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> Krimi Thriller > Mordfall Puschen-Paul
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Mordfall Puschen-Paul, Birgit Krohn
Birgit Krohn

Mordfall Puschen-Paul


Der etwas andere Krimi aus Dithmarschen

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Montag, 23. Oktober 2006 09:03 Uhr Endlich war es geschafft. Der Fettwanst war tot. Jetzt endlich konnte sie ihr Leben wieder genießen. Sie ging in die Küche, um das Essen für sich und ihren Liebsten zu bereiten. Es sollte heute etwas ganz Besonderes geben: Hühnchen in Currysoße. Ihr Schatz war sehr darauf bedacht, seine Figur zu halten und ihr kam die fettfreie Kochart auch sehr gelegen. Nicht, dass sie fett wäre, aber sie musste sich jeden Tag den Hansen anschauen und wusste, dass sie nicht so enden wollte. Mit viel Geschick entbeinte sie das Hühnchen und legte es vorsichtig in die Aluminiumschale zum Garen in den Backofen. Nebenbei fertigte sie einen grünen Salat und überlegte krampfhaft, welches Gemüse sie als Beilage nehmen sollte. Entschlossen holte sie die Mohrrüben aus dem Gemüsefach ihres Kühlschranks und begann sie zu säubern. Das wird ein Festmahl, dachte sie und pfiff zum Lied im Radio. So glücklich war sie schon lange nicht mehr, sie war frei. Endlich frei. In etwa drei Stunden würde sie das Essen auftischen können. So ein leckeres Festmahl brauchte nun mal etwas mehr Zeit. Ihr Liebchen würde dann große Augen bekommen und sofort anfangen zu essen. So hatte sie sich ihr Leben vorgestellt. Einen lieben Schatz zu Hause, der ihre Kochkünste würdigte und ihr die Liebe gab, die sie brauchte. Natürlich freute sie sich schon auf den nächsten Tag und mit Spannung erwartete sie den Besuch von der örtlichen Polizei. Niemand wird jemals erfahren, dass ich es war, dachte sie mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Bei meinem Gatten hat es auch niemand herausgefunden. Schade eigentlich, dass er so ein schwaches Herz hatte. Die Dosis Gift war nun wirklich nicht zu hoch angesetzt. Aber als er plötzlich regungslos auf dem Küchenfußboden lag, war schon alles zu spät. Der Nachteil seines schnellen Abtretens war, dass ich selber die Garage aufräumen und mir noch für teures Geld einen Dachdecker bestellen musste. Er hätte wenigstens noch ein wenig Durchhaltevermögen zeigen können. Der Notarzt hatte sofort einen Herzinfarkt diagnostiziert und deshalb konnte ich ihn auch gleich zu Grabe tragen. Niemand hätte jemals im Traum daran gedacht, dass ich ihn vergiftet hatte. Aber das Kapitel war endlich zu Ende. Jetzt habe ich mein Liebchen und ich genieße mein Leben. Langsam brach der Herbst in die tiefen Gefilden Dithmarschens ein. Die Temperaturen sanken auf zehn Grad. Es war einer dieser Tage, an denen es in Bindfäden regnete und jeder, der konnte, suchte einen sicheren Unterschlupf. Das Leben ist hart an der Nordsee, entweder war es saumäßig kalt und regnete oder staubtrocken und schwül im Sommer. Aber nichts desto trotz verzeichnete das Land Schleswig-Holstein und insbesondere Dithmarschen steigende Touristenzahlen. Es war, wie gesagt, ein ganz normaler Tag und Harry Grütz fuhr wie jeden Morgen um sieben Uhr zur Arbeit. Während der Fahrt kramte er in seiner Tasche herum und fand wie üblich ein ekelhaftes Marmeladenbrot in seiner Brotdose.


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