Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Kinderbücher > Lillelund
Belletristik Bücher
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Kinderbücher
Buch Leseprobe Lillelund, Manuel Timm
Manuel Timm

Lillelund



Bewertung:
(8)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
691
Dieses Buch jetzt kaufen bei:
Drucken Empfehlen

 

Leseprobe 1: 


Schließlich aßen sie gemeinsam und sagten dabei nichts, wie jedes Mal, bis Lillelund das gewohnte Schweigen brach.      „Ich will die Zwerge besuchen!", schoss es aus ihm heraus und seine purzelrunden Augen blickten seine Eltern so flehend an, dass ihnen warm ums Herz wurde, obwohl es die absurdeste Idee war, die Lillelund jemals hatte. Und er hatte schon eine Menge absurde Einfälle in der Vergangenheit gehabt.      Lilethi und Lelo mussten prusten. Sie hänselten Lillelund oft damit, da er sich wünschte ein Zwergenkrieger zu werden, denn Zwergenkrieger waren tapfere, starke Kämpfer und ihr Bruder war alles andere als tapfer oder stark, geschweige denn beides auf einmal.      Lillelund warf seinen Geschwistern einen strafenden Blick zu, um kurz darauf seinen Eltern ein gesäuseltes „Bitte" hinterherzuschicken.      Wessel schüttelte den Kopf, sagte aber nichts und schließlich war es seine Frau, die versuchte, Lillelund die Flause auszutreiben.      „Lillelund", sagte sie mit gütiger Stimme, „die Zwerge wohnen weit, weit weg von hier und der Weg ist gefährlich. Werde doch erst einmal erwachsen. Dann kannst Du immer noch zu den Zwergen. Sie laufen dir bestimmt nicht weg."


                Zuerst wollte Lillelund einen Einwand vorbringen, doch der entschlossene Blick seines Vaters, veranlasste ihn dazu seine Worte für sich zu behalten. Mit grummeligem Gesicht fuhr er fort, das Essen in sich hineinzustopfen. Hin und wieder tuschelten und kicherten Lilethi und Lelo miteinander, doch das interessierte ihn nicht. Er wollte zu den Zwergen und ein großer Zwergenkrieger werden und wenn ihn niemand dabei unterstützen wollte, musste er es halt allein versuchen. Die Zwerge waren bestimmt auch stets bestrebt alles allein zu schaffen. Und er war ein Halbzwerg, so viel war sicher, auch wenn die anderen Kinder in Gutland ihn immer Halbgnom oder Knollennase riefen, doch das taten sie schon so lange und so oft, dass es ihn schon nicht mehr störte. Er sah halt anders aus, als die anderen Gnomenkinder und war sogar ein bisschen stolz darauf, denn schließlich sah er einem Zwerg ähnlicher, als jeder andere von ihnen.


Leseprobe 2:


„Wach auf", sagte Winya und rüttelte ihren Sohn sanft am Arm, doch Lillelund dachte gar nicht daran. Es war zu gemütlich, lediglich eingehüllt in eine warme Decke, unter freiem Himmel zu schlafen.      „Wach auf", sagte Winya erneut und griff dann nach dem Eimer eiskaltem Wasser, der neben ihr auf dem Boden stand und goss es ihrem Sohn ganz langsam ins Gesicht.      „Aaah!", schrie Lillelund und ruderte mit den Armen über seinem Kopf, um die herabstürzenden Wassertropfen abzuwehren. Doch die kalten Tropfen wurden nicht weniger, im Gegenteil, sie wurden stetig größer und kamen immer schneller. Endlich schaffte es Lillelund unter großer Mühe seine Augen zu öffnen und bemerkte erst dann, dass er allein und seine Mutter nicht bei ihm war.       Es war nur ein Traum.      Das Wasser aus dem Eimer war in Wirklichkeit Regen, der in immer größer werdender Geschwindigkeit auf den Boden fiel und Lillelund und seine Wolldecke in sekundenschnelle durchnässt hatte. Der kleine Halbgnom begann fürchterlich zu frieren und versuchte die Dunkelheit der Nacht zu durchdringen, um einen Platz zu sehen, der ihm besseren Schutz vor dem Regen bot.  Doch es war zu finster und Lillelund vermochte nicht einmal die Umrisse eines Baumstammes auszumachen, der nur wenige Meter neben ihm stand. Wenn er zum Himmel blickte, was ihm durch die herabfallenden Wassermassen nur blinzelnd gelang, sah er das fahle Leuchten des Mondes, das hinter einem undurchdringbaren Teppich aus Wolken nur schwach zu erkennen war und bei weitem nicht die Kraft hatte, den Finsterwald zu erhellen. Irgendwo hörte er das Rufen eines Käuzchens und ein kalter Schauer kroch ihm über den Rücken. Schon bald wusste er nicht mehr, ob das Klappern seiner Zähne vom kalten Regen oder seiner langsam ansteigenden Angst, allein im dunklen Wald zu sein, herrührte. Auf dem Rücken liegend versuchte Lillelund ein wenig weiter unter den Busch zu robben, an dessen Seite er sein Nachtlager aufgeschlagen hatte, in der Hoffnung hier ein wenig mehr Schutz vor dem Regen zu finden.


      Plötzlich blickte ihn ein leuchtend gelbes Augenpaar bedrohlich an. Still und unbeweglich schien es über ihm zu schweben und Lillelund stockte der Atem. Die Angst hatte ihn nun vollends gepackt, zerrte an seinen Nerven und mit einem Mal wünschte er sich, dies alles würde nicht geschehen. Er merkte nicht, wie sich seine Augen mit Wasser füllten, während er das fremde Augenpaar, das nur wenige Meter über ihm thronte, fixierte und somit hoffte, einen möglichen Angriff rechtzeitig zu erkennen. Von einer zur anderen Sekunde verschwanden die Augen, um sofort darauf wieder an der gleichen Stelle zu erscheinen. Lillelunds Hände krampften sich in der nassen Wolldecke und zogen sie langsam höher. Seine Lippen formten leise immer wieder dieselben Worte: „Geh weg, geh weg."



Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



Sponsoren

© 2008 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!
suchbuch.de wird unterstützt von loadplanet.de


ExecutionTime: 1 secs