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Kinderbücher
Buch Leseprobe Schnee in Bethlehem, Helmut Brüggemann
Helmut Brüggemann

Schnee in Bethlehem



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Schau mal, Sina, wie toll ich mit meinen Sandalen im Schnee rutschen kann."


Taje nahm einen langen Anlauf und rutschte einen kleinen Abhang hinunter.


„Hui, Sina, komm probiere das auch einmal!", rief er übermütig.


Das wollte sich das Mädchen nicht entgehen lassen. Auch sie rutschte jetzt den Abhang hinunter.


„Ha, Taje, das ist echt mega stark. Nur dumm, dass wir den Hügel immer wieder hinaufgehen müssen."


Aber das schien sie nicht wirklich zu stören, denn immer wieder rutschten sie mit ihren dünnen Sandalen den Abhang hinunter.


Dabei merkten sie nicht, wie die Zeit verging und für die Herde hatten sie auch kein Auge mehr.


„Na, da wird sich euer Vater aber freuen, dass er euch neue Sandalen kaufen muss."


„Opa, wir haben dich nicht kommen hören", rief Sina und rannte ihrem Großvater in die Arme.


„Das habe ich wohl bemerkt. Ich weiß ja, dass es schön ist, im Schnee herumzutoben, aber wie geht es den Schafen?"


Erschrocken über ihre Nachlässigkeit, drehten sich die Kinder zur Herde um.


„Es geht ihnen gut."


„Das sehe ich, Sina. Dennoch solltet ihr, auch beim Spielen, immer auf die Tiere aufpassen."


Heftig mit dem Kopf nickend, versprachen es die Beiden.


Schnell erzählte ihm Taje, ständig unterbrochen von Sina, wie sie ihren Vater vorgefunden hatten. Von den Wölfen, die ihrer Herde nichts angetan hatten und von Jeth, der unterwegs zum Stall war.


„Das ist eine sehr gute Idee von Jeth. Ich nehme an, er macht den Stall fertig, sodass die Tiere da hinein können. Hier in der Kälte können wir sie nicht lassen."


„Nein, Opa, er besucht den König."


„Was macht er, Sina? Einen König besuchen und dann im Stall? Wenn jetzt Samstag wäre, würde ich sagen du hast zu heiß gebadet.


Aber vielleicht kommen deine Fantasien ja auch von dem Stern. So etwas habe ich noch nie erlebt. So ein Stern, der am Tag so klar leuchtet. Spürt ihr auch, wie er einen wärmt. Man fühlt sich richtig leicht und beschützt."


Kopfschüttelnd drehte sich Weco um und ging zu den Schafen.


„Ja, er ist wundervoll", flüsterte Sina.


„Kommt mit Kinder, wir müssen die Herde in den Stall treiben."


„Ja und der König? Das wird ihm aber nicht gefallen!"


„Sina, jetzt ist Schluss!  Wenn in unserem Stall ein König wohnt, muss er sich halt den Platz mit den Tieren teilen.


Bin mal auf den Übernachtungspreis gespannt, den Helu dem König abnimmt", lächelte Weco.


Zusammen mit den Kindern und dem Hirtenhund trieb Weco die Schafe zum Stall.


 


                                                                Die Gäste


 


Jeth rannte so schnell er konnte zum Stall. Wegen der glatten Sandalen rutschte er häufig aus und landete mit der Nase im Schnee.


Schon von Weitem sah er einen Mann, mit einem Stoß Holz auf den Armen, in den Stall gehen.


Als der Junge sein Ziel erreicht hatte, trat er ohne Zögern ein. Drinnen erkannte er den Fremden, der soeben das Holz in der Feuerstelle entzündete.


„Wer seid ihr und was macht ihr hier, wer hat euch erlaubt das Holz zunehmen?"


Der Mann sah ihn an und lächelte: "Nicht gerade wenige Fragen auf einmal."


Aber wer bist du, gehört dir der Stall und das Holz?"


 


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