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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Überraschungen an Weihnachten, Joachim Hausen
Joachim Hausen

Überraschungen an Weihnachten



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Die Mörderin

 


 1


 


Freitag, 25. August 2017. Hamburg. Leicht bewölkt. 24 Grad.


Um 15:40 Uhr saß die 34-jährige Meike mit ihrer ein Jahr älteren Freundin aus Hannover in einem Café an der Alster. Das letzte Mal trafen sie sich vor drei Jahren an Meikes Hochzeit. Sie plauderten.


Die ledige Valeska lächelte. Sie wollte wissen: »Und, ist das Eheleben immer noch rauschhaft?«


Abwinken. »Davon kann keine Rede sein. Langweiliger als langweilig. Zweimal in der Woche kommt eine Putzkraft. Die restlichen Hausarbeiten und Einkäufe erledige ich in maximal vier Stunden. Um den Garten kümmert sich eine Firma. Du weißt ja, dass ich Gartenarbeiten liebe. Meinen diesbezüglichen Wunsch schmetterte der Kerl ab. Er sagte, meine Schnapsidee, ein Biotop mit Blumenwiese zu gestalten, hinterlasse nur einen unaufgeräumten und unordentlichen Garten mit massenhaft Insekten. Die blöden Vögel werden im Pool planschen, ihn verdrecken, die Markise und die Terrasse vollscheißen.«


Prustende Valeska. »Du Ärmste! Was treibst du in der Freizeit?«


»Seit zwei Jahren male ich wieder. Einmal musterte er mein Zimmer. Er meinte, es sehe aus, als habe ein Tornado gewütet, der reine Saustall.«


Kopfschüttelnde Valeska. Sie gluckste. »Wie sieht es mit der Liebe aus? Immer noch rosarot und himmelhoch jauchzend?«


Prustende Meike. »Habe ich mir romantischer, leidenschaftlicher, erfüllender vorgestellt. Mittwochs und samstags pumpt der Typ stöhnend ein paar Minuten auf mir rum, lädt ab, rollt herunter, haucht mir einen Kuss auf die Lippen, sagt gute Nacht, dreht sich um, pennt und schnarcht.«


Kichernde Freundin. »Kommst du wenigstens auf deine Kosten?«


Seufzende Meike. »Ich versuche immer, mich mit einer Hand fliegen zu lassen. Gelingt nicht oft. Der Kerl veranstaltet nämlich meistens ein viel zu kurzes Vorspiel. Zwei- bis dreimal in der Woche mach ich es mir mit zwei Dildos.«


Schnaubende Valeska. »Such dir doch einen glutvollen Liebhaber.«


»Ich überleg es mir.«


 


 


2


 


Dienstag, 22. Dezember 2020. Hafenstadt Cascais 25 Kilometer westlich von Lissabon. Im September 2013 wurden die Gemeinden Cascais und Estoril zur neuen Gemeinde União das Freguesias de Cascais zusammengeschlossen. Heute zählt die Stadt 206.000 Einwohner. Die autofreie historische Altstadt lockt mit zahlreichen Geschäften und tollen Restaurants.


14:05 Uhr. Bewölkt. 15 Grad.


Der 1,71 Meter messende, schmächtige 45-jährige Carsten Hendriks saß mit der acht Jahre jüngeren Ehefrau Meike an einem Vierertisch im A Leitaria. Das Café-Restaurant liegt an der Straße Largo Assunção keine 500 Meter von der Marina de Cascais, dem Jachthafen, entfernt.


Der muskulöse Luis Costa mit wettergegerbtem Gesicht ihnen gegenüber sagte: »Ich bin 40 Jahre alt. Ich besitze eine kleine Werft, in der ich Reparatur- und Umbauarbeiten ausführen lasse. Was genau haben Sie auf dem Herzen?«


Carsten trank einen Schluck Bier. »Ein Freund empfahl Sie mir.« Er sprach verständlich Portugiesisch. »Sie sollen uns nach Nordbrasilien schippern, und zwar nach Fortaleza. Es ist die Hauptstadt des Bundesstaates Ceará. Sie liegt am Meer und hat 2,6 Millionen Einwohner. Dort besitze ich eine Im- und Exportfirma, die mein älterer Bruder leitet. Unser Großvater war Brasilianer.«


Die Ehefrau hob eine Hand. Sie strahlte. »Es ist eine wunderbare Stadt. Wie waren ein paar Mal zwischen zwei und vier Wochen dort. Ich liebe die Strände mit den roten Klippen, die Palmen, Dünen und Lagunen. Herrlich. Die traditionsreiche Folklore wird unter anderem mit Tanzdarbietungen im Theatro José de Alencar gepflegt. Toll! Das im Jugendstil erbaute Theater wurde 1910 eröffnet. Ein weiteres architektonisches Highlight ist die neugotische Catedral Metropolitana. Alles wunderbar. Ich bin verrückt nach dieser Stadt.« Auch sie beherrschte Portugiesisch.


Luis sah sie lächelnd an.


Der Ehemann schnaufte. »Jetzt labere doch den Mann nicht mit diesem Firlefanz und altem Gemäuer voll. Dafür hast du auf der Reise noch genug Zeit. Ich muss jetzt zur Sache kommen.«


Frau Hendriks schmollte.


Herr Hendriks sah den Werftbesitzer an. »Wir wandern aus. In Deutschland gefällt es uns nicht mehr. Ich sage nur: unfaire Konkurrenz, Scheißfinanzamt, blöder Klimawandel. Wir werden ein neues, zufriedeneres Leben beginnen. Ich habe unser Prachthaus, einschließlich Einrichtung, die drei Autos und meine Exportfirma Anfang des Monats verkauft. Den größten Teil der Erlöse habe ich der Firma in Fortaleza überwiesen. Ein paar Möbel und die persönlichen Sachen ließ ich durch eine Spedition abtransportieren.«


Luis hob eine Hand. »Warum fliegen Sie nicht? Die Flüge sind preiswerter und vor allem schneller als eine Schiffsfahrt.«


Meike kicherte. »Er hat schreckliche Flugangst. Er schafft noch nicht mal einen Flug von Hamburg nach Mailand.«


Carsten warf ihr tödliche Blicke zu. »Klappe halten!«, knurrte er. »Interessiert kein Schwein.«


Luis grinste.


Der Bloßgestellte sagte: »Vorgestern bezogen wir im Cascais Hotel im Zentrum ein Doppelzimmer. Es kostet 133 Euro mit Frühstück. Ich finde den Preis viel zu hoch, schließlich ist die Saison vorüber.«


Der Portugiese brummte vor sich hin. Er leerte sein Glas. Die attraktive Meike mit dem ausgeprägten Busen warf ihm glutvolle Blicke zu. Sie lächelte. Er lächelte zurück.


Carsten orderte zwei weitere Fläschchen Bier und für seine Frau Traubensaft.


Luis nickte. »Ich mach das. Ich habe vor drei Jahren einen Hochseekutter gekauft, generalüberholt, umgebaut, eine moderne und leistungsfähige Maschine installiert und einen zusätzlichen Tank eingebaut. Die O Feliz, wie ich mein Schiffchen taufte, besitzt jetzt drei Kabinen zu je 16 Quadratmeter, eine Kombüse mit allen Schikanen, einen Aufenthaltsraum mit Essplatz und zwei Duschbäder mit Toiletten. Die Entfernung von hier beträgt rund 5.600 Kilometer. Wir werden auf Teneriffa und in Porto Novo auf der kapverdischen Insel Santo Antão einen Zwischenstopp einlegen. Dort ergänzen wir unsere Vorräte, vor allem an Obst und Gemüse. Wir werden auch nachts fahren. Das Schiff besitzt die modernste Navigationsanlage und Autopilot. Die Fahrtzeit beträgt 15 Tage, dazu kommen noch die Aufenthalte in den beiden Häfen. Sie müssen ein bisschen helfen.«


Er trank Bier. Er grinste. »Und ich muss natürlich auch zurückfahren.«


»Wer hilft Ihnen auf der Heimreise?«


»In Fortaleza heure ich einen Werftarbeiter an. Ich brauche noch einen.«


Carsten nickte. Er kratzte sich im millimeterkurzen braunen Haar. Er fixierte den Bootsbesitzer: »Was verlangen Sie?«


»Sie und ich kaufen auf eigene Rechnung Lebensmittel und Getränke. Sie übernehmen die Spritkosten. In Fortaleza übergeben Sie mir die gleiche Summe für die Rückfahrt. Für Schiff und mich will ich 15.000 Euro.« Er trank einen Schluck.


Der Passagier prustete. »Ich dachte an 9.000.«


Luis riss die kohlenschwarzen Augen auf. »Was?! Sind Ihnen das neue Leben und das Glück Ihrer Frau nicht mehr wert?«


»Aber, Carsten!«, warf die Ehefrau ein. »Ich glaube …«


Er funkelte sie an. »Du bist still! Du hast in dieser Sache nichts zu melden. Ich alleine habe das Geld verdient. Haus, Möbel, Vermögen brachte ich in die Ehe ein. Du hattest ja nichts, außer einem Sparbuch mit bescheidenen 6.200 Euro.«


Die Gerügte verdrehte die Augen.


Luis schenkte ihr verständnisvolle, gar liebevolle Blicke.


Der rüde Ehemann sagte: »Schön, ich lege noch 2.000 drauf.«


»4.000.«


Seufzen. »3.000.«


Luis strich durchs halblange nachtschwarze Haar und streckte ihm die Rechte hin. »Abgemacht. Schlagen Sie ein.«


Carsten schlug ein.


Luis hob das Glas. »Jetzt stoßen wir auf Du an. Wir müssen uns ja fast drei Wochen auf engem Raum zusammenraufen.«


Der Auftraggeber und der Schiffseigner stießen an. Sie tranken. Luis berührte mit dem Bierglas das Glas seiner Passagierin. Er schaute ihr in die meergrünen Augen. Sie leerten die Gläser.


Carsten fragte. »Wie geht es weiter?«


»Kommt bitte heute um 19 Uhr ins Restaurant Confraria hier gegenüber. Dort gibt es leckeres Essen. Ich zahle die Getränke. Bring bitte 6.000 Euro Anzahlung mit.« Er griff in die Brusttasche des roten Hemdes und schob ein doppelt gefaltetes Blatt Papier über den Tisch. »Und diesen Betrag für die erste Spritfüllung.«


»Kein Problem. Wann brechen wir auf?«


»Übermorgen bei Sonnenaufgang, das heißt, kurz vor acht.« Er sah in die Augen der Ehefrau. »Ich hole Sie … äh … dich morgen um neun am Hotel ab. Wir kaufen Lebensmittel und Getränke für acht Tage – falls es dein Mann erlaubt, ansonsten muss er alles einkaufen.«


Sie lächelte. Carsten nickte. »Trifft sich prima. Ich muss ein paar Stunden am Computer arbeiten, telefonieren und noch einige Angelegenheiten regeln. Du lädst meine Frau zum Mittagessen ein. Ich esse etwas im Hotel.«


»Mach ich.«


Der Abend im Restaurant verlief angenehm. Sie aßen, tranken, scherzten und lachten. Meike und Luis schauten sich ab und zu tief in die Augen. Carsten prahlte mit einigen geschäftlichen Erfolgen, Luis mit ein paar Abenteuern auf See.



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