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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Crescendo: Oper des Wahnsinns, Sebastian Noll
Sebastian Noll

Crescendo: Oper des Wahnsinns



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Benommen und mit einem dicken Brummschädel wachte Johann auf und öffnete seine Augen.


»Ah, mein Schädel«, stöhnte er und hielt sich den schmer- zenden Kopf. »Was ist nur passiert?«


Taumelnd richtete er sich auf. Ihm war schwindelig und er fühlte sich noch immer ein wenig benommen. Es dauerte ein paar Sekunden, bis er den Ort, an dem er sich gerade befand, wiedererkannte. Über ihm baumelte eine Hängelampe, dessen energiesparende Glühbirne den kleinen Raum mit unangenehmen Licht füllte. In der Ecke, in der er gerade noch gelegen hatte, standen neben seinem ungewollten Schlafplatz zwei leere Flaschen Grünländer Bier. Johann war sich nicht sicher, ob er getrunken hatte. Normalerweise mied er dieses bayerische Gesöff. Da bevorzugte er lieber einen edleren, trockenen Wein.


Sein Blick fiel auf den Schreibtisch, auf dem einige mit unleserlichen Notizen vollgekritzelte Zettel lagen. Eine Tasse mit einem dünnen Kaffeefilm auf dem Boden und ein vollgekrümelter Teller standen gefährlich nah am Rand des Tisches. Durch das Plastikglasfenster drang etwas Licht in das ansonsten finstere Foyer. Eine kleine Luke, durch die der Kassierer normalerweise Geld und Eintrittskarten mit den Gästen wechselte, war geschlossen. Weiter rechts neben dem Teller stand ein alter Computerbildschirm, dessen Tastatur ausschließlich mit Ziffern bestückt war, und ein Drucker, der etwa die Größe eines Toasters hatte.


Kein Zweifel: Er befand sich im Kassenraum. Es war kein Ort, an dem Johann sich oft aufhielt. Normalerweise stand er auf der anderen Seite der Glasscheibe im Foyer.


Wieso war er nur hier? Und wie spät war es überhaupt? Automatisch griff er mit seiner Hand in die linke Hosen- tasche, in der er in der Regel sein Smartphone aufbewahrte.


»Wo ist es nur?«, sagte er zu sich selbst, als er mit seiner Hand in die leere Tasche griff. Sein Smartphone war nicht da. Verzweifelt kroch er unter den Schreibtisch in der Hoff- nung, es wäre ihm beim Schlafen aus der Tasche gerutscht. Aber außer einer Mausefalle, in der noch immer ein Stück Käse klemmte, war dort nichts. Auch zwischen den ganzen Zetteln fand er es nicht.


Mit brummenden Schädel sank er auf den lehnenlosen Kassenstuhl und versuchte sich zu erinnern. Was war pas- siert? Wie ist er hierher gekommen? Und wo war sein Smartphone? Das Letzte, an das er sich erinnern konnte, war die Freitagsvorstellung. Er ging zum Abschluss der Vorstel- lung als Letzter auf die Bühne und bekam dabei den größten Applaus von allen. Noch fünf Minuten, nachdem er die Bühne verlassen hatte, klatschten die Leute weiter. Danach verblasste seine Erinnerung.


Auf die Scheibe starrend entdeckte er durch das ver- schwommene Spiegelbild eine Uhr an der Wand hinter ihm. Der große Zeiger stand auf der vier und der kleine auf der sechs. Mit einem Ohr lauschte er nach einem Ticken. Da war etwas, ein ganz leises Ticken. Die Uhr war also nicht stehen- geblieben, zumindest nicht ganz.


Aus der Dunkelheit schloss er, dass es abends sein musste. Auch dass um diese Uhrzeit das Foyer menschenleer war, konnte nur bedeuten, dass heute Samstag oder Sonntag sein musste. An jedem anderen Tag wäre das Foyer jetzt beleuch- tet und voll mit schnatternden Besuchern, die sich auf die nächste Vorstellung freuten.


Johann entschied sich, erst einmal nach Hause zu fahren und sich mit einer Schmerztablette ins Bett zu legen. Sobald er diesen pochenden Kopfschmerz los wäre, würde ihm schon noch einfallen, was passiert war. Blieb nur die Frage, wie er am besten nach Hause kommen würde. Mit dem Brummschädel und vermutlich noch Restalkohol im Blut wollte er nicht ins Auto steigen. Er konnte es sich auch nicht leisten, betrunken erwischt zu werden. Ein Punkt mehr und er wäre seinen Führerschein für die nächsten Monate los. Am liebsten wäre er mit dem Taxi nach Hause gefahren, aber dazu müsste er erst einmal eines bestellen können – keine leichte Aufgabe ohne Smartphone. Also blieb ihm nur der Bus – das Verkehrsmittel, das er am meisten hasste. Ver- schmierte Sitze, pöbelnde Jugendliche, lange Wartezeiten und unfreundliche Mitfahrer waren Gründe für seine Abnei- gung gegen öffentliche Verkehrsmittel. Dennoch war es in dieser Situation die richtige Wahl, denn zum Laufen fühlte er sich gerade – verständlicherweise – nicht imstande (zumal die Strecke nach Hause auch relativ weit gewesen wäre).


Seine Hand griff in die rechte Gesäßtasche, um seinen Geldbeutel hervorzuholen. Er wollte prüfen, ob er noch genug Kleingeld für eine Fahrkarte dabei hatte. Geschockt stellte er fest, dass die Gesäßtasche, wo sein Geldbeutel normalerweise eine eckige Ausbuchtung hinterließ, ganz flach war.


»Das kann doch nicht sein«, sagte er und fühlte zur Sicherheit auch an der anderen Seite nach.


[...]


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