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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Dem Urlaubsmord entgegen, Tanja Stern
Tanja Stern

Dem Urlaubsmord entgegen


DDR-Krimi

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Ich verbarg mich rasch hinter einem Pfeiler, aber das wäre gar nicht nötig gewesen – niemand hier hatte Augen für mich. Auf dem Deck stand eine illustre Gesellschaft: Ich erkannte den Kapitän, die Schiffsärztin und ein paar jüngere Offiziere, dazu ein paar Matrosen von der Nachtwache. Offensichtlich war Elvira eben erst aus dem Pool gezogen worden; einer der Matrosen trocknete sich noch mit einem Handtuch ab. Ein anderer hatte einen Fotoapparat, mit dem er die Leiche von allen Seiten aufnahm. Direkt vor ihr kniete die Schiffsärztin und kramte in ihrer Instrumententasche. Auch sie war aus dem Schlaf gerissen worden und trug noch das Nachthemd unter ihrem Mantel. Kapitän Thiemann dagegen wirkte selbst jetzt noch wie aus dem Ei gepellt; nur seine Gestik war ungewohnt fahrig, und seine Züge zeigten Nervosität.


„Kann sie nicht einfach besoffen in den Pool gefallen und ertrunken sein?“, fragte er in fast flehendem Ton.


Die Schiffsärztin schüttelte entschieden den Kopf. „Hier sind noch andere Hämatome“, sagte sie und wies auf Elviras Oberarme. „Eindeutig Abwehrverletzungen.“


„Ist auch schwierig zu ertrinken in diesem kleinen Spucknapf“, meinte der Politoffizier, der direkt vor dem Becken stand. Selbst jetzt noch wirkte er so souverän und pfiffig, wie ich ihn von seinen Auftritten während der Schiffsveranstaltungen kannte. Nur an seiner falsch zugeknöpften Uniformjacke konnte man sehen, dass auch er zur Unzeit aus dem Bett geholt worden war.


Von der anderen Seite kam ein junger Offizier herbeigelaufen und reichte dem Kapitän einen Zettel. „Hier haben wir sie“, erklärte er. „Elvira Brinkmann, geborene Rohde, Jahrgang 1932, verheiratet, zwei Kinder, Dreierkabine 18 B und Essen an Tisch 17.“


„Wahrscheinlich hat der Kerl sie bei den Oberarmen gepackt und in den Pool geworfen“, sagte der Politoffizier, wobei er am Beckenrand den Vorgang mit anschaulichen Gesten untermalte. „Und als sie raus wollte, hat er ihr den Kopf unter Wasser gedrückt, immer wieder. Daher dieser komische Fleck auf der Stirn.“


Kapitän Thiemann schritt ratlos auf und ab. Endlich blieb er vor Theo Meerbusch stehen und fragte knapp: „Was meinen Sie?“


Theo Meerbusch sah aus, als hätte man ihn aus dem tiefsten Schlaf gerissen. Seine Augen waren verklebt, die Haare zerzaust. Weder die frische Morgenluft noch der verstörende Anblick der Leiche vermochten seine Lebensgeister zu wecken.


„Ich?“, fragte er benommen zurück. „Aber… ich bin vom Wirtschaftsdezernat. Das hier ist die zweite Leiche, die ich in meinem Leben sehe. Die erste war meine Oma vor sechzig Jahren.“


Mehrere der Umstehenden grinsten, und Kapitän Thiemann zog die Augenbrauen hoch.


„Aber ermitteln, das können Sie doch“, stellte er fest.


„Ermitteln?“, fragte Meerbusch ungläubig. „Sie meinen… Den Täter ermitteln, hier auf dem Schiff?“


„Natürlich hier auf dem Schiff, wo sonst? Er kann ja nur an Bord sein, oder sehen Sie das anders?“


 


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