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Kinderbücher
Buch Leseprobe Die kleine Maus, Claudia van Es
Claudia van Es

Die kleine Maus


Quidelana ist mutig

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Inhaltsverzeichnis Die Tierkinder von der Wiese am Wald 7 Flecki ist neugierig 17 Der Spieleabend 26 Radeling wird nicht gern nass 32 Wo ist Radeling? 40 Na, wen haben wir denn da? 49 Ein gefährlicher Plan 54 Das Versprechen 63 Hilfe, eine Maus! 70 Vertrauen 80 Der Überfall 89 Meine Mut-Geschichte 100 Die Tierkinder von der Wiese am Wald „Du bist dran!“, rief die kleine Maus Quidelana und sprang schnell davon. Sie musste lachen. Ihr Freund Radeling war zwar furchtbar stark, aber besonders schnell war er nicht. Auch die kleine Hummel Simse und der Frosch Siron mussten lachen. Radeling grinste gutmütig. „Na dann lauft mal alle schnell weg, sonst fange ich euch doch noch! Dalli, denk an deine Stacheln! Ich möchte mich nicht wieder an ihnen pieksen.“ Dalli war ein Igelmädchen. Manchmal stellten sich ihre Stacheln auf, wenn sie sehr aufgeregt war. Im Spiel war das natürlich blöd. Die kleine Hummel Simse spielte nicht mit, denn sie konnte nicht schnell rennen. Fliegen war natürlich verboten. Also war Simse beim Fangenspielen die Schiedsrichterin. Das war auch sehr wichtig. Die Kinder rannten über die Wiese und Radeling verfolgte Dalli. Er war nicht schnell, aber er konnte sehr lang rennen. Irgendwann würde er Dalli fangen. Er musste nur auf ihre Stacheln achten. Und tatsächlich: Es dauerte nicht lang, bis Dalli zu schnaufen begann. Quidelana und Siron feuerten sie an, aber sie wurde immer langsamer. Simse flog die ganze Zeit über ihren Köpfen und passte gut auf, dass alle Spielregeln eingehalten wurden. Dalli konnte bald nicht mehr, sie blieb stehen und keuchte ganz außer Atem: „Schon gut, schon gut, ich gebe auf.“ Sie beugte sich nach vorn, um besser Luft zu bekommen. Plötzlich bemerkte Siron, dass es bereits dunkel wurde: „Ach du Schreck, ich muss nach Hause!“ Und so gingen die Tierkinder gemeinsam zurück auf die Wiese am Wald, auf der sie wohnten. Es war nicht weit, doch sie beeilten sich. Es war gefährlich, bei Dunkelheit noch draußen zu sein. Zu leicht konnte man der Katze Flecki über den Weg laufen. Flecki wohnte zwar nicht auf der Wiese am Wald, aber ganz in der Nähe. Sie wohnte in einem Menschenhaus. Nur zu gern schlich sie über die Wiese oder versteckte sich dort. Und wie jedes Kind weiß, fangen Katzen gern Mäuse und manchmal auch einen unvorsichtigen Frosch. Jetzt hast du alle Tierkinder kennengelernt. Auf der nächsten Seite kannst du sie malen. Das wird ein schönes Bild. Überlege dir, welche Tierkinder du malen möchtest. Lies genau: Der starke Mäusejunge Radeling trägt einen schweren Stein. Die kleine Hummel Simse fliegt am Himmel. Dalli liegt in der Sonne. Ihre Stacheln liegen flach am Körper. Dalli ist ein _______________________________. Die kleine Maus Quidelana riecht an einer Blume. Der Frosch Siron sitzt unter einem Blatt. Schreibe zu jedem Tierkind, das du gemalt hast, den richtigen Namen. Schnell huschte Quidelana in die Höhle. Ihre Mutter wartete schon auf sie: „Schnell, Quidelana, wasch dir die Hände! Das Essen steht bereits auf dem Tisch!“ Auf dem Weg zum Badezimmer bekam Quidelana noch einen Kuss auf die Stirn. Sie lächelte. „Papa ist auch schon da“, rief ihr Mama noch hinterher, dann verschwand sie wieder in der Küche. Hast du eine Idee, was es zum Abendessen geben könnte? Das darfst du dir selbst ausdenken. Stell dir vor, es steht auf dem Tisch. Heute gibt es: ___________________________________________________________ ___________________________________________________________ Als Quidelana in die Küche kam, quietschte ihr kleiner Bruder Fidelbum vor Vergnügen. Fidelbum konnte noch nicht sprechen, aber prima quietschen. Zum Glück hatte er meist gute Laune, sonst könnte man schnell Ohrenschmerzen bekommen. Quidelana ging zu ihrem Bruder und nahm ihn in den Arm. Bevor sie sich auf ihren eigenen Stuhl setzte, gab sie ihrem Papa noch einen Kuss. Es war schön, dass er heute zum Essen zu Hause war. Er musste viel arbeiten und kam oft spät abends nach Hause. Fidelbum und Quidelana schliefen dann schon. Papa scherzte: „Na, kleine Maus, schon wieder gewachsen?“ Das sagte er oft und dabei lachte er. Die Mäusefamilie wünschte sich gegenseitig einen guten Appetit. Dann war für eine Weile nichts mehr zu hören. Es schmeckte köstlich. (Du hast dir ein gutes Abendessen ausgedacht.) Lies genau: Auf der nächsten Seite ist Platz für dein Bild. Male den gedeckten Tisch: Auf dem Tisch stehen Teller und Becher. Das Essen steht schon auf dem Tisch. Welche Farbe hat die Tischdecke? Die Tischdecke ist __________________________________. Das könntest du noch dazu malen: Fidelbum sitzt ganz nah neben Mama. Mama füttert Fidelbum. Quidelana hat die Gabel im Mund. Flecki ist neugierig Während Quidelana und ihre Familie schön gemütlich am Tisch saßen, schlich Flecki über die Wiese am Wald. Still war es jetzt hier draußen. Kaum ein Laut war zu hören. Ab und zu hörte man einen Kauz. Manchmal raschelten die Blätter oder das Gras leise im Wind. Flecki blieb stehen und schnüffelte an einem Grashalm. Ja, hier konnte sie das kleine Igelmädchen Dalli riechen. Flecki wusste genau, wie Dalli roch. Sie hatte Dalli schon ein paar Mal getroffen und an ihr gerochen. Das flinke Igelmädchen hatte sich aber immer schnell zu einer Kugel zusammengerollt. Flecki wusste aus Erfahrung, wie spitz Igelstacheln waren. Sie hatte schon einmal versucht, einen Igel umzudrehen. Das würde sie nie wieder machen. Aber wer weiß, eines Tages passte Dalli vielleicht nicht so gut auf... Flecki zuckte mit den Schultern und ging leise weiter. Auf der anderen Seite der Wiese gab es noch ein paar Häuser. Vorsichtig schlich Flecki näher. Ein Haus hatte im Garten einen kleinen Schuppen. Flecki wollte schon immer wissen, was sich in dem Schuppen befand. Sie hatte Glück. Sie spähte um die Ecke und sah, dass die Schuppentür nicht richtig verschlossen war. Vorsichtig schaute sie sich um. Ihr Schwanz zuckte vor Aufregung. Sie lauschte. Weit entfernt hörte sie einen Hund bellen. Sonst war alles ruhig. Sie leckte sich die Lippen, zuckte noch einmal mit dem Schwanz und huschte lautlos in den Schuppen. Die Gelegenheit war günstig. Wenn nicht jetzt, wann dann? Es war dunkel im Schuppen. Dunkel und gemütlich. Flecki staunte. Hier standen Fahrräder, ein Rasenmäher, Blumentöpfe ohne Blumen, ein Spaten und zwei Gartenliegen. Vorsichtig ging sie weiter. Sie fand Gartenhandschuhe, Blumenerde, ein Dreirad, einen Straßenbesen und Gartenstühle. Der Gartentisch stand an der Wand. Hier also hatten die Menschen all ihre Sachen, wenn es draußen kalt und ungemütlich wurde. Am besten gefiel Flecki aber das Regal: Hier lagen die kuscheligen Auflagen der Gartenstühle und der Gartenliegen. Das war ja herrlich! Flecki überlegte nicht lang und sprang auf die Polster. Sie rückte sich die Polster ein wenig mit ihren Krallen zurecht. Dabei schnurrte sie schon vor Freude. Dann rollte sie sich zusammen, kuschelte sich in die Kissen und schloss die Augen. Bevor sie noch recht wusste, was geschah, war sie auch schon eingeschlafen. Der Sommer war vorbei. Es wurde draußen kalt und ungemütlich. Wie heißt diese Jahreszeit? Kreise ein: Sommer Herbst Winter Frühling Auf der nächsten Seite hast du Platz für dein Bild: Male Flecki auf den Polstern. Flecki ist fast ganz schwarz. Nur auf der Nase hat sie einen kleinen weißen Fleck. „Mensch, Bernd!“, rief Lena. „Du hast die Schuppentür nicht richtig geschlossen!“ Erschrocken fuhr Flecki hoch. Ach du grüne Neune! Sie lag immer noch im Schuppen auf den gemütlichen Polstern. Die junge Frau stand schon vor der Schuppentür: „Hoffentlich fehlt nichts!“ Flecki konnte sich gerade noch ganz tief in die Kissen drücken, da öffnete Lena auch schon die Tür. Angestrengt schaute sie in den Schuppen. Sie blinzelte mit den Augen. Im Schuppen war es fast dunkel.


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