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Kinderbücher
Buch Leseprobe Saskia und der Löwe, der aus dem, Sandra Menzel-Hengesbach
Sandra Menzel-Hengesbach

Saskia und der Löwe, der aus dem


Bilderbuch fiel

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Jetzt schaute auch Prinz in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war.
Saskia hielt die Luft an.
Da war etwas, eindeutig. Es kam aus dem Kornfeld neben ihr und jetzt konnte sie sogar erkennen, dass die Ähren sich bewegten, so als wenn jemand in gerader Linie auf sie zu kam.
„Oooh, was soll ich machen?", flüsterte sie in Prinz' Richtung.
Der Wallach war jetzt nicht mehr zu halten. Er stieg auf - und ... Oh nein! Er galoppierte wiehernd in Richtung Ponyhof. Saskia wurde sauer! So ein Mistvieh!
Sie sprang auf und vor Ärger und Angst, dass der blöde Schimmel sie alleine gelassen hatte, rannen ihr dicke Tränen über das Gesicht.
Das Rascheln im Kornfeld wurde lauter und das Etwas kam mit rasender Geschwindigkeit auf sie zu. Jetzt war es so nah dran, dass sie nicht einmal mehr weglaufen konnte. Es würde sie einholen - so schnell war sie nicht. „Komm ruhig her, wenn du dich traust!", schrie sie. „Denk bloß nicht, dass ich Angst habe!" Was konnte es sein? Ein Hund? Ein Wolf?
Saskia zitterten die Beine.
Es kam näher und näher ... Warum konnte der Boden nicht unter ihr aufgehen und sie verschlingen?
Ihr wurde schwindelig.
Ungläubig starrte sie zum Feldrand.
Die Ähren stoben auseinander ... und? Saskia wurde bleich. Sie schaute direkt in das Gesicht eines ...? Löwen?
Für den Bruchteil einer Sekunde standen sie sich gegenüber. Sie standen dort Auge in Auge.
Es war tatsächlich ein Löwe.
Er war so groß, dass er Saskia locker bis zur Brust reichte und sein mächtiger Kopf schien so groß wie ein Medizinball, den Saskia im Sportunterricht immer hasste.
Er hatte bernsteinfarbene Augen und eine wuschelige dichte Mähne, die sein Gesicht umgab.
Er schien trotz seiner Größe noch nicht ausgewachsen zu sein und ... er stank! Er stank so widerlich, dass Saskia für einen Moment die Luft anhielt.
Da durchriss es die Stille! „Hallooo ...?", kam es zögerlich von diesem Riesenvieh!
„Hallo ...?", hörte sich Saskia sagen.
Das glaubte sie jetzt doch wirklich nicht! Ein fast ausgewachsener Löwe, mitten im Köln-Delbrücker Land! Und er sagt ängstlich „Hallo" zu mir?
Träum ich oder was?, dachte Saskia.
„Bitte lauf nicht weg vor mir", bat der Löwe. „Hab' keine Angst! Ich muss mit dir reden!"
Da brach es auf einmal aus Saskia heraus.
Sie konnte die Anspannung nicht länger aushalten! „Mit mir reden? Du bist wohl total bescheuert, oder was?", schrie sie. „Ich habe mir fast in die Hose gemacht, so eine Angst hast du mir eingejagt! Findest Du das o.k., dich hier so anzuschleichen? Und außerdem, was macht ein Löwe im Weizenfeld?"
Während sie ihre Anspannung aus sich heraus schrie, merkte sie nochmals diesen beißenden Gestank, den das Tier verströmte. Saskia hielt sich die Nase zu. „Und außerdem stinkst du wie der Misthaufen auf Werners Ponyhof!"
Der Löwe guckte sie entsetzt und mit glasigen Augen an. „Tut mir wirklich leid. Aber ich dachte, wenn ich einfach so auf dich zugegangen wär', dann wärst du mit deinem Pony davongeritten und ich hätte nicht mit dir reden können! Das ist mir schon mal passiert, als ich jemanden angesprochen habe."
Pony - das war's. Prinz müsste inzwischen auf Werners Ponyhof angekommen sein und Saskias Eltern würden umkommen vor Sorge, weil Prinz alleine zurückkam. Sie würden denken, ihr Pony hätte sie abgeworfen.
„O.k.", sagte Saskia, die sich dabei in Richtung Waldrand drehte, um zu sehen, ob ihre Eltern schon aufkreuzten. „Was willst du denn von mir?" Komisch, sie hatte gar keine Angst vor diesem Riesentier, obwohl es doch wohl auch gut sein konnte, dass er bluffte und sie nur fressen wollte, oder?
„Du musst mir helfen", flüsterte der Löwe. „Ich bin in ziemlichen Schwierigkeiten und komme da ohne deine Hilfe nicht alleine raus!"


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