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Kinderbücher
Buch Leseprobe Die Kinder vom Eäsels Äng, Kalle Knitter
Kalle Knitter

Die Kinder vom Eäsels Äng



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Kapitel 4
Der Schlachtplan

Sie mussten so schnell wie möglich zu den Jungen. Sie sprangen auf ihre Räder und rasten in Rekordzeit zum Simonshof, Petra an ihrer Seite. Sie ließen ihre Drahtesel vor der Linde fallen und rannten um den Hof herum, am Vordach, wo die Traktoren standen vorbei, am Hühnerstall vorbei, hin zur ‚Dolce Vita', ihrem Schiff.
Tatsächlich die drei Jungen spielten hier. Sie waren gerade auf hoher See in einen Sturm geraten. Petra war etwas verwundert, als sie das angebliche Schiff sah.
Eigentlich war es ein alter Opel Kadett Kombi, auf dessen Dach eine lange Eisenstange fixiert war. Sie diente als Mast. Ein altes Vorzelt von einem Wohnwagen musste als Segel herhalten. Oben am Mast wehte eine Piratenfahne. Das Auto wankte hin und her, weil Tim und Jonas es von beiden Seiten aufschaukelten. Björn stand auf dem Dach und hielt sich mit einer Hand am Mast fest. In der anderen Hand hielt er ein selbstgebautes Fernrohr.
„Land in Sicht", schrie er.
In diesem Moment bemerkten sie die Mädchen.
„Feindliche Flotte backbord gesichtet. Feuer frei!", rief er den anderen zu.
Es setzte ein Hagel an Wasserbomben ein. Glücklicherweise verfehlten sie allesamt die Mädchen, die das gar nicht lustig fanden. Schließlich hatten sie wichtige Neuigkeiten zu erzählen.
„Jetzt hört mal auf, ihr Blödmänner", sagte Jule laut. „Es ist was Schreckliches passiert."
Mit einem Mal waren die Jungen still. Sie starrten die Mädchen mit fragenden Blicken an. Dann erst erkannten sie Petra, die neben Jule und Miriam stand.
„Hat das mit der da zu tun?", fragte Tim herablassend und deutete mit dem Kopf in Petras Richtung.
„Auch", antwortete Jule kurz. „Kommt, wir gehen auf den Heuschober."

Sie gingen durch die alte Holztür auf den Innenhof und von dort in die Scheune. Hier stiegen sie eine steile alte Holzleiter hoch und waren nun auf dem Heuboden. Sie hatten sich aus dem Heu eine kleine Festung gebaut, indem sie es an den Seiten zu einem Wall zusammen geschoben hatten. In der freien Mitte hatten sie sich alte Baumstämme, die zu einem Oval aufgestellt waren, als Sitzgelegenheit besorgt. Hier saßen die Kinder nun. Die Jungen waren ganz gespannt und Jule ließ Petra die ganze Geschichte noch einmal erzählen. Tim, Björn und Jonas hörten gebannt zu.
„Alexander ist wirklich über die Linde in dein Zimmer gestiegen?", fragte Tim ungläubig als Petra geendet hatte. „Dieser alte Mistkäfer."
„Wo hattest du denn die Karte versteckt?", wollte Jonas wissen.
„Sie lag in meinem Mathebuch. Ich konnte ja nicht ahnen, dass der so scharf auf Schule ist", sagte Jule resigniert.
„Und der Schlüssel, wo war der?", wollte Björn weiter wissen.
„Ach der, der war in der Innentasche meiner Winterjacke. Oh dieser dämliche Blödmann", schrie Jule verärgert.
„Das gibt Rache", schwor Tim.
„Ja, wir werden uns rächen", sagte auch Jonas.
„Aber wie?", fragte Miriam nachdenklich.
Sie überlegten alle angestrengt. Doch keinem wollte die zündende Idee einfallen. Dann endlich nach einer geschlagenen Viertelstunde hatte Jonas einen Vorschlag.
„Gehört Petra eigentlich schon dazu oder muss sie noch eine Mutprobe machen, um aufgenommen zu werden?", fragte er in die Runde. Sie schauten sich alle an, dann sahen sie zu Petra.
„Sie hat doch schon bewiesen, dass sie zu uns gehört, indem sie den Diebstahl gemeldet hat", sagte Jule bestimmt. Doch Petra wollte keine Hilfe.
„Wenn es bei euch üblich ist, eine Mutprobe zu machen, um aufgenommen zu werden, dann will ich sie auch machen", antwortete das dunkelhaarige Mädchen entschlossen.
„Also gut", sagte Jonas zufrieden. „Ich habe mir Folgendes überlegt."
Er erzählte den anderen von seinem Plan. Sie waren alle einverstanden, auch Petra.
„Jetzt lasst uns unsere Schlacht weiterspielen", sagte Björn mit einem Funkeln in den Augen.
„Ja", riefen auch die anderen. Dann stürmten sie die Leiter vom Heuboden herunter und eilten zur ‚Dolce Vita'. Jule und Miriam zogen ihre schwarzen Piratenkopftücher an.


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