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Text Track 2
Hurra, Geschwisterchen ist da! - Leseauszug
Was war das für eine Freude. Mit einem dicken Blumenstrauß stand Fips, das älteste der Mäusekinder an der Gartentüre und versuchte die kleineren Geschwister im Zaum zu halten. Es wurde gedrängelt und geschoben und die Neugierde erreichte ihren Höhepunkt als endlich Papa Maus mit dem Auto vor das Haus fuhr. "Da ist ja unsere Mami", rief Tine erfreut und schob sich behände ein Stückchen weiter nach vorne. Die Wagentüre öffnete sich und alle Mäusekinder stürmten nach vorne um ihre liebe Mäusemama und das neue Geschwisterchen zu begrüßen. "Ich will es auch mal halten", rief Maiky ungeduldig und hüpfte in die Höhe um einen besseren Blick zu ergattern. Seine Schwester Stupsi kletterte an ihrem Bruder Fips empor um Mama Maus eine Blumenkette aus Gänseblümchen um den Hals zuhängen. "Aber, aber", lenkte Papa Maus beruhigend ein. "Lasst uns erst einmal in Haus gehen. Es kommt schon jeder dran." Und mit diesen Worten setzte er Stupsi auf seine Schultern, klemmte Maiky unter seinen rechten Arm und Tine unter den linken und betrat so hinter Mama Maus, die das kleine Mäusebaby fest im Wickeltuch bei sich trug die Wohnung. Nur einer stand mit bedrückender Miene etwas abseits. Piepsi, der bisher der jüngste Spross der Familie gewesen war, hielt seine Schüssel mit selbstgemachtem Käsesalat in den kleinen Pfoten und verdruckte sich eine Träne. "Keine Chance gegen die anderen ", dachte er betrübt und schlurfte als letzter der Familie Maus ins Haus.
Sieben quirlige, aufgeregte Mäusekinder und ein Mäusebaby. Sicherlich könnt ihr euch die Aufregung vorstellen, die jetzt herrschte. "Uii, wie süß." "Schaut doch nur die kleine Nase." "Ich will endlich auch mal ran!" So oder ähnlich drangen die kunterbunt gemischten Stimmen durch das Haus. Und endlich öffnete das Babymäuschen seine kleinen, schwarzen Kulleraugen und entschied sich nach einem verschreckten Rundumblick erst einmal in einmal lauthals seine Stimme auszuprobieren. "Was für ein Gequake", bemerkte Fips frustriert und hatte es plötzlich ziemlich eilig mit Maiky, Stupsi und Teddy in den Garten zu flüchten um dort Fußball zu spielen. "Es ist doch alles noch ganz neu", erklärte Mami Maus und klopfte dem Baby zur Beruhigung ganz zärtlich auf den Rücken. Als jedoch ein leicht merkwürdiger Geruch die Runde machte verließen auch Tine und Mausi ganz schnell das Zimmer. Papa Maus packte unterdessen die Koffer seiner Frau aus und so war Mami Maus mit ihrem kleinen Baby alleine. Wirklich? Aufmerksam spitzte Mama Maus ihre Ohren und tatsächlich, hinter dem Vorhang lugte noch ein kleiner Mäuseschwanz hervor. Als sie das Mäusekind frisch gewickelt hatte, legte sie es in die Wiege und flüsterte ermutigend: "Hallo, du kleines Mäuslein, komm doch zu uns." Und tatsächlich, ganz schüchtern schob sich die Nasenspitze von Piepsi in die Höhe und der kleine Mäuserich tapste zaghaft auf die beiden zu. "Nur keine Scheu, mein lieber Piepsi. Siehst du, unser Baby hat sich auch schon wieder beruhigt und mit diesen Worten nahm sie ihren kleinen Sohnemann auf ihren Schoß und druckte und liebkoste ihn. "Ach, Mami" und mit einem dicken Seufzer kuschelte er sich an seine Mutti, die ihm liebevoll über die weichen, kleinen Mäuseohren strich...
Text Track Nr. 14 Für die älteren Kinder Wenn Tigerdrachen fliegen - Leseauszug Lärmend jagen die Kinder mit ihren Drachen über das abgeerntete Feld. Freudiges Geschrei von Lebenslust dringt an meine Ohren und der Eifer färbt ihre Backen rot. Justin ist einer von ihnen. Mühevoll versucht er seinen großen Tigerdrachen in die Luft zu bekommen, doch es will ihm einfach nicht gelingen. "Was will den so ein Knirps wie du mit einem so großen Drachen?", ruft ihm leicht grinsend ein größerer Junge zu. Justin blickt zu ihm hinüber und beißt die Zähne zusammen. „Dumme Frage“, denkt er sich, „was will man schon mit einem Drachen?“ und versucht einen erneuten Anlauf. Kleine Staubwolken wirbeln in die Luft als Justin über das Feld hastet und auf ausreichend Aufwind hofft. „Tiger können halt nicht fliegen!“, stichelt der ältere Junge erneut, als der Tigerdrache schlaff zu Boden segelt. Justin schaut sehnsüchtig zum Himmel hinauf. Dort tummelt sich eine muntere Schar von Flugobjekten. Raketen, Ufos und Adler zerren mit größter Kraft an den Schnüren, als ob sie ihre Besitzer mit in den Himmel ziehen wollten. Unzufrieden versetzt Justin einem Erdklumpen einen Tritt und kniet sich erschöpft und mutlos auf den Boden. "Darf ich auch mal deinen Tiger halten?" Erstaunt hebt Justin den Kopf und blickt in zwei mandelförmige Augen. "Du musst deinen Tiger springen lassen, dann klappt es bestimmt!" Fragend sieht er das Mädchen an. "Wie soll denn das funktionieren?", seufzt er zurück. "Komm, wir machen es gemeinsam. Ich zeige dir, wie es geht und dafür leihst du mir deinen Drachen aus", antwortet das Mädchen. "Kein schlechtes Angebot", meint Justin und ergreift die dargebotene Hand des Mädchens. Nun stehen beide erwartungsvoll auf dem Feld. Seine neue Freundin hält den Drachen hoch, Justin ergreift die Schnur und läuft los. "Jetzt spring!", ruft das Mädchen voller Freude und entlässt den zum Zerreißen angespannten Tigerdrachen in die Lüfte. Justin läuft noch ein Stückchen und tatsächlich, eine Böe ergreift ihren Tiger und trägt ihn hinauf. Der Junge bemerkt die Veränderung, den Zug an der Drachenschnur. Höher und höher sieht man den Gleiter steigen und übermütig peitscht sein gestreifter Schwanz den Himmel. "Siehst du, Königsdrachen können doch fliegen", lächelt ihn das Mädchen an. "Übrigens mein Name ist Mireille. Stehst du nun zu deinem Versprechen?" "Na klar" und mit einem Strahlen in den Augen will Justin den Drachen übergeben. „Nein, ich will nur eine Botschaft schicken!“, und behände holt sie einen kleinen blauen Zettel aus ihrer Hosentasche um ihn an der Schnur zu befestigen. "Himmelsgrüße nennt man das", antwortet sie leise. „Das verstehe ich nicht“, meint Justin...
Copyright Heidemarie Andrea Sattler
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Fantasie ist neben der Liebe die größte Kraft in unserem Leben. Ob Lachtropfen oder Nachdenkliches, mit ihren Gedichten, Geschichten und Witzen verzaubert die Autorin und Künstlerin Heidemarie Andrea Sattler die Kinder aller Altersgruppen.
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