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Kinderbücher
Buch Leseprobe Böse Mädchen, Elisabeth Bittermann
Elisabeth Bittermann

Böse Mädchen



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Als alle Vorbereitungen erledigt waren und die Hühner brieten und die Zutaten köchelten und schmorten, gönnte sich Berta noch einen zweiten Becher des köstlichen, kühlen Weines.


>Ach ist das Leben schön<, dachte sie. >Wenn die beiden Herren etwas überlassen, was bei dieser Menge zu vermuten ist, trinke ich noch ein drittes Glas zum Rest. Die Zeit verging und aus der Dämmerung wurde Dunkelheit. Bald würde der Gast kommen.


 


Aber der Gast ließ auf sich warten. Die Hühner wurden goldbraun, die Zutaten weich und niemand betrat das Haus.


 


>Wenn der Gast nicht bald kommt, fällt das Fleisch von den Knochen<, sprach Berta zu sich. >Ich werde einmal einen Flügel kosten, will probieren ob es gut schmeckt.<


Sie holte die Geflügelzange und zwickte den Flügel ab.


>Köstlich! Besser kann es gar nicht schmecken<, murmelte die junge Frau.


>Ich werde den zweiten Flügel auch noch essen, sonst ist das Huhn ungleich und es fällt auf<, dachte sie, schnitt ihn ab und verzehrte ihn.


 


Als sie aus dem Fenster blickte, sah sie, dass es stockdunkel war.


>Ja, wenn der Gast nicht kommt, ist es eigentlich schade um die köstlichen Hühner. Ich werde das eine zu Ende essen, schließlich schmeckt es frisch am besten. Das zweite stelle ich warm, falls der Gast zu später Stunde doch noch auftaucht. Dann wird ein Huhn auch noch genug sein.<


 


Berta deckte den Küchentisch, nahm Platz, ließ sich das Huhn gut schmecken und trank den dritten Becher Wein dazu.


 


Der Hausherr wurde inzwischen unruhig, weil sein Besucher noch immer nicht erschien.


>Dass er sich verspätet, könnte ich ihm noch verzeihen, aber gar nicht zu kommen, ist schon mehr als unhöflich<, dachte er.


>Andererseits ist das so gar nicht seine Art, vielleicht geht es ihm nicht gut oder er hat es einfach vergessen, schließlich ist er schon ein älterer Herr.


Ich will meinen Überrock anziehen und ihm entgegengehen, vielleicht kommt er gerade und wenn nicht, hole ich ihn einfach ab.<


 


Er rief nach Berta, erzählte ihr von seinem Vorhaben und machte sich auf den Weg.


 


Berta saß in der Küche, war beschwipst und bemerkte mit Bedauern, dass das zweite Huhn schon zu verbraten drohte. Sie schnitt auch von diesem einen Flügel ab, um zu kosten, tat das Gleiche mit dem anderen Flügel und im Nu hatte sie auch das zweite Huhn verzehrt und noch zwei Gläser von dem herrlichen Wein genossen.


 


Jetzt kam der Hausherr nach Hause und rief Berta zu, sie möge das Essen auftragen, der Gast hat sich verschlafen, er war schon beim Ankleiden und wird sich in ein paar Minuten einfinden.


 


Da erschrak die junge Frau, denn es wurde ihr bewusst, dass es nichts mehr zu essen gab, da sie ja die beiden Hühner bereits verschlungen hatte.


>Du guter Gott, was mach ich bloß<, seufzte sie.


Schon hörte sie ihre Dienstgeber die Messer schleifen, um mit diesen die Hühner zu zerlegen.


 


Da fuhr ihr wie ein Blitz der rettende Gedanke durch den Kopf. Sie sachmunzelte in sich hinein, ging zur Eingangstür, wo sie den Türklopfer vernahm, öffnete dem Gast, legte den Zeigefinger auf ihre Lippen, zum Zeichen, dass er still sein möge und flüsterte:>Guter Herr, seid leise! Hört Ihr den Hausherrn das messer wetzen? Die Einladung zum Essen war nur ein Vorwand. Er möchte Euch nämlich beide Ohren abschneiden, um sie als besonderen Leckerbissen zu verspeisen.


 


Der Gast erbleichte, machte kehrt und lief so schnell er konnte davon.


 


Inzwischen wurde der Gastgeber ungeduldig, weil weder der Gast noch Berta erschienen und so begab er sich in die Küche um nach dem Rechten zu sehen.


 


>Wo ist mein Gast, ich hörte doch den Türklopfer?<, fragte er  seine Haushälterin.


 


>Ich muss Euch leider enttäuschen, Herr<, antwortete Berta. >Ihr habt Euch einen lausigen Gast eingeladen. Er kam einfach herein, schnappte sich die beiden Hühner und machte sich auf und davon.<


 


>Na, so was<, stöhnte der Gastgeber entsetzt. >Wenn er mir doch wenigstens eines gelassen hätte!<


Er drehte sich um, stürzte mit noch immer beiden Messern in den Händen hinter dem davoneilenden Besucher her und rief: >Nur eins, gebt mir nur eins!<


 


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