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„Herr Kokies…“, begann Otto zu sprechen und musste sofort wieder eine Pause machen, um Luft zu holen. Er litt schon seit Jahren an Asthma, was sich in Alltagssituationen kaum bemerkbar machte, großen Anstrengungen war er jedoch nicht mehr gewachsen. Es war offensichtlich, dass er im Laufschritt zum Herrenhaus geeilt war. Nun hielt er Kokies den Zettel hin und fuhr fort: „Das da lag bei mir… bei mir vor der Tür. Irgendjemand muss diesen Zettel dort deponiert haben, ohne dass ich oder Erna es bemerkt haben.“ Kokies nahm das Schriftstück entgegen. Darauf war in Druckbuchstaben und in verstellter Schrift erkennbar eine Lösegeldforderung für „Maria“ geschrieben. Der Verfasser machte genaue Angaben wo, wann und wieviele Goldmark zu deponieren sei. Das Schreiben war an die Herrschaften Kokies gerichtet. „Hier liegt eindeutig eine Verwechslung vor“, sagte Wilhelm-Antonius. „Die glauben, sie haben Maria entführt. Mein Gott, nicht auszudenken, was passiert, wenn sie das bemerken. Friedrich und Berta können das Lösegeld unmöglich aufbringen und wenn den Halunken diese Tatsache bewusst wird, bedeutet das den sicheren Tod für Anna. Sie ist dann von keinem Nutzen mehr für sie, nur eine lästige Zeugin.“ Es klopfte an der Tür und nach Kokies‘ „Herein“ betrat Friedrich das Zimmer und sagte: „Entschuldigung, Herr Polizeileutnant Bouffi er und Herr Hauptwachtmeister Hinrich haben sich angemeldet. Ich habe sie in die Bibliothek gebeten.“ „Sehr gut, Friedrich. Ich werde gleich zu ihnen gehen.“ Kokies erwähnte den Zettel mit keinem Wort und fuhr fort: „Bitten Sie meine Frau Berta und Maria ebenfalls in die Bibliothek, ich wünsche auch Ihre Anwesenheit.“ Der Butler nickte kurz und verschwand wieder. Goldfeld verabschiedete sich mit den Worten: „Ich werde im Verwalterhaus sein und stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung.“ „Danke, Goldfeld, danke. Ich nehme an, die Polizei wird auch Sie als Zeugen vernehmen wollen.“ Als Wilhelm-Antonius die Bibliothek betrat, waren alle anderen schon anwesend. Maria hatte inzwischen Bouffi er die ganze Geschichte erzählt, der ihr aufmerksam zugehört hatte, ohne sie zu unterbrechen. Kokies begrüßte die Anwesenden und bat sie, Platz zu nehmen. Er blieb als Einziger stehen und hielt mit einer Hand den Entführer-Zettel wortlos in die Höhe. Dann sagte er: „Dies hier hat Goldfeld vor kurzem vor seiner Tür gefunden. Es ist ein Schreiben der Entführer, sofern es überhaupt das Prädikat ‚Schreiben‘ erhalten darf. Hierin stellen sie ihre Forderungen bezüglich Annas Freilassung. Natürlich geht es um Lösegeld.“
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Der Autor, Dieter Janz, wurde 1954 in Wiesbaden geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Nach dem Abitur studierte er in Mainz Medizin und übte danach lange den ihn erfüllenden Beruf als Arzt aus; zunächst in verschiedenen Kliniken, zuletzt als frei praktizierender Allgemeinmediziner im Siegerland.
Zum Schreiben von Büchern fühlte er sich erst recht spät berufen, dafür aber mit umso mehr Enthusiasmus und Engagement. Er ist seit fast 30 Jahren mit seiner Muse Tamara glücklich verheiratet. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder, Patrick und Patricia.
Außer „Schatten über Adlig-Linkunen“ ist noch die Erzählung „Das Spiegelbild“ erschienen. Es liegen noch einige Manuskripte vor, die wahrscheinlich sehr bald in diesem Verlag veröffentlicht werden.
Die ländliche Idylle und der Frieden auf Adlig-Linkunen, dem herrlichen Gutshof in den Masuren, wird Ende des 19. Jahrhunderts von gnadenlosen Verbrechen überschattet. Eine Entführung und drei brutale Morde versetzen die Bewohner in Angst und Schrecken. Jeder könnte der Mörder sein. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als dem jungen Kommissar ein erschütternder Verdacht kommt …
Diese Kriminalerzählung ist eine spannende und erlebnisreiche Zeitreise in die Masuren des 19. Jahrhunderts. Sehr detailliert und präzise schildert der Autor die erschreckenden Ereignisse auf dem Gutshof Adlig-Linkunen und lässt die Protagonisten der Geschichte dabei lebendig werden …
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Ein besonders Erlebnis ist die Reise in die Masuren des 19.Jahrhunderts und die Geschehnisse auf dem Gutshof Adlig-Linkunen. Da soll die Tochter des Hauses entführt werden, aber durch eine Verwechslung entstehen folgenschwere Handlungen, die mit grausamen Morden enden. Der Autor Dieter janz versteht es, Leine Leser (also auch mich) in den Bann der Geschichte zu ziehen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es nur an alle Lesseratten weiterempfehlen, die Spannung und gute Sprache für wichtig halten.
Anna Thiel auf Amazon.de
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