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Bei den Nachbarn
Angelika Pauly
Am nächsten Tag polierten unsere drei Wichtebrüder ihr farbiges Holz mit Gänseblumensalbe, bis es glänzte,pflückten einen großen Strauß hübscher Gänseblümchen als Mitbringsel und machten sich auf den Weg in den Nachbargarten. Die beiden Gärten waren durch Maschendraht getrennt, in dem aber viele große Schlupflöcher waren, durch die sie ungehindert hindurchgehen konnten. Auf der anderen Seite des Zauns wartete schon der Feuerwehrwicht Fridolin auf die Besucher, begrüßte sie herzlich und führte sie in das Wichteland. Hier waren aus Kieselsteinen Straßen gebaut, auf denen kleine Autos fuhren. Wichtemänner, Wichtefrauen und Wichtekinder sah man geschäftig auf den Gehwegen laufen. „Tatü, tata!", kam da mit lautem Martinshorn ein Krankenwagen angebraust und Paul und Seppl sprangen erschreckt zurück. „Keine Bange", beruhigte sie Fridolin, „August, unser Saniwicht kann hervorragend fahren. Es ist sicher auch nichts Schlimmes passiert und er fährt nur eine Biene, die zuviel Blütennektar genascht hat und Bauchschmerzen bekommen hat, in unser Krankenhaus." Karlchen aber sah sich nach allen Seiten um und suchte die Eisenbahn. „Die Eisenbahn fährt um das Wichteland herum und nicht quer hindurch. Das wäre ja viel zu gefährlich", erklärte ihm der Feuerwehrwicht, „schließlich wird sie von einer Dampflok gezogen und die glühenden Kohlen könnten ja herunterfallen und einen Brand verursachen. Ich als Feuerwehrmann muss da ein waches Auge haben!" Er zupfte seine Uniform zurecht und der Stolz auf seinen Beruf blitzte aus seinen Augen. Da wurde er von hinten angestoßen: „Hey, aus dem Weg! Ich muß hier fegen!", brummte ein Wicht, mit einer hellroten Jacke und einer weißen Hose. „Das ist Fritz, er gehört zur Stadtreinigung", flüsterte Fridolin den Brüdern zu, „und ist für seine Griesgrämigkeit bekannt." Dann winkte er ihnen zu, ihm zu folgen und sie gingen zusammen weiter in das Wichteland hinein
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Im Wichteland
Von
Angelika Pauly
Bitte hinsetzen und anschnallen.
Hier sind die Wichte los.
Streiche, Abenteuer und Begebenheiten
rund um das Wichteland
In 13 Geschichten und einem Lied schreibt die Autorin
Angelika Pauly eines ihrer schönsten Kinderbücher.
Ob es um eine freche Familie geht,
um einen alten Schuppen oder dem Feueralarm,
könnt Ihr im Buch nachlesen.
Ein Buch nicht nur für Kinder.
Als Extra gibt es die Wichtelied - CD, gesungen von
Angelika Pauly, mit dazu.
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REZENSION
Angelika Pauly Im Wichteland
Verlag Pia Bächtold Coverbild/Illustrationen Gaby Hylla CD Angelika Pauly ISBN 978-3-94095108-3
Die Phantasie der bekannten Kinderbuchautorin Angelika Pauly scheint unerschöpflich zu sein. Immer wieder entdeckt sie neue Figuren, die die Märchenwelt bereichern und deren Abenteuer die Kinder atemlos verfolgen können, ohne sich dabei fürchten oder aufregen zu müssen. Eine liebenswürdige Gegenwelt zu den bösen Geistern und Gestalten der Brüder Grimm, auch wenn es mitunter Spannungen gibt, weiß man, dass alles gut ausgeht.
Ja, wo liegt eigentlich dieses geheimnisvolle Wichteland? Es muss klein sein, Wichte sind winzige unsichtbare Lebewesen, doch Angelika Pauly kennt ihr Reich, öffnet unsere Augen und lässt uns eintreten. Und es ist gar nicht so weit und geheimnisvoll, sondern liegt am Ende eines großen Gartens in einem ganz gewöhnlichen Geräteschuppen. Vor vielen Jahren haben hier zwei kleine Jungen mit ihren Taschenmessern Holzfiguren geschnitzt, aber da wurde ihr Großvater böse, denn er wollte seine Bäume unversehrt behalten und warf die Holzfiguren in die hinterste Ecke des Geräteschuppens. Und dort erwachten sie zum Leben und wurden die Wichte Karlchen, Paul und Seppl. Aber dieses Leben mussten sie von nun an selbst gestalten, sich in einer Welt behaupten, die ihnen bisher unbekannt war. Und das schafften sie auch und die Abenteuer, die sie dabei erlebten, erzählt Angelika Pauly in 13 köstlichen Geschichten. Die Welt der Wichtel ist so winzig, dass ihnen eine Butterblume als Dach genügt, um sich vor dem Ungeheuer Wespe zu verstecken, zur Nahrung genügen ihnen die Walderdbeeren, die sie überall finden und die sie mit einem selbst gebastelten Hubschrauber in ihre Wohnung im Geräteschuppen transportieren. Ja, sie wissen sich überall zu helfen, nur einmal versagen ihre Kräfte, als ein Feuer in ihrem Reich ausbricht. Aber da kommt unerwartet Hilfe aus dem benachbarten Teil des Gartens und so erfahren sie , dass es noch ein anderes, größeres Wichteland gibt, das wie eine richtige kleine Stadt organisiert ist, das Wichteland SIM SALADUM. Und wie in der großen Welt oben besuchen unsere drei Wichte gerne ihre Nachbarn von nebenan und schließen Freundschaft. Gemeinsam singen sie das WICHTELIED; und auch die kleinen und großen Leser können mit ihnen singen, denn Die Autorin hat nicht nur die Noten dazu geschrieben, sondern als besondere Überraschung auch eine CD beigelegt.
Angelika Pauly versteht es immer wieder mit ihren Figuren zu verzaubern, uns in eine andere Welt zu versetzen. auch wenn sie nur so klein ist wie das Wichteland. Ebenso bezaubernd sind auch die Illustrationen von Gaby Hylla, die die Abenteuer von Karlchen, Paul und Seppl begleiten und so lebendig machen ,dass sie nicht nur hölzerne Wichte sondern richtige Lausbuben sind, die man einfach ins Herz schließen muss.
Christine Michelfeit
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