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Die Identität des Toten war rasch geklärt, er trug seinen Personalausweis bei sich, der auf den Namen Stefan Urban lautete. Der Arzt untersuchte die Leiche und da keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden feststellbar waren, entschied die Kommission, dass es sich in diesem Fall um Unfall oder Selbstmord handelte und ordnete statt der gerichtsmedizinischen Obduktion nur eine sanitätspolizeiliche Untersuchung an. Die Gäste der Veranstaltung hatten sich zu kleinen Grüppchen zusammengetan und beobachteten in angemessener Entfernung die Arbeit der Polizisten. Es war bei Weitem nicht so spektakulär, wie sie das aus dem Fernsehen kannten. Der Tatort wurde weder mit rot-weißen Absperrbändern gesichert, noch trat die Tatortgruppe in Aktion, jene Experten in den weißen Overalls, die sich unter anderem um allfällige DNA-Spuren kümmerten. Auch von Presseleuten war weit und breit nichts zu sehen. Für die paar Zeilen, die man, wenn überhaupt, einem in der Donau Ertrunkenen in den Tageszeitungen widmen würde, genügte es, die Aussendung der Polizei zu lesen. Als der Leichnam vom Leichenabholdienst übernommen und weg gebracht wurde, verließen die letzten neugierigen Zuschauer ihre feuchtkalten Aussichtsplätze und fuhren nach Hause. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, um wen genau es sich bei dem Toten handelte und dass sich die Redensart „Irren ist menschlich“ einmal mehr bewahrheiten sollte.
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Tiefgründig, mitunter bitter, aber auch mit einer gehörigen Portion Humor dreht sich dieser Kriminalroman um die Diskrepanz zwischen Sein und Schein: Ein Starfotograf wird aus der Donau gefischt. Tod durch Ertrinken steht in den Polizeiakten, kein Hinweis auf Fremdverschulden. Damit wäre die Sache eigentlich erledigt. Wenn da nicht Paula Ender wäre, Anfang 30, mit dem Hand, ihre Nase ständig in Dinge zu stecken, die sie nichts angehen. Sie erhält den Auftrag, die Biografie des Verunglückten zu schreiben, beginnt zu recherchieren und taucht bald, tiefer als ihr lieb ist, in das Leben des charismatischen Künstlers ein. Ihre Nachforschungen bringen dunkle Facetten seines Charakters ans Tageslicht, die so gar nicht zu dem positiven öfentlichen Bild passen wollen. Zudem trifft Paula auf immer mehr Personen, die gute Gründe hatten, ihn zu beseitigen.
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Der neue Kriminalroman von Ilona Mayer-Zach heißt nicht nur Schärfentiefe, er besitzt auch solche. Mit viel Liebe zum Detail gelingt es der Autorin den Roman von Seite zu Seite hintergründiger zu gestalten. Was als harmloser Auftrag beginnt, wird schon bald zu einem immer abgründigerem Erlebnis, welches deutlich zeigt: Es ist nicht immer alles Gold was glänzt. Die Autorin gibt scheinbaren Nebensächlichkeiten einen hohen Stellenwert, spielt mit der Geltungssucht der Charaktere und verknüpft so die literarische Handlung mit den Gefühlen der Leser. Allzu menschlich erscheinen die Charaktere, fast könnten sie einem bekannt sein. Stärken und Schwächen sind gekonnt miteinander verbunden. Die Helden des Romans scheinen zu leben. Sie interessieren sich für Erfolg, benötigen Ansehen und Wertschätzung und machen dabei doch so herrlich natürliche Fehler. Kriminelle Energie gesellt sich zu menschlichem Verständnis. Die einzelnen Roman-Charaktere sind selbstkritisch, teil geheimnisvoll, teils durchaus naiv. Gerade aus dieser Mischung hat Ilona Mayer-Zach einen Krimi verfasst, der mitreißt. Seite um Seite wird der Leser in den Roman hineingezogen, steigt die Spannung und eröffnet neue Sichtweisen. Motive werden konstruiert, die vorher undenkbar schienen. Personen entwickeln sich in eine völlig andere Richtung als zu Beginn des Romans. Dabei ist die komplette Handlung wirklich logisch und sinnvoll aufgebaut. Der Roman wirkt zu keiner Zeit konstruiert, sondern immer dynamisch und gefühlvoll. Ein Roman zwischen Spannung und Humor, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Von Manuela K. Red. Paashaas (Hattingen)
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