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> Krimi Thriller > Höllenglut Barcelona
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Höllenglut Barcelona, Wolf Frank
Wolf Frank

Höllenglut Barcelona



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Sabatini schnaufte hörbar durch seine kleine Nase tief ein und aus. Seine Lippen waren aufeinander gepresst. Nach kurzer Überlegung stimmte er den Bedenken zu. Erleichtert atmeten die Anwesenden aus. Der Polizeichef hatte Recht. Die Gefahr, die ETA zu Anschlägen zu provozieren, war einfach zu groß. In der momentanen Krise, hätte das den Untergang der Stadt zur Folge.


„In Ordnung, überlassen wir es den Schmierfinken. Sollen die schreiben, wen sie für die Täter halten. Sollten sie aber mich in irgendeiner Weise angreifen, werden wir ihnen irgendwas oder irgendwen als Attentäter liefern."


 Sabatini beugte sich wütend zum Polizeichef. Seine kleinen Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen die rot funkelten. „Das es soweit kommt, sollten sie verhindern Comisario. Also sehen sie zu, dass sie schnellsten brauchbare Ergebnisse bringen."


Sabatini erhob sich, zusehends beruhigte er sich etwas, seine Gesichtsfarbe reduzierte sich von tiefrot zu hellrot. Mit seinen zusammengekniffenen Augen nahm er Blickkontakt zu den Mitgliedern des Krisenstabs auf.


„Meine Herren, die Sitzung ist geschlossen", sagte er schließlich." Vergessen sie nicht, dass kein Wort nach außen dringen darf."


Mit diesen knappen Worten löste er die Runde auf. Nachdenklich blieb er noch eine Weile am Tisch sitzen, nachdem der letzte die Tür seines Büros geschlossen hatte. Ein seltsames Gefühl befiel ihn und verdrängte seine Wut. Sein Zorn wich allmählich, was ihn noch unruhiger werden und seinen kleinen Körper erzittern ließ. Seine Gedanken drehten sich um die Botschaft, die aus nur einem einzigen Wort bestand. Doch es genügte um ihm Angst einzuflössen.


Nervös, seine Stirn in Schweiß gebadet, rief er über die Sprechverbindung an seinem Schreibtisch seine Sekretärin. „Verbinden sie mich mit der Guardia Civil, Kommissar Felipe", sagte er mit zitternder Stimme. Ist alles in Ordnung klang eine besorgte, aber außergewöhnlich angenehme Stimme aus dem Lautsprecher. Ungewohnt zaghaft und ängstlich sprach Sabatini in das kleine Mikrofon. Ja, ja alles in Ordnung. Mit seiner linken zog er ein blaues Taschentuch mit seinem, in gestickter Seide, aufgebrachten Namenszug aus seiner Hosentasche und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Verbinden sie mich jetzt. Einen kleinen Moment bitte. Mit einem knacken endete die Verbindung. Meine Stadtpolizei kann mir nicht helfen, sprach Sabatini leise weiter. Kraftlos sank er in seinen viel zu großen Stuhl, und schloss die Augen. Das schrille Klingeln des Telefons schreckte ihn auf. Sein Herz raste. Mit seinen kleinen, dicken Fingern tastete er nach dem Hörer. Si. Die Guardia Civil, Herr Bürgermeister meldete sich die angenehme Stimme. Vielen Dank. Ein leises klicken in der Leitung signalisierte, dass die Sekretärin den Hörer aufgelegt hatte und die Verbindung zur Guardia Civil hergestellt war. Kommissar Felipe, meldete sich eine raue Stimme am anderen Ende der Leitung. Kommissar Felipe, ich brauche sie spätestens morgen Mittag hier in Barcelona, sagte Sabatini erregt.


 


 


Barcelona, Juli 2008. Meine Maschine landete pünktlich um 14.30 Uhr auf dem Flughafen von Barcelona. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht mal erahnen was sich hier noch abspielen sollte. Noch immer das Wochenende im Kopf und Marcel vor Augen, wie er mir abends am Strand bei Sonnenuntergang den Heiratsantrag machte, fiel es mir schwer mich auf meine bevorstehende Arbeit zu konzentrieren. Das war eigentlich gar nicht meine Art, mir gefiel meine Arbeit, und die Tatsache dass ich oft unterwegs bin machte mir nichts aus. Im Gegenteil, es machte mir Freude andere Länder und Menschen kennen zu lernen. Doch diesmal war es anders, ich hatte ein ungutes Gefühl, doch ich redete mir ein, dass es wegen Marcel und seinem Antrag verursacht wird. Ich vermisste ihn jetzt schon, und es war ein herzzerreißender Abschied, als hätte ich geahnt das was schlimmes passieren würde. Als er sich sanft aus meiner Umklammerung befreite, küsste er mich ein letztes Mal auf die Stirn und sagte: Je früher du fliegst und die Angelegenheit klärst, desto schneller sind wir wieder zusammen, und können uns auf die Hochzeit vorbereiten. Die bestechende und doch einfache Logik, hinter seinen Worten überzeugte mich und ich lief schnell zum Abfluggate, damit er meine Tränen nicht mehr sehen konnte. Ich liebe dich, rief ich noch zu ihm, dann verschwand ich hinter der Sicherheitskontrolle. Die harte Landung riss mich unsanft aus meinen Gedanken, und machte mir auf drastische Weise klar, dass Paris und Marcel weit hinter mir liegen. Ich versuchte mich mit dem schönen Wetter zu trösten, was aber nur bedingt half. Die Außenstelle von Lloyds in Madrid konnte niemanden abstellen der mich unterstützt, und die Polizei wusste nichts von meiner Ankunft. So gab es auch keinen dieser Abholer, die man überall auf den Flughäfen sieht, und mit ihren Namensschildern, darauf hinwiesen, dass sie geschickt wurden, um einen Gast in Empfang zu nehmen. Daher entschloss ich mich den Zug in die Stadt zu nehmen. Ein Hinweisschild zeigte mir an, dass die Linie 10 zum Cercanias Netz gehört, und zum Bahnhof Estació de Franco am Hafen fährt. Unwillkürlich musste ich an die Anschläge vom März 2004 denken, als Terroristen Bombenanschläge auf Züge des Madrider Cercanias Netz verübten. Mein ungutes Gefühl machte sich wieder bemerkbar. Für einen kurzen Moment musste ich an die 190 Opfer denken die der Anschlag forderte, was mein Unbehagen gegenüber meinem Auftrag verstärkte. Doch nun bin ich schon mal hier dachte ich, für einen Rückzieher ist es zu spät, und den Auftrag aufgrund eines Gefühls abzulehnen wäre auch für Vincent kein ausreichender Grund gewesen mich gegen einen anderen Mitarbeiter auszutauschen. Zudem gab es einen entscheidenden Unterschied zu den anderen im Büro, weswegen Vincent mich nicht ablösen würde. Ich spreche perfekt spanisch und kenne die Spanier und ihre Mentalität ziemlich gut, was für meinen Auftrag sehr nützlich ist. Ich schüttelte mich, in dem Versuch alles Negative von mir zu werfen, und ging zur Rolltreppe die nach unten zum Bahngleis führte, meinen Trolly im Schlepptau. Ich erreichte das Bahngleis, als mein Zug einfuhr.


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