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> Kinderbücher > Alles wegen dem Hund!
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Kinderbücher
Buch Leseprobe Alles wegen dem Hund!, Eva Zingerle, Roland Zingerle
Eva Zingerle, Roland Zingerle

Alles wegen dem Hund!



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Heini hatte einen lebhaften Traum. Er saß auf einer Wiese, auf einem Thron aus Stein, der ziemlich hart war. Ringsherum, wie in einer Sporthalle, saßen Tausende Frösche und lauschten der Rede eines riesigen Frosches, die dieser mit mächtiger Stimme hielt. Eben sagte er:


„... und so hat das Volk der Wiesenfrösche, dessen König ich bin, beschlossen, dich, Heini, zum Froschkaiser zu ernennen."


Heini bemühte sich im Traum, ernst zu bleiben und möglichst würdevoll auszusehen. Es wäre ihm beinahe misslungen, als er einen kleinen Frosch sah, der vor Begeisterung laut quakte, Luftsprünge machte und bei der Landung immer wieder auf seinen Nachbarn plumpste, der dann immer empört aufquakte. So kam es zu einem heillosen Spektakel, aber es trat sofort wieder Ruhe ein, als der Froschkönig weiter sprach:


„Nun aber wollen wir Frösche vom Wiesengrund dem neuen Froschkaiser Heini, einen ordentlichen Bruderkuss geben!"


Ehe sich's Heini versah, wurde er von lauter feuchten Froschmäulern im Gesicht und an den Händen abgeschmatzt, sosehr er sich auch dagegen wehrte.


 


Aus Ekel wachte er auf und spürte voll Entsetzen noch immer die nassen Stupser. Aber es war Schlappi, der Heini mit seiner feuchten Schnauze immer wieder anstieß und leise knurrte. Heini rief Schlappi schläfrig zur Ordnung, aber Schlappi knurrte weiter und war unruhig. Verwirrt schaute Heini um sich und erinnerte sich nur langsam an den vergangenen Tag.


Ruhig lag die Terrasse im Mondlicht und das Quaken der Frösche vom Wiesengrund war das einzige Geräusch, das er hörte. Es erinnerte Heini an seinen Traum und er lächelte vor sich hin. Dann kuschelte er sich wieder auf der harten Bank zusammen und wollte weiterschlafen.


Doch was war mit Schlappi los? Seine Haare waren gesträubt und er knurrte immer noch bedrohlich. Heini versuchte den Hund zu beruhigen, aber es ging nicht. Schlappi schnüffelte in Richtung Gartentor und wollte sich auch auf Heinis strengen Befehl nicht hinlegen. Nun war Heini beunruhigt und sprach leise auf den Hund ein. Was konnte es nur sein, das ihn so aufregte? Sissi, die bisher ruhig geschlafen hatte, fing an sich zu bewegen und wachte auf.


Schlaftrunken stöhnte sie:


„Was ist denn jetzt schon wieder los? Kann man denn nie in Frieden schlafen?"


Dann setzte sie sich auf und gähnte herzhaft. Heini erzählte leise, dass Schlappi ihn geweckt habe und sich noch immer merkwürdig benähme.


„Vielleicht hat er eine Maus, oder einen Hasen gerochen", meinte Sissi ohne große Begeisterung, denn sie war noch sehr schläfrig.


Heini sah aber den Hund aufmerksam an. Dieser hatte mit witternder Schnauze einige Tapser zur Gartentür hin gemacht und dann wieder drohend geknurrt. Seine Ohren schlenkerten ununterbrochen herum. Da löste sich aus dem Dunkel der Hecke beim Gartentor eine menschliche Gestalt und kam auf die Terrasse. Mit Erleichterung sah Heini, dass es der Gestalt nach nur ein Junge sein konnte.


Schlappi drückte sich mit eingeklemmtem Schwanz an Heini und zitterte angstvoll. So einen merkwürdigen Geruch wie den, der von dieser Gestalt ausging, hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gerochen.


„Na, ein großer Held bist du nicht gerade und Schutz wärst du auch keiner", sagte Heini spöttisch zu dem Hund. Die Gestalt kam immer näher und Sissi begann zu kichern. Denn je näher der Junge kam, umso mehr erkannte sie, wie komisch dieser aussah.


Er trug einen Anzug wie aus Silberfolie und auf dem Kopf hatte er einen Helm, der aussah wie ein eisernes Nudelsieb, aus dem Drähte heraus hingen.


Der Ankömmling grüßte mit eigenartig schnarrender Stimme. Schlappi blieb noch immer reserviert und schnupperte misstrauisch an dem Jungen und das auch nur aus einer größeren Entfernung. Er ging nicht zutraulich näher, wie er es sonst tat, sondern blieb stehen; ein Jammerbild, hin und hergerissen zwischen dem Drang, seine Kinder zu schützen und jenem, selbst zu flüchten.


 


Heini fasst sich als erster. Er war davon überzeugt, dass der Junge sie nur zum Spaß mit dieser lächerlichen Aufmachung erschrecken wollte. Aber auch Sissi war frei von Angst. Sie war nur neugierig und fragte:


„Sag einmal, wie schaust du denn aus? Warum hast du dich denn so verkleidet? Du schaust ja ganz blöd damit aus."


„Aber ich bin doch nicht verkleidet, ich sehe immer so aus", antwortete der Junge ruhig, aber wieder mit dieser eigenartig schnarrenden Stimme, die klang, als ob ein Computer spräche.


Sissi und Heini rissen vor Staunen den Mund auf. Sie dachten, dies wäre ein Trick und diesen wollten auch lernen, so zu sprechen.


„Bist du aus Bergdorf? Wie heißt du denn?", fragen beide fast gleichzeitig.


„Ich heiße Tartoon und komme von Yerba", schnarrte der Junge, „das ist ein Stern im 12.851. Planquadrat der größten Milchstraße, wie ihr das nennt." Dabei zeigte er zum Himmel.


„Willst du uns frozzeln?", fragte Heini ärgerlich.


„Du hältst uns wohl für besonders blöd?", meinte nun auch Sissi gelangweilt.


„Nein, ich halte euch nur für unwissend, aber nicht für dumm, denn ich habe eure Klugheit bereits gemessen. Ich komme wirklich von einem anderen Planeten", schnarrte der Junge, ohne Verwunderung oder Ärger zu zeigen.


„Dann lügst du ganz grauenvoll", sagte Sissi nun offen verstimmt.


„Auf Yerba lügt man nicht, weil jeder die Gedanken der anderen lesen kann. Lügen ist ein seltsames Phänomen auf der Erde. Aber ich kann auch eure Gedanken lesen", erklärte er und sagte Sissi und Heini sofort ausführlich, was sie gerade dachten.


Da waren die beiden Kinder überzeugt, einen echten Menschen aus dem Weltall vor sich zu haben und staunten ihn gebührend an.


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