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> Kinderbücher > Lui der Senfhund
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Kinderbücher
Buch Leseprobe Lui der Senfhund, Bettina Wiedig / Peter von Krusenstern
Bettina Wiedig / Peter von Krusenstern

Lui der Senfhund



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Mathildas Eltern Olga und Olaf hatten lange überlegt, ob sie einen Hund für Mathilda kaufen sollten. Sie wussten, dass sie die meiste Arbeit mit mir hatten, doch ich sollte Mathildas Hund sein, und sie sollte lernen was es bedeutet, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. So wurde mein Schlafplatz neben Mathildas Bett eingerichtet und wir waren beide sehr glücklich. In der ersten Nacht schlief ich ganz fest und als Mathilda’s Wecker am Morgen klingelte fiel ich vor Schreck fast aus meinem Körbchen. Sofort spürte ich, dass ich unbedingt mal nach draußen musste, um mein kleines Geschäft zu erledigen. Ich jaulte und fiepste in meinem Körbchen, doch Mathilda hörte mich nicht und schlief weiter. Was blieb mir anderes übrig – so benutzte ich Mathildas Hausschuh als meine Toilette. Ich war ein Baby und wenn ein Babyhund mal muss, dann muss er … Ach, tat das gut … doch was war das? Die Tür öffnete sich langsam, es wurde hell im Zimmer und schwupps nahm mich jemand auf den Arm und trug mich nach draußen. Nun stand ich da im nassen Gras, es regnete und ich schaute völlig verdutzt in das Gesicht von Olga, der Mama von meiner Mathilda. „So Lui, nun gehen wir mal ein bisschen spazieren, damit du deine Geschäfte hier draußen erledigen kannst“, sagte Mathilda’s Mutter mit liebevoller Stimme. Hey das war ja klasse, es gab viel zu schnüffeln da draußen und ehrlich gesagt, mir war es auch viel lieber, draußen im Gras meine Geschäfte zu erledigen als in Mathilda’s Zimmer.
 


Zu Hause wieder angekommen ging es mir so richtig gut und ich lief direkt in Mathilda’s Arme, die mittlerweile schon fertig angezogen am Frühstückstisch saß. „Oh Lui, mein Lui, da bist du ja. Ich habe einen großen Schrecken bekommen als ich aufwachte und du warst nicht mehr da“, herzte mich Mathilda. Mein Platz in der Küche war eine große kuschelige Decke nahe der Heizung. Ich hatte ein kleines Kopfkissen auf der Decke, meinen Ball und meinen Spielknochen. Von hier aus konnte ich super-gut die ganze Familie beim Frühstück beobachten und lag ihnen nicht im Wege. In der Nähe meiner Familie zu sein war mir nämlich sehr wichtig.
 


„Meine liebe Mathilda“, hörte ich ihre Mutter sagen, „so kannst du das aber nicht machen mit deinem Lui-Hund. Er ist noch ein Baby und so kleine Hunde müssen sofort an die frische Luft, wenn sie aufwachen. Sie können noch nicht lange ihre Geschäfte aufhalten. Schau dir deine Hausschuhe an, sie sind völlig nass …“ Mathilda schaute entsetzt auf ihre nassen Hausschu-he. „Aber Mama, ich habe das gar nicht gehört, dass Lui mal Pipi musste“, entgegnete Mathilda aufgeregt. „OK, ok … ich habe es ja auch bemerkt und bin mit ihm nach draußen gegangen Mathilda“, Olga streichelte meiner Mathilda über den Kopf, die zu weinen anfing.
 


Mal zur Erklärung für euch. Bei uns Baby-Hunden ist das nämlich so, dass wir nach jedem Aufwachen mal ganz dringend nach draußen müssen. Bemerkbar machen wir uns durch fiepsen und bellen. Dann ist aber schon höchste Eisenbahn und alles muss ganz fix gehen. Wenn wir etwas älter sind, halten wir schon mal ein wenig länger unser Geschäft auf, aber auch dann machen wir uns bemerkbar. Wir laufen aufgeregt zur Haustür und lassen unsere Menschen auf diese Art wissen, dass es an der Zeit ist, mal mit uns Gassi zu gehen. Ihr habt einen Garten, der Gedanke, dass wir Hunde diesen Garten als unsere Toilette benutzen, wenn wir erwachsen sind, gefällt euch nicht? Dann solltet ihr uns Babyhunden von Anfang an beibringen, dass wir unsere Geschäfte während des Spaziergangs erledigen. Eine Frage habe ich noch … Wie findet ihr es denn, wenn ihr draußen rumlauft und dabei in einen Hundehaufen stapft? Iiiiih, das ist nicht so schön … und aus diesem Grund solltet ihr auch immer einen Beutel dabei haben, um unser großes Geschäft aufzunehmen und in die Mülltonne zu werfen.


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