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Frühlingsmord



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Am Abend davor...


 



Sie drückte sich an die kalte Hauswand. Um sie herum war es stockdunkel.


Es war kurz nach Mitternacht und sie wartete schon eine ganze Weile im Schneegestöber. Ihr Auto stand ein paar Straßen weiter. Das Wohngebiet war recht abgelegen, und um diese Uhrzeit fiel sie  in der Dunkelheit nicht auf.


Ihr Herz schlug wild – aber nicht vor Angst…


Endlich bekam dieser Scheißkerl seine Quittung. Und sie die Rache, auf die sie schon so lange gewartet hatte. Seit Wochen hatte sie sich auf diesen einen Abend vorbereitet. Akribisch, bis ins kleinste Detail.


Sie wusste genau wann er aufstand und um wie viel Uhr er zur Arbeit ging. Auch seine Abende hatte sie ausspioniert. An jedem einzelnen Tag von Montag bis Freitag konnte sie sagen, was er nach der Arbeit machte.


Für ihr Vorhaben kam aber nur der Freitag Abend in Betracht.


Da kam er immer gegen siebzehn Uhr dreißig nach Hause. Nach dem Abendessen mit seiner Frau verließ er gegen zwanzig Uhr wieder das Haus. Und dann ging es zur Kneipentour mit seinen Kumpels. Er ließ sich immer abholen, weil er sich dabei meistens so viel hinter die Binde kippte, dass er von einem seiner Freunde wieder direkt vor seiner Haustüre abgesetzt werden musste. Das, so hatte sie beschlossen, wäre der ideale Zeitpunkt für sie...


Und heute war es endlich so weit. Der lang ersehnte Freitagabend war endlich da. In der Zwischenzeit war es schon kurz vor eins. Sie war schon halb durchgefroren, aber sie wusste, dass es sich lohnen würde. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis er endlich...


Da wurde sie abrupt aus ihren Gedanken gerissen. Ein Auto hielt vor seinem Haus und er stieg aus. Besser gesagt stolperte und wankte er heraus.


So wie es aussah hatte er wieder einiges getrunken, denn er konnte sich nur noch mühsam auf seinen Beinen halten. Als er sich lallend von seinem Freund verabschiedet hatte und dieser weg gefahren war, schwankte er Richtung Haustür.


Jetzt schneite es noch stärker als zuvor, aber sie merkte die Kälte und die Schneeflocken kaum mehr. Ihr Moment war gekommen. Es war kein Problem für sie, sich leise von hinten an den wankenden Mann anzuschleichen. Selbst das Knirschen des Schnees war in dem Schneesturm nicht zu hören. Den Hammer hatte sie in ihrer Jacke verstaut. Jetzt umgriff sie ihn mit ihrer Hand, die in einem warmen Lederhandschuh steckte. Sie war in der Zwischenzeit schon so nahe an ihm dran, dass sie seinen ekligen, nach Alkohol stinkenden Atem riechen konnte. Doch er bemerkte sie nicht.


Er hatte angefangen in seinen Taschen nach seinem Haustürschlüssel zu suchen. Bisher ohne Erfolg. Aber er würde ihn eh nicht mehr benötigen, dachte sie sich. Er stand jetzt kurz vor seiner Haustüre.


Sie umfasste den Hammer noch fester und holte das erste Mal aus.


Es war für sie kein Problem ihn von den Beinen zu holen, dazu war er zu betrunken. Er schrie nicht einmal auf, als er nach dem ersten Schlag zu Boden stürzte. Sie schlug nun voller Wucht immer und immer wieder auf ihn ein, bis sich der Schnee um ihn herum langsam rot färbte…


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