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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Mondauge 3, Sven Rübhagen
Sven Rübhagen

Mondauge 3


Die gefrorene Stadt

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Auf der Suche Daros, Arad und Gorgon befanden sich zu dieser Stunde im zerstörten Dorf, wo sie die sterbende Mirin vorgefunden hatten. Hier war es ihnen tatsächlich gelungen, zur Ruhe zu kommen. Jetzt blickte Daros zum Blätterdach empor und lauschte der Stille, die gerade allgegenwärtig war. Sie hatten aus ihren Beuteln ein paar Decken befreit und sich in diese eingerollt, um etwas Schlaf zu finden. Für Daros war daran nicht zu denken. Er konnte kaum fassen, was alles geschehen war, seit dem Zeitpunkt, als er Bruckd verlassen hatte. Wie lange dies zurücklag, war für Daros nicht leicht sagen. Vom Gefühl eine Ewigkeit, doch in Wahrheit waren vielleicht nur ein paar Wochen vergangen. Auch wenn ihre gesamte Lage mehr als schlecht stand, war in ihm ein Funke, der ihm sagte, dass sie einen Weg finden würden, der alles gut werden ließ. Sie hatten sich entschlossen, ein paar Stunden zu ruhen und mit neuer Kraft und Energie loszuziehen. Auch wenn sie in Marano bisher nur wenigen Menschen begegnet waren, musste es so sein, dass hier noch mehr lebten. Sie brauchten jemanden, denen sie sich anvertrauen konnten Daros drehte sich zur Seite und blickte zu Gorgon hinüber. Er lag halb von der Dunkelheit eingehüllt und schlief. Er hatte sich vom Bösewicht zu einem Verbündeten entwickelt. Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht, schüttelte er den Kopf. Ob Gorgon einer war, war mehr als fraglich. Zumindest saßen sie alle in einem Boot. Seit Trigon den Turm zerstört hatte, war ihre Lage mehr als ernst. Dort draußen, außerhalb des Waldes von Marano, herrschte ein erbitterter Kampf zwischen den Schuppendrachen und den Mondwölfen. Zwei uralte Völker, die sich bereits vor so vielen Jahren, als Marano noch jung war, bekriegten. Sie waren hier nicht sicher, denn sie hatten den Überblick über die gesamte Situation verloren. Daros drehte sich auf dem Rücken und blickte zum Blätterdach empor, welches sich zu dieser Stunde pechschwarz von der Finsternis abhob. Sie hatten beschlossen, nach Unterstützung zu suchen und obwohl sie überzeugt davon waren, dass hier Leute lebten, blieb in Daros eine gewisse Unsicherheit. Seit er mit Eris hierher gekommen war, waren ihnen keine Handvoll Menschen begegnet. Und sie lebten nicht einmal mehr! Daros richtete sich auf und zog die Decke bis zu seinen Schultern. Er fröstelte, doch es hatte nichts mit den Temperaturen zu tun. Seitdem der rote Mond am Himmel stand, war es wesentlich wärmer geworden, doch Daros fühlte sich ein wenig unwohl. Würden sie das Rätsel um Marano lösen? Was hatte es mit den Mondwölfen und den Schuppendrachen auf sich? Diese und viele weitere Fragen spukten ihm im Kopf umher. Daros lauschte in die Nacht hinaus. Nichts deutete in diesem Moment darauf hin, dass draußen, in der geschmolzenen Eiswüste, ein Kampf herrschte. Er atmete aus und legte sich zurück. Nachdem er die Augenlider geschlossen hatte, dauerte es noch lange, bis er endlich in einen unruhigen Schlaf fiel. Als Daros das nächste Mal erwachte, war es noch immer dunkel. Er richtete sich auf und rieb die Augen, schlug die Decke zur Seite und erhob sich. Arad und Gorgon schliefen. Diese drückende Stille hier im märchenhaften Wald war bedrohlicher, als wenn um sie herum dutzende Geräusche gewesen wären. Daros wollte sich vom Lagerplatz entfernen, als er vernahm, wie Arad wach wurde. Er blieb nicht lange liegen, sondern richtete sich auf .Beide ließen Gorgon schlafen und sie liefen ein Stück außer Hörweite. »Ich habe letzte Nacht viel nachgedacht,« meinte Arad und Daros machte eine bestätigende Geste. »Ja, ich denke, das haben wir alle.« Arad nickte kurz angebunden, dann sah er zurück zum Lagerplatz. »Wir sitzen heftig in der Klemme.« Arad sah Daros auf eine Art an, als erwarte er von ihm eine bestimmte Reaktion. »Was denkst du über Gorgon? Mir gefällt es nicht, dass er uns begleitet.« Daros musste Arad recht geben. Dennoch hatten sie keine andere Wahl, als sich mit ihm zusammenzutun. Daros würde sich nicht richtig fühlen, wenn sie Gorgon wegschickten. Er saß genauso im Schlamassel wie sie. »Wir werden ihn mitnehmen!«, sagte Daros entschieden. »Ohne ihn sind wir nicht besser dran. Außerdem glaube ich nicht, dass er etwas im Schilde führt. Was hätte er schon davon? Er hat diese Sache genauso wenig gewollt, wie wir alle.« Arad sah Daros erneut durchdringend an. »Wir müssen zusammenhalten,« meinte er und zeigte ein Lächeln. »Wenn wir das hier überstehen wollen, ist das ein wichtiger Punkt. Wir dürfen nicht gegeneinander arbeiten.« Daros klopfte Arad auf die Schulter, dann machten sie sich auf dem Weg zurück zum Lagerplatz. Gorgon war inzwischen ebenfalls wach, schien es aber gar nicht registriert zu haben, dass sie ihn beide verlassen hatten. Zumindest ließ er nur ein kurzes Nicken als Gutenmorgengruß sehen und widmete sich dem Zusammenstauen seiner Decke. »Wie gehen wir vor?«, fragte Gorgon, als alles verstaut war. »Wir müssen jemanden finden, der sich hier auskennt«, meinte Daros und blickte Gorgon und Arad an. »Ich hoffe, auf diesem Weg stoßen wir auf eine Möglichkeit, Marano zu verlassen.« Gorgon lachte bitter und stand vom Boden auf. Er wandte sich ab und schüttelte den Kopf. »Die Türme sind zerstört, versteht ihr das?« Daros und Arad sahen ihn stumm an, während er sie wütend anfunkelte. »Sie waren die Chance aus Marano zu entkommen. Wir sitzen hier fest!« Nun stand Daros auf und trat auf Gorgon zu. »Das tun wir nicht!« Seine Stimme klang ruhiger, als die von Gorgon. »Wir werden einen Weg finden aus dieser Lage zu entkommen. Bevor der weiße Turm aufgetaucht war, dachten wir, der schwarze Turm wäre die einzige Möglichkeit, doch dann hatte sich uns ein neuer Weg geöffnet.« Nach dieser Diskussion marschierten sie weiter durch den Wald von Marano. Sie waren noch nicht lange unterwegs, da wusste Daros, wo sie sich aufhielten. In geringer Entfernung entdeckte er die Mauer mit der Malerei, auf die der Mond mit den Wölfen und den Drachen zu sehen war. »Wir sind nicht weit von dem unterirdischen Raum entfernt, zu dem uns Trigon geführt hatte«, meinte Daros zu Arad und dieser nickte nur. Offenbar war es ihm schon aufgefallen. Sie wollten an der Wandmalerei vorbeigehen, als sich Gorgon von ihnen beiden löste und auf die Steinmauer zulief. Gorgon blieb vor der Mauer stehen und besah sie sich genauer. Er fuhr er mit den Fingerspitzen drüber, und zwar so sanft, als habe er Angst, er könne dieses wertvolle Kunstwerk zerstören. »Genau das spielt sich in Marano ab«, flüsterte er und sprach mehr zu sich, als zu Arad und Daros. Daros trat neben ihm. »Diese Wand ist für uns einer der Beweise, dass es hier Menschen gegeben hat oder geben muss.« Gorgon nickte, schien gleichzeitig so abwesend, dass Daros bezweifelte, dass er ihn hörte. »Wer hätte gedacht, dass sich dieses Szenario wiederholt.« »Das konnte niemand wissen«, sagte Arad, der ebenfalls die Steinwand nachdenklich musterte. »Warum vernehmen wir nichts von dem Kampf, der hier in Marano herrscht?«, fragte Daros. »Warum durchstreifen nicht auch ein paar Wölfe den Wald?« Arad und Gorgon ließen ihren Blick langsam über die Lichtung schweifen und sahen Daros mit einem stummen Schulterzucken an. »Das ist eine gute Frage und ist mir auch schon aufgefallen. Es scheint so, als meiden die Wesen diese grüne Landschaft.« Die drei ließen das Thema vorerst ungeklärt und wandten sich ab, um weiterzulaufen. Es dauerte nicht mehr lange, da waren sie an einer bekannten Stelle: »Hier sind wir beim Eingang zum unterirdischen Raum«, erinnerte sich Arad und deutete mit dem Finger zu dem Loch, welches den Eingang darstellen sollte. Daros nickte verständlich und er konnte sich daran erinnern, wie sie dort über Informationen zu Marano gesucht hatten. Daros blieb davor stehen. »Sollen wir hinabgehen und uns die Unterlagen anschauen? Vielleicht finden wir Hinweise, wann und wo hier noch jemand gelebt haben könnte.« Sie waren sich einig und es vergingen ein paar Sekunden, da kniete sich Arad nieder, um durch das Loch zu kriechen. Sie stiegen die Treppe hinab und Gorgon besah sich alles genau. Daros hatte schon Befürchtungen, dass er so abgelenkt sein könnte, dass er stürzte. Zum Glück trat dies nicht ein und sie erreichten unbeschadet die Tür, hinter der sie von Schriftrollen, Karten und alten Lederbüchern fast erdrückt wurden. »Das ist unglaublich!«, meinte Gorgon. »Woher wisst ihr davon?« Arad hatte eine Kerze entzündet, die auf dem Tisch stand. Die Flamme spendete nur geringfügig Licht, doch es reichte aus, um sich zurechtzufinden. »Trigon hatte ihn uns gezeigt«, war Daros` Antwort. »Wenn ich das hier sehe, wird mir einiges klar.« Gorgon drehte sich um die eigene Achse und ließ seinen Blick über die vollgestopften Regale schweifen. »Hier müssen Menschen gelebt haben. Wie sonst konnte das alles hierher gelangen?« Arad begann mit der Kerze in der Hand, an den vielen Bücherreihen entlangzulaufen. »Mit Glück finden wir etwas, das uns weiterhilft. Machen wir uns am besten an die Arbeit!« Und das taten sie. Daros wusste hinterher nicht, wie lange sie sich in diesem schmutzigen Raum aufhielten. Nach einiger Zeit hatten sie dutzende Schriftstücke und Pergamente auf dem Tisch ausgebreitet, doch Hinweise, dass hier Menschen gelebt haben sollen, fanden sie nicht. »Das ist zum Verrücktwerden!«, meinte Arad und fuhr sich entnervt durch die Haare. »Wir sitzen seit Ewigkeiten und sind genauso schlau wie vorher, als wir mit Trigon in diesem stickigen Raum waren.« Daros konnte Arad gut verstehen. Er begann, sich allmählich eingeengt zu fühlen. Das Luftholen fiel ihm immer schwerer. »Es wirkt so, als wenn jemand verheimlichen möchte, dass es Menschen hier gegeben haben muss«, meinte Daros nachdenklich und biss sich in seine Unterlippe. Gorgon lachte leicht. »Ob hier Menschen gelebt haben oder nicht, spielt doch nicht so eine wichtige Rolle. Wir müssen herausfinden, wie wir jetzt aus dieser Lage herauskommen.« Er schlug eines der Bücher heftig zu, sodass eine Staubwolke aufgewirbelt wurde und Daros zu husten begann, da er direkt danebenstand. »In dem Text, den uns Trigon vorlas, ging genau das hervor. Menschen haben diese Texte verfasst. Das sagte ich das letzte Mal. Wölfe oder Drachen werden kaum dieses Zeug hier heruntergeschafft haben. Genauso, wie sie das Dorf, in dem Trigon und Mirin lebten erbaut, oder die Malerei auf der Steinmauer hinterlassen haben.« »Daros hat recht«, sagte Gorgon entschieden. »Das alles ist doch nicht mehr wichtig.« Nun schien es ihm sehr schlecht zu gehen, denn er ließ sich auf einen Schemel nieder und vergrub sein Gesicht in den Händen. »Ist alles in Ordnung?«, fragte Arad und er glaubte sich etwas albern bei dieser Frage vorzukommen, denn er blickte Daros unbeholfen an. »Ich werde das Gefühl nicht los, dass das alles meine Schuld ist«, sagte Gorgon. Gleichzeitig sah er auf und blickte auf die Kerze, dessen Flamme fast erloschen war. Nachdem für ein paar geschlagene Sekunden kein Wort gefallen war, fuhr Gorgon fort: »Ich habe den schwarzen Turm zerstört, weil ich die Schuppendrachen zusammenführen wollte, doch es ging alles nach hinten los.« Daros nahm sich ebenfalls einen Schemel und setzte sich zu Gorgon. »Das, was Trigon getan hat, ist nicht unsere Schuld. Er war nur wahnsinnig. Dass dieser rote Mond am Himmel steht, liegt daran, weil Trigon einen Plan verfolgt hat, den er nicht kontrollieren konnte.« Arad ließ sich auf der Tischkante nieder. »Der Mond hätte nie befreit werden dürfen«, sagte er niedergeschlagen, doch gleich darauf zuckte er die Achseln. »Es ist jetzt so und wir werden das Beste daraus machen.« Daros stand vom Schemel auf. »Wir werden einen Weg finden Marano zu retten und wieder nachhause zu kommen.« Er hielt Gorgon die Hand hin und zog ihn in die Höhe. Somit machten sie sich auf dem Weg, den unterirdischen Wissensraum zu verlassen. Der Aufstieg war, wie beim letzten Mal, schwerer wie der Weg hinab. Als sie durch das Loch stiegen, um an die frische Luft zu gelangen, konnte Daros sich einen Schrei nicht verkneifen.


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