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Inga hat Ferien und verspürt wieder mal Langeweile. Sie stromert im ganzen Haus herum, bis sie auf dem Speicher ankommt. Eigentlich sollte sie da oben nicht herumkramen, aber dort gibt es immer wieder irgendetwas Interessantes zu finden. Alte Kleider noch von der Oma, manche passen sogar. Heute sieht sie sogar ein Paar rote Schuhe, die ihr früher noch gar nicht aufgefallen sind. Inga probiert sie an, und siehe da, sie passen wie angegossen. „Wem mögen die wohl mal gehört haben“, denkt Inga. Plötzlich überkommt sie ein so komisches Gefühl. So, als ob sie neben sich steht. Sie benötigt dringend frische Luft, darum geht sie zum Fenster hinüber, um es zu öffnen. Sie hebt die Arme und denkt, „ach ist das eine schöne Luft, wenn man da so durchs Fenster nach draußen fliegen könnte“. Schon fliegt sie mit wehenden Haaren durchs Fenster. Im ersten Augenblick ist sie ziemlich erschrocken, aber dann macht es ihr einen riesigen Spaß, so durch die Lüfte zu fliegen. Auf dem nahe stehenden Kastanienbaum macht sie halt und bleibt auf einem dicken Ast sitzen. Unten geht eine Schulfreundin vorbei und Inga ruft vom Baum ihren Namen. Das Mädchen schaut sich aber nur um und sieht niemanden. Inga ruft noch einmal, „hallo ich sitze hier oben auf dem Baum“. Die Freundin schaut nach oben, kann Inga aber nicht entdecken. Nun merkt Inga, dass sie nicht nur fliegen kann, sondern auch unsichtbar ist. Das ist ja eine Überraschung, die man erst mal verarbeiten muss. Es kann ja nur an den neuen roten Schuhen liegen. Zum Glück passen sie genau und sitzen richtig fest am Fuß. „Es wäre ja furchtbar, wenn ich jetzt einen verlieren würde“. denkt sie. „Nun muss ich aber überlegen, was ich nun alles machen werde. Ob die mich zu Hause schon suchen? Sicherlich noch nicht. Wie spät mag es denn schon sein? Ach da hinten ist ja die Kirche, da werde ich mal hinfliegen und zur Uhr schauen“. Gedacht, getan. Inga fliegt auf den Kirchturm, ist das ein Vergnügen. Es ist 10.30 Uhr und somit hat sie noch Zeit bis zum Mittagessen. Aber irgendwie verspürt sie doch ein hungriges Gefühl. Etwas zum Essen zu haben, wäre nicht schlecht. Toll, da unten steht der Bäckerwagen, und der Fahrer lädt gerade die frischen Backwaren aus. Mal schnell hinunter vom Turm und auf das Auto vom Bäcker. „Oh, die frischen Kuchenstückchen duften aber, welches nehme ich denn da, es sind so viele verschiedene. Einige mit Pudding, dann wieder welche mit Mohn, oder mit Mandeln. Die Auswahl ist schwer“, seufzt Inga. Schnellen Schrittes kommt auch schon der Fahrer herbei und nimmt das Blech mit dem Mohngebäck, um es in den Laden zu bringen. „Also nehme ich ein Stück Mandelgebäck. Wenn ich noch lange überlege ist das Blech damit auch im Laden“, philosophiert sie. Der Fahrer kommt und nimmt nun das Blech mit dem Mandelgebäck, er schaut es aber so komisch an und meint, „es sieht gerade so aus, als ob hier ein Stückchen aus der Mitte fehlt“. Inga muss schmunzeln und geht lieber ein Stückchen weiter, um das Kuchenstück zu verdrücken. Anschließend schlendert sie fröhlich durch die Straße und kostet so richtig das Gefühl aus, überall hinzugehen und nicht gesehen zu werden. Plötzlich wird sie von jemanden angerempelt. Sie hätte ausweichen müssen, denn der Mann konnte sie ja nicht sehen. Beide sind nun erschrocken. Der Mann sagt „Verzeihung“, schaut sich noch einmal um und spricht dann laut zu sich selbst, „na spinne ich etwa?“ Inga muss nun aber doch etwas besser aufpassen, vor allem, wenn sie über die Straße geht. „Sicherlich ist es überhaupt besser, ich fliege wieder“, ist sie der Meinung. „Aber nein, hier ist noch so ein schönes Ladengeschäft mit neuen schönen Kleidern. Diese muss ich erst einmal anschauen. Och, da sind aber ein paar tolle Jeans mit hübschen Steinchen besetzt, wenn ich mir die kaufen dürfte. Aber sie sind ja viel zu teuer. So viel gibt die Mutti doch nicht für mich aus, und mein Taschengeld reicht erst recht nicht dafür. Na mal sehen, kommt Zeit kommt Rat sagt Mutti immer. Nun aber nichts wie nach Hause, sicher werde ich schon gesucht“. Inga schwebt nun schnellstens nach Hause. Nicht mehr über die Bäume, aber doch einige Meter über der Straße und dann gleich quer durch den Garten. Tatsächlich, sie wird schon erwartet. Ihr Bruder ruft sie schon. Inga ruft zurück, „schrei doch nicht so, ich komme doch schon“. Ihr Bruder kann sie natürlich nicht sehen und ruft wieder „Inga wo bist du? Komm endlich zum Essen“. Inga ruft zurück „keck, keck, keck Ingo ist der Mädchenschreck“. Ingo ist nun sauer, sagt „olle Gans“ und geht ins Haus. Darauf hat Inga nur gewartet. Sie fliegt wieder durchs Dachfenster, zieht schnell die Schuhe aus, hinein damit in die Truhe, Truhe zu und die Treppe hinunter in die Küche. „Wo kommst du denn her“, fragt Ingo. „Na, woher wohl, hast du doch gesehen, die Treppe hinunter aus meinem Zimmer“. „Ich dachte, du warst draußen, ich hatte dich doch im Garten gehört“. „Sicher hast du Gespenster gehört“, sagt Inga von oben herab, du hörst ja so alles Mögliche. Nun kommt die Mutter hinzu und meint, „müsst ihr beiden euch denn immer nur streiten?“ Beide antworten gleichzeitig, „es war ja nur Spaß“. Ingo ist der Zwillingsbruder von Inga, sie wurde aber zehn Minuten früher geboren als er. Nun fühlt sie sich auch immer als ältere Schwester. Die beiden verstehen sich eigentlich gut, aber trotzdem, hänseln müssen sie sich immer. Inga hat keinen rechten Appetit, hatte sie ja vor ein paar Minuten erst ihr Stück Mandelkuchen gegessen und nun wartet sie sehnsüchtig, dass die Mutter und der Bruder endlich mit dem Essen fertig werden. Ihre Gedanken sind schon wieder bei den roten Schuhen und wohin sie nun fliegen will. Die Mutter wundert sich über Inga und fragt besorgt, ob sie sich nicht wohl fühle. Inga beteuert aber, es ginge ihr gut, aber sie wolle gleich nach dem Essen noch zu einer Freundin, um ein Buch abzuholen, das sie ihr mal geborgt hat. Die Freundin fährt in den Urlaub und so sei es besser, sie hat das Buch vorher zurück. Nun hatte Inga wenigstens eine plausible Ausrede, um schnell wieder aus dem Haus zu kommen. Ingo sagt, „dann können wir ja ein Stück zusammen gehen, ich wollte auch zu meinem Freund gehen, der wohnt ja in der Nähe von deiner Freundin“. Das hatte Inga gerade noch gefehlt, „wie werde ich den nun bloß ohne mich zu verraten los?“ Inga beginnt zu trödeln, geht hinauf in ihr Zimmer, rennt hier hin und da hin. Ingo will los und möchte Inga anspornen sich zu beeilen, doch sie behält die Ruhe und meint, sie müsste sich nun erst noch umziehen. Nun reicht es Ingo, und er geht alleine. Endlich ist er weg und Inga kann hoch auf den Boden, um die roten Schuhe anzuziehen.
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Was macht man an einem langweiligen Ferientag? Inga stöbert auf dem Dachboden und entdeckt eine alte Kiste. Neugierig schaut sie hinein und findet neben allerlei Krempel auch ein Paar rote Schuhe, die es ihr angetan haben. Als sie merkt, dass sie mit diesen Schuhen über magische Kräfte verfügt, ist die Sache perfekt. Mit diesen Schuhen ist sie unsichtbar und kann sogar fliegen. Immer öfter klettert Inga auf den Dachboden und verschwindet durchs Fenster. Da sie unsichtbar ist, kann sie allerhand Schabernack treiben, löst einen Banküberfall und findet gleichzeitig ihre große Liebe ...
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