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Zehn Jahre vor dem Krieg - und damit auch zehn Jahre vor dem Zeitpunkt, an dem die altbekannten Erzählungen und Sagen um die Skadenklinge und das merkwürdige Schicksal derer, die es auf Händen durch die Zeitalter trugen, anknüpfen - fängt dieser Bericht an.
In den reichlich zugemessenen Stunden der Forschung fand ich Verlorengeglaubtes und ging durch Schriften in der Vergangenheit auf Entdeckung aus. Einem Zweifel wird kaum Raum gelassen, wenn ich heute all das zusammentrage, was ich über die Jahre dort fand - was außer mir vielleicht keiner mehr weiß. Nunmehr bin ich bereit, die Dinge richtig zu stellen. Und ich konstatiere die Einfalt jener fehlerhaften, romantischen Niederschriften, die sich mit dem Mythos der Skadenklinge befassten. Wer die Geschichte der Skadenklinge zu kennen glaubt, der weiß womöglich, durch wessen Hände sie wen erschlug, und vielleicht auch noch, in welcher Schlacht sie angeblich verloren ging. Aber wer kann tatsächlich noch sagen, woher das Schwert kam? Wer es schmiedete? Nun, es stimmt natürlich, dass heldenmütige Tatmenschen, die aus siegreichen Schlachten hervorgingen, öfter besungen werden als solche, für die man sich beinahe schon schämen müsste. Die Wahrheit, die sich mir durch immer neue Indizien aufdrängt, würde der Masse wohl weniger gefallen, denn keiner der so genannten Helden lässt sich mit der eigentlichen Bewandtnis - oder besser gesagt: der eigentlichen Bedeutung dieser Waffe und ihrer Erschaffung - verbinden. Die folgende Geschichte ist sicherlich schon lange keine direkte Überlieferung mehr. Sie ist (auch von mir selbst - das gebe ich gern zu) ausstaffiert. Und dass sich alles exakt so zugetragen hat, wie ich es hier schildere, ist genau genommen ausgeschlossen. Aber die Ruine, die auf dem Fundament der Forschung ruht, steht sicherer als die Geschichten, die durch tausende Münder gingen. Der Jüngling, der zu früh zum Mann werden muss, seine größte Tat, sein größtes Scheitern und das Unglück einer zerbrochenen Liebe bilden das Material für eine Geschichte, die meiner Meinung nach schöner und interessanter ist als die mühevollen Volksmärchen, in denen der Held meist schillernd daherkommt und sich alle Mühe gibt, das Ende vorwegzunehmen.
Ich möchte noch erwähnen, dass ich kein Historiker oder Philologe bin. Mein Fachgebiet liegt weit entfernt von alledem. Für mich ist die Überzeugung Antrieb genug und meine freien Abende genügten mir für die Nachforschungen und Niederschriften, die für diese Arbeit nötig waren. Es liegt selbstverständlich an euch, ob ihr meine Ausführungen lesen wollt oder nicht. Wägt es nur genau ab, damit ihr am Ende nichts bereuen müsst; auf die eine oder andere Weise.
Aber genug der Vorrede. Draußen beginnt es schon zu dämmern - und die beiden Tannen, die vor meinem Fenster im leichten und allabendlichen Küstenwind hin- und herwiegen, bedeuten mir scheinbar, dass ich nun endlich mit dem Erzählen beginnen soll. Dabei werde ich weiter ausholen, als ihr es aus anderen Berichten gewohnt seid. Ohne spritzendes Blut und spannende Schlachten begann nämlich alles sehr trocken und leise mit einer Zusammenkunft.
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