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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Mordbuben, Roland Zingerle
Roland Zingerle

Mordbuben


Klagenfurter Kneipen-Krimi

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Verlag Johannes Heyn GesmbH & Co KG, Friedensgasse 23, 9020 Klagenfurt,%
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Er hörte nur noch seinen Atem. Nichts weiter. Sein Herz schlug einen harten Takt von innen an seinen Brustkorb, als wollte es ausbrechen und fliehen. Die Sonne war im Niedergang; das Licht wurde weicher, weniger. Staubpartikel flirrten in den letzten Sonnenstrahlen des Tages, die über seiner düsteren Deckung hinwegschienen und die Wand vor ihm in ein warmes Gold tauchten.


Die letzten Sonnenstrahlen ...


Chefinspektor Leopold Ogris sah den tanzenden Staub und fragte sich, ob die Luft wohl stickig schmeckte. Er fragte sich, ob es Schweiß oder Blut war, das da über sein Gesicht rann, und ob es Schweiß oder Blut war, das da in einem ruhigen Intervall satt auf den Boden patzte. Er nahm alles wahr, sah, hörte, schmeckte und spürte aber nichts wirklich. Das Einzige, was er wirklich hörte, war sein Atem. Und wenn er sich den langsamen Niedergang der Sonne an der Wand vor ihm bewusst machte, dann erfasste ihn die jämmerliche Gewissheit, dass mit dem Sonnenlicht auch sein Atem schwinden würde.


 


„Ich sehe mir noch einmal den Tatort an", hatte Ogris heute Nachmittag gesagt, als er vom Sicherheitszentrum aufgebrochen war. „Ich melde mich dann."


„Suchen Sie etwas Bestimmtes?", hatte seine Stellvertreterin, Kontrollinspektorin Christiane Schulz gefragt und er hatte verneint.


 


Ein Ort, an dem ein Mensch gewaltsam starb, veränderte im Augenblick des Todes seinen Charakter für immer. Zunächst wurde er - bedingt durch die polizeiliche Ermittlungsarbeit - unruhig. Dann wurde er still, totenstill; ein Ort, an dem ein Blutfleck in einer Kreidezeichnung stockte. Und danach war er stigmatisiert. Wann immer ein Mensch einen solchen Ort betrat, umfing ihn die Aura des Verderbens.


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