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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Seraphine, Marie Graßhoff
Marie Graßhoff

Seraphine


Traum vom Licht

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Sie hangelte sich an den Überresten der Treppen hinab. Als sie unten angekommen war, folgte sie einem kleinen Weg, der neben dem fließenden Blut entlangführte, zu der größten Höhle, in der auch der Blutstrom seinen Ursprung hatte. Jetzt bereute sie inständig, dass sie ihr Schwert nicht mitgenommen hatte. Aber wer hätte wissen können, dass es so weit kommen würde.
Ihr Herz schlug mit jedem Schritt schneller.
Seraphine riss ein Stück Stoff aus dem Ärmel ihres Umhangs und band es sich vor Mund und Nase, was allerdings nicht viel half. Der Gestank war so extrem geworden, dass sie schon leicht benommen wurde und zu taumeln begann. Sie stützte sich an der Wand ab und kam nur schleppend voran.
Seraphine betrat mit Umsicht die in Dunkelheit getauchte Höhle, und da sie viele Eigenschaften einer Katze besaß und im Dunkeln sehen konnte, musste sie nicht einmal eine Fackel anzünden, um das Desaster zu erkennen. Sie ging näher heran, um sich wirklich vollkommen sicher zu sein, doch es gab keinen Zweifel. Das Blut floss an ihren Füßen entlang, aber sie nahm kaum Notiz davon.
Vor ihr lagen die unzähligen Kadaver der ältesten Drachen aus Syomenia und Hondo Roth - teilweise übereinander, als wären sie, wie in einem Massengrab, rücksichtslos weggeworfen worden. Viele hatten ausgerissene Gliedmaßen, die überall auf dem Boden verstreut waren. Der Drache zu ihrer Rechten hatte ein weit aufgerissenes Maul. Ihm war ein Auge ausgestochen worden, mehrere Zähne fehlten ihm und einige waren abgebrochen. Von seinen Vorderbeinen waren nur noch blutige Stümpfe übrig.
Seraphines Herz setzte kurz aus, dann stotterte es in unregelmäßigen Abständen weiter.
Es gab nichts, was sie noch tun konnte.
Sie ließ sich auf die Knie fallen.
Wer, bei Janda, hatte dieses Gemetzel angerichtet? Wer war so stark, dass er über hundert riesige, alte Drachen umbringen konnte?
Seraphine verspürte keine Angst, sondern nur eine leichte Betäubung, vermischt mit Übelkeit. Sie verharrte einige Momente bewegungslos, doch es kam ihr vor wie eine halbe Ewigkeit. Sekunden wurden zu Minuten.
"Das war Aaron", schoss es ihr durch den Kopf. Niemand anderes wäre dazu auch nur in der Lage gewesen ... oder?
"Hallo?", rief sie nach unbestimmter Zeit, in der Hoffnung, dass noch jemand am Leben war. Sie richtete sich benommen auf und merkte nicht, dass ihr Umhang vor Drachenblut triefte. "Ist hier jemand?"
Erst war es still. Alles war still. Nichts bewegte sich. Der Gestank war so erdrückend, dass sie dachte, gleich in Ohnmacht fallen zu müssen.
Dann vernahm sie ein Geräusch aus der hinteren Ecke der Höhle. Seraphine ging vorsichtig in diese Richtung, alle Muskeln, in Erwartung schnell ausweichen zu müssen, angespannt. Die Höhlenwände gaben ihre Schritte um das Hundertfache verstärkt wider, doch das alles kam ihr merkwürdig weit weg vor, als würde es nicht sie sein, die hier zwischen den Körperteilen toter Drachen umherwanderte, sondern jemand anderes.
Plötzlich brach ein schwarzer Drache aus dem Leichenberg hervor und baute sich gebieterisch vor ihr auf.
An seiner Flanke klaffte eine gewaltige Wunde, die sich bis zu seinem Hals zog. Dunkelrotes, dickflüssiges Blut tropfte aus seinem Maul und seinen Nüstern. Seraphine riss sich das Tuch vom Mund, um mit ihm reden zu können.
"Was ist ...", aber sie brach ab, als sie merkte, dass der Drache etwas sagen wollte.
Er würgte und röchelte, brachte jedoch kein Wort zustande.
Seraphine hob beschwichtigend die Hand, um ihm zu bedeuten, dass er nicht zu sprechen brauchte. Sie ging auf ihn zu und wollte ihn heilen, aber er fauchte sie wutentbrannt an, worauf sie zurückwich. Der Drache schüttelte seinen Kopf wild hin und her und das Blut spritzte nach allen Seiten. Sein rechtes Vorderbein knickte ein und er drohte umzufallen, konnte sich aber noch halten und knurrte wütend.


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