Lieblingssprüche des Kompaniechefs.)


Mit voller Absicht hatte der Major den Zugführer des 3. Zuges seiner Kompanie wie einen jungen Rekruten im ersten Diensthalbjahr neben dem leeren Stuhl vor seinem Schreibtisch strammstehen lassen.


»Und Sie befürworten das auch noch, Unterleutnant?!«, fragte er herausfordernd.


Der altgediente Grenzoffizier, der bereits im Jahr 1946 als einer der ersten Freiwilligen in die Deutsche Grenzpolizei eingetreten war (dem Vorgänger der DDR-Grenztruppen), zog ein silbernes Zigarettenetui aus der Brusttasche seiner Uniformjacke.


»Äußern Sie sich, Unterleutnant!«, setzte er nach.


»Ich führe mit jedem neu an die Grenze versetzten Soldaten ein solches Erstgespräch, Genosse Major.«


»Das ist mir bekannt!«, blaffte ihn der Kompaniechef an. »Ich will wissen, wie ein solches Subjekt überhaupt bis zu uns in die Linieneinheiten kommen konnte!«


Der Major öffnete das silberne Etui, das mit einem Ornament aus Eichenlaub ziseliert war, und entnahm eine filterlose Zigarette. »Haben Sie dazu schon mit den Genossen von der Sicherheit Rücksprache gehalten? Was sagen die dazu?!«


»Der Termin mit den Genossen von der Verwaltung 2000 ist für nächsten Mittwoch angesetzt«, entgegnete der Unterleutnant.


Der Kompaniechef sah auf seinen Wandkalender.


»Das ist erst in einer Woche!«, polterte er.


Der Kompaniechef klopfte die Zigarette auf seinen linken Handrücken. »Was sollen wir mit diesem Subjekt bis dahin anfangen?! – Können Sie mir das verraten?! Sollen wir ihm einen Besenstil in die Hand drücken und ans Tor stellen?! Oder was haben Sie sich gedacht?!«


Der Major zog eine Schachtel Streichhölzer aus der Hosentasche.


»Ich erwarte mehr Initiative und Einsatz von Ihnen, Genosse Unterleutnant! Wesentlich mehr!«


Der Major zündete sich die Zigarette an und nahm einen tiefen Zug.


»Mit Verlaub, Genosse Major, mir ist es persönlich lieber, ein Soldat sagt offen seine Meinung und ich kann ihn dann einschätzen und danach handeln. Dieser Soldat hat klar gesagt, wie er zum Gebrauch der Schusswaffe steht.«


»Persönlich lieber?! – Mir ist es völlig Wurst, was Ihnen persönlich lieber ist! – Wie lautet Ihr Entschluss in diesem Fall?!«


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