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Kinderbücher
Buch Leseprobe Der goldene Ball, Helmut Brüggemann
Helmut Brüggemann

Der goldene Ball


eine Weihnachtsgeschichte

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Letzte Nacht, Mama, habe ich geträumt, dass ich vom Christkind einen goldenen Ball geschenkt bekomme. Ein kleiner Engel war auch da und sagte mir, wenn ich den Ball abends mit ins Bett nähme, wäre ich am Morgen gesund."


Die Mutter antwortete ihrer kleinen Tochter: „Sicher wirst du das. Nach Weihnachten wirst Du noch einmal operiert und dann nehme ich dich gesund mit nach Hause."


Das kleine Mädchen drehte sich zur Seite: „Jetzt schlafe ich. Morgen kommt das Christkind und bringt mir den goldenen Ball. Dann kannst du mich mit nach Hause nehmen, Mutter.


Eine Operation brauche ich nicht mehr."


 


 


Die drei kleinen Engel kamen, vom schnellen Laufen ganz außer Atem, am Stall von Rudolf Rotnase an.


„Haben wir Glück, dass ihr noch hier seit!" rief Kira, Mika und Rudolf Rotnase zu, die eben aus dem Stall traten.


„Wir müssen ganz schnell zur Erde hinunter und einen goldenen Ball suchen!" fiel Jeth Kira ins Wort.


Obwohl alle drei redeten, verstand Mika schnell, worum es ging.


„Da habt ihr aber Glück gehabt. Ich wollte eben mit Rudolf zwischen den Sternen üben. Wir müssen noch das Kurven laufen verbessern. Aber natürlich helfe ich euch", antwortete ihnen Mika.


„Nur, wo sollen wir suchen?" grübelte Kira.


„Suchen müssen wir nicht", antwortete ihr Mika: "Der Ball ist ja schon gesegnet. Rudolf bringt ja immer das Christkind mit den Geschenken zu den Kindern. Er weiß daher, wo sich jedes Geschenk befindet und welches Kind es bekommt. Er findet somit auch eueren verlorenen goldenen Ball wieder. Ich spanne jetzt den kleinen Schlitten an und dann geht es los."


Die kleinen Engel hatten eben im Schlitten Platz genommen, als Mika, Rudolf Rotnase zurief: „Lauf mein schneller Freund, lauf zur Erde und bring uns zum goldenen Ball!"


Das Rentier legte sich kräftig ins Geschirr und hui ging die wilde Fahrt los.


Sie flogen an die Planeten Venus, Jupiter und Mars vorbei, winkten dem Mann im Mond zu und landeten schließlich in voller Fahrt am Nordpol unserer Mutter Erde.


Ein kalter, mächtiger Sturm fegte über das mit einer weißen Schneedecke überzogene Land. Kein Tier oder Mensch war zu sehen. Sie waren ganz alleine in dieser kalten Schneewüste.


Die kleinen Engel froren jämmerlich. Sie zogen ihre Umhänge fest an sich und rieben sich gegenseitig mit ihren Händen warm.


Verzweifelt schaute Taje seine Gefährten an: „Wie sollen wir nur in diesem hohen Schnee den Ball finden?"


Mika lächelte: „Schau mein Freund, wir haben ihn schon gefunden. Siehst du die Spur dort im Schnee. Die hat ein rollender Ball in die weiße Pracht gezeichnet. Sie führt genau in die Höhle dort.


Gehe hin Taje, hole den Ball hinaus und lass uns schnell zurück in den warmen Himmel eilen, denn mir ist sehr kalt."


Das ließ sich der Engel nicht zweimal sagen, schnell lief er in die Höhle.


Ja, und da sah er den Ball, der bei einem jungen Eisbären lag.


Der kleine Bär schlief dicht an seiner Mutter angekuschelt. Dabei hatte er eine Pfote auf den Ball gelegt.


                                                            


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