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Kapitel 1
Frühstück bei Familie Moll
„Liiiina, Liiiiiina!", schon zum fünften Mal ruft Linas Mama jetzt schon nach oben. „Steh endlich auf, du kommst zu spät in die Schule!" Aber Lina kann noch immer nicht richtig die Augen öffnen. Warum ist man morgens immer nur so müde, denkt sie, während Mama schon wieder ruft. „Lina, los jetzt! Die warten in der Schule nicht auf dich und ich will auch nicht zu spät kommen, looos!" Lina schwingt die Bettdecke zurück und setzt sich auf die Bettkante. Die Sonne scheint durch die Löcher des Rollladens und sie muss blinzeln. „Na wenigstens das Wetter ist gut, also los", sagt sie zu sich selbst und trottet ins Badezimmer. Lina Moll ist seit fast einem Jahr in der ersten Klasse der Grundschule von Rappweiler und sie ist ganz stolz, dass sie jetzt endlich lesen und schreiben kann. Schon im Kindergarten hat sie sich darauf gefreut ihr erstes Buch zu lesen. „Lina!", tönt es da schon wieder von unten. „Ich bin schon im Bad und komme gleich runter!", ruft Lina. Einige Minuten später ist Lina auch schon auf der Treppe. Lina setzt sich an den Frühstückstisch und ihre Mama fragt: „Was willst du denn zum Frühstück haben, ich habe frische Vollkornbrötchen oder möchtest du lieber Brot?" „Ich möchte Brot und von dieser leckeren roten Marmelade die wir gestern angebrochen haben." Kurz darauf steht alles auf dem Tisch und Lina fängt an sich genüsslich ein Brötchen zu schmieren. Linas Mama macht schon die Schulbrote fertig und trinkt noch ihren letzten Schluck Kaffee aus ihrer Tasse. „Ist deine Schultasche gepackt, hast du alle Hefte und Bücher dabei, die du heute brauchst?", fragt sie noch, als sie das Schulbrot in der Schultasche verstaut. „Klar, das habe ich alles schon gestern Abend gemacht", antwortet Lina. Sie schiebt sich den Rest des Brötchens in den Mund und macht sich auf den Weg ins Badezimmer, um die Zähne zu putzen. Danach zieht sich Lina die Schuhe an, schnappt ihren Ranzen und geht mit ihrer Mama zur Haustür hinaus.
Ihre Mama ist Lehrerin in der gleichen Schule, in die sie auch geht, nur in einer anderen Klassenstufe. Sie unterrichtet alle Fächer, am liebsten aber Deutsch und Sachkunde. Dass ihre Mama auf der gleichen Schule Lehrerin ist hat ihre Mitschüler noch nie gestört, es war ja auch schon immer so, seit sie auf der Schule ist. Ihr Papa Michael ist Bäckermeister und schon lange auf der Arbeit. Bäcker fangen schon in den Nachtstunden an zu arbeiten, damit morgens zum Frühstück die Backwaren fertig sind. Dafür ist er dann aber auch schon am frühen Morgen mit der Arbeit fertig, bevor andere zur Arbeit fahren. „Man gewöhnt sich irgendwann daran", sagt er immer, wenn Lina fragt, ob ihm das nichts ausmacht.
Auf der Fahrt in die Schule fragt Lina: „Wie wird das sein, nach den Ferien, du weißt schon, wenn wir umgezogen sind?" In den letzten Tagen erkundigt sich Lina immer öfter nach ihrem bevorstehenden Umzug in das nur etwa drei Kilometer entfernte Nachbarstädtchen Sonnendorf. Linas Mama hat sich in der Grundschule von Sonnendorf auf die Stelle der stellvertretenden Direktorin beworben und die Stelle auch bekommen. Da sie hier in Rappweiler sowieso nur in einer Mietwohnung wohnen und sich schon länger mit dem Bau eines eigenen Hauses beschäftigt haben, war die neue Stelle in Sonnendorf eine gute Gelegenheit den Wunsch nach dem eigenen Haus und einem schönen grünen Garten zu verwirklichen. Den haben sie hier in ihrer Mietwohnung nämlich nicht, sie müssen ihn mit den anderen Mietern teilen. Linas Papa wird noch etwa ein halbes Jahr in Rappweiler weiter arbeiten, dann will er in der Bäckerei am Marktplatz in Sonnendorf anfangen. Die wird von einem alten Bäckermeister geführt, der schon seit einiger Zeit einen Nachfolger für seine Bäckerei sucht. „Was möchtest du über unseren Umzug wissen?", fragt Linas Mama. „Wie wird es im neuen Haus sein? Wie wird unser Garten aussehen? Und mein Zimmer, wie wird mein Zimmer?" „Aber Lina", antwortet ihre Mama, „wir waren doch erst am vorletzten Wochenende an der Baustelle, da haben wir uns doch alles angesehen." „Ja", meint Lina, „ich weiß, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen wie alles einmal aussehen wird. Im Moment sieht alles noch nicht so schön aus." „Das wird alles noch. Du wirst sehen, wenn wir das nächste Mal zur Baustelle kommen, ist es schon wieder etwas schöner geworden, ganz bestimmt", beruhigt sie ihre Mama.
... Ende des ersten Kapitels
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Lina geht in die erste Klasse und wird in den Schulferien umziehen. Das neue Haus hat einen großen Garten und Lina bekommt endlich einen Hund. Den hat sie sich schon immer gewünscht. Er heißt Herr Wuschel. Kurz vor dem Umzug verschwindet Herr Wuschel plötzlich. Aber Lina hat einen Verdacht. Mit Hilfe ihrer Freundinnen und ihren Eltern macht sie sich auf die Suche. Ob sie ihn wohl wiederfinden wird? Mit 15 Zeichnungen.
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