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Kinderbücher
Buch Leseprobe Fry Fern , Maria Anders
Maria Anders

Fry Fern


Das Königreich der Basilisker

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Als Fry, der zwölfjährige Adoptivsohn des reichen Bankers Augustus Fern im Naturkundemuseum Plottenberg zwei mysteriöse, aber sehr lebendige Echsen entdeckt, ist er sich sicher: Diese Tiere sind nicht von dieser Welt. Die sich plötzlich überschlagenden Ereignisse sprechen dafür: Das Wetter spielt verrückt und ein sprechender Falke namens Mr. Finley überbringt ihm eine aufregende Botschaft. Fry will unbedingt herausfinden, ob er wirklich der Sohn des verschollenen Zauberers Meister Facundo ist und folgt dem Falken durch ein geheimes Portal…



Kapitel 1 - Kein Tag wie jeder andere


 


Es war ein trüber Mittwochmorgen im September und die Sommerferien waren gerade vorbei. Fry, der zwölfjährige Adoptivsohn des reichen Bankers Augustus Fern, trat wie ein Weltmeister in die Pedale seines Rennrads. Er besuchte die siebte Klasse des Frankfurter Justus-Neu-Gymnasiums und war gerade auf dem Weg zum Städtischen Naturkundemuseum Plottenberg. Die Schule hatte Wandertag und das Museum war ein beliebtes Ausflugsziel. Zwischen Fossilien und ausgestopften Tieren wollte seine Klasse einen interessanten Tag verbringen. Nach einem Blick auf seine Armbanduhr raste Fry noch schneller durch die vollgestopften Straßen der Frankfurter Innenstadt und schlängelte sich vor den Ampeln im Slalom an den wartenden und hupenden Autos vorbei. Da wurde der Himmel dunkel und es fing an zu regnen. Erst fielen nur vereinzelte Tropfen vom Himmel, doch schon bald schüttete es wie aus Eimern. Ziemlich schnell klebte Fry das dünne, hellblaue  T-Shirt an der Brust und seine wilden, roten Haare hingen ihm so wirr ins Gesicht, dass er Mühe hatte, geradeaus zu schauen. Er schimpfte und fluchte kurz, und bereute, dass er seine Regenjacke nicht eingepackt hatte. Doch dann radelte er einfach weiter - bis er die beschädigte Bordsteinkante übersah. Holterdipolter ging es hinunter – bis er mitten auf dem Hintern in einer riesengroßen Pfütze landete. Na klasse, jetzt waren auch noch seine Jeans und seine Turnschuhe patschnass.


 


Fry rappelte sich auf und überlegte. Nach Hause fahren, um die Klamotten zu wechseln oder einfach weiter? Er entschied sich fürs Weiterfahren. Die Klamotten würden schon wieder trocknen. Als er sich wenige Minuten später aus dem Innenstadt-Gewühle herausgekämpft hatte, bemerkte er zu seiner Erleichterung, dass die Sonne schon wieder ein wenig schien. Schnell erreichte er den Stadtpark, in dem das Museum stand. Vorsichtig fuhr er über die  nassen, sauber angelegten Sandwege und konnte schon von Weitem die beiden riesigen Dinosaurier-Skulpturen sehen, die sich rechts und links neben dem Eingang des Naturkundemuseums Plottenberg in die Höhe reckten. Das barocke Museumsgebäude zog täglich viele Besucher an. Und so standen auf den äußeren Treppenstufen auch schon viele Touristen in einer langen Schlange, um eine Eintrittskarte zu kaufen. Mit quietschenden Bremsen brachte Fry sein Rennrad auf dem nassen Boden zum Stehen und schob es zu dem großen Fahrradstellplatz, der sich neben dem Gebäude befand. Dann sprintete er im Laufschritt zum Eingang und die Treppen hoch. Zwischen all den fremden Menschen traf er in der Vorhalle sofort auf mehrere Lehrer und Schulkameraden und fand schnell seine eigene Klasse. Seine Mitschüler quatschten wie immer munter durcheinander. Doch als sie bemerkten, dass er patschnass war, fingen sie an zu lachen und witzelten über seine nassen Klamotten. „Mensch Fry Fridolin, wo hast du denn deinen Regenschirm gelassen?“, lachten sie. Aber Fry war das gewohnt, ihm war das egal. Verlegen grinsend stand er da und sah, dass die Sachen der anderen trocken waren. Na klar, die waren von ihren Eltern mit dem Auto gebracht worden. Seit Fry denken konnte, war er in der Schule ein Außenseiter, und daran waren nicht nur seine wilden, roten Haare schuld. Nein, er war einfach anders als die anderen, konnte nie lange stillsitzen und vergaß ständig seine Siebensachen, vor allem seine Hausaufgaben. Trotzdem war er auf dem Gymnasium und seine Noten waren nicht die schlechtesten. Böse Zungen behaupteten natürlich, er habe das seinem reichen Adoptivvater Augustus Fern zu verdanken.


 


Gerade, als Fry sich unauffällig in die hinterste Ecke verkrümeln wollte, entdeckte er ein etwa gleichaltriges  Mädchen, dass er noch nie zuvor gesehen hatte.  Das Mädchen hatte sehr helle, fast weißblonde Haare, die in viele kleine Zöpfe geflochten waren und trug einen ungewöhnlichen, bunt gemusterten und ärmellosen Overall. Unsicher schaute sie hin und her, bis sie Fry erblickte. Zur gleichen Zeit schupste ihn jemand von hinten an. Es war Miri, eine dunkelhaarige Klassenkameradin, die vorne eine dicke, fette Zahnlücke hatte.


 


„Hi Fry, schön, dass auch du da bist“, flötete sie mit ihrer viel zu lauten Stimme und grinste von einem Ohr zum anderen. „Für den Fall, dass du gerade fragen wolltest: Das Mädchen da heißt Anne. Stell dir mal vor, Anne hat bis vor einer Woche noch in Afrika gewohnt!“


„Sehr interessant“, gab Fry abweisend zurück und schaute schnell wieder woanders hin. Doch Miri plapperte einfach weiter: „Anne kommt in unsere Klasse. Komm doch mal her, Anne!“


Da gab sich Anne einen Ruck, kam herüber und streckte Fry schüchtern ihre Hand entgegen. 


„Hi, Fry Fridolin“, sagte sie leise.


„Sag einfach „Fry“. Das reicht,“ sagte Fry schnell. „Ist gut“, antwortete Anne artig und steckte dann die Hände in ihre Hosentaschen. Offenbar wusste sie nicht, was sie weiter sagen sollte. Doch dann beugte sie sich plötzlich mit großen Augen vor und starrte auf Frys Hals.


„Wo hast du denn diesen Anhänger her?“


„Wieso?“ Verunsichert trat Fry einen Schritt zurück und tastete nach seinem dreieckigen Amulett, dass er immer an einem schwarzen Lederband um den Hals trug.


„Weil… - So ein Amulett habe ich mal bei einer Medizinfrau gesehen! In Lilongwe. Na, in Afrika. Hast du das schon lange?“


Fry kam nicht dazu, etwas zu erwidern, denn alle die in der Nähe standen, grölten sofort wieder los. Vor allem auch, weil Frys blaues Speckstein-Amulett alles andere als ansehnlich war.


„Wo hat die das gesehen? In Babongwe? In welchem Loch der Welt ist das denn?“ alberten die Klassenkameraden herum.


 


Da hatte Fry die Nase voll. Schnell stopfte er das Amulett unter sein nasses T-Shirt und stellte sich ohne eine weiteres Wort in die Nähe seines Klassenlehrers Herrn Junker, der schon beim Kartenkontrolleur stand. Als die Schüler endlich den Museumssaal betreten durften, war Fry einer der ersten. 



Kapitel 2 - Im Naturkundemuseum Plottenberg


 


 


Wie ein Schwarm Mücken strömten die Schüler wenig später durch die Ausstellungsräume des Museums und mischten sich plappernd und schwatzend unter die normalen Touristen. Bald  hatten sie sich in alle Himmelsrichtungen verteilt. Das Plottenberg-Museum war groß und sehr schmuckvoll eingerichtet. Im Erdgeschoss konnte man riesige Dinosaurier-Skelette, schon lange ausgestorbene Wildpferde im Miniaturformat und nachgebaute Fossilien bestaunen. Auch Hörbücher, Farbtafeln und vergrößerte, historische Schriften lagen überall aus. Davor standen bequeme Sessel oder Bänke, wo man sich hinsetzen und zuhören oder einfach lesen konnte.


 


 


 


Doch an jenem Mittwoch hatte Fry kaum Ruhe, denn Miri und ein paar andere Mädchen hatten sich an seine Fersen geheftet und bombardierten ihn nun mit altklugen Sprüchen. Wie uncool! Schnell nahm er seine Beine in die Hand und sah zu, dass er sie loswurde.


 


 


 


Nach fünf Minuten hatte Fry sie abgehängt und stand ganz allein unter all den Touristen im ersten Obergeschoss. Hier oben war er schon oft gewesen. In beleuchteten Schaukästen befanden sich die ausgestopften Nachbildungen vieler Tiere. Schon als kleines Kind hatte Fry stundenlang davor gestanden und sich die Nase platt gedrückt. Säbelzahntiger, Tasmanische Wölfe, Dodovögel, Quaggas und wie sie alle hießen, standen in Naturgröße neben Löwe, Pferd und Hase und sahen so lebendig aus, als würden sie jeden Moment atmen und loslaufen. Erleichtert atmete er auf. Allein fühlte er sich doch am wohlsten. Er war ganz in Gedanken versunken, als er hinter den Schaukästen ein komisches Knistern hörte. Schnell schaute er zu der Mutter mit dem kleinen  Jungen, die neben ihm stand. „Haben Sie das auch gerade gehört?“, fragte er sie. „Na, das komische Geräusch hinter dem Kasten da?“ Doch die Frau schüttelte den Kopf und der kleine Junge guckte ganz erstaunt zu ihm rüber. Frys Magen zog sich zusammen und über seinen Rücken lief eine unangenehme Gänsehaut, als er nur zwei Sekunden später wieder etwas hörte: Diesmal war es ein leichtes Schnarren, so als würden lange, scharfe Krallen über das Linoleum kratzen. Nun hielt Fry es nicht mehr aus. Neugierig ging er um den großen Schaukasten herum. Dann stockte  ihm der Atem:


 


 


Zwei grüne, eidechsenartige Tiere, beide ungefähr so groß wie Nachbars Dackel, hatten es sich auf dem Sims vor der Fensterbank bequem gemacht und sahen aus dem Fenster. Ihre feuergelben Augen rollten unruhig hin und her. Als sie Fry bemerkten, drehten sie sich blitzschnell um und fauchten. Kleine, spitze Zähne lugten aus ihren halb geöffneten Mäulern und ein unangenehmer Geruch ging von ihnen aus:  Fast roch es nach faulen Eiern. Die Echsen starrten Fry böse an und machten sofort Anstalten, zu ihm runterzuklettern. Und dann passierte etwas Eigenartiges: Frys dreieckiges Amulett, das er ja immer noch unter seinem nassen T-Shirt um den Hals trug, fing plötzlich an zu blinken und zu surren. Noch bevor der Junge sich darüber wundern konnte, merkte er, dass er mit beiden Beinen in einem hellen, flimmernden Lichtkreis stand. Die Eidechsen aber fauchten erneut und wichen ärgerlich rückwärts vor dem Licht  zurück. Und dann waren sie von einer Sekunde zur anderen verschwunden. Ja, sie waren wirklich weg!



 



 


 


 


 


 


 


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