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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Glut, Jim Kollins
Jim Kollins

Glut


Die Daimonikum-Trilogie, Band 1

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Die Macht raste vor Wut. Sie wollte auf der Stelle verbrennen, zerbrechen, morden und fressen. Grausame Vergeltung wollte sie üben für die schmähliche Niederlage, die sie hatte erleiden müssen, doch das Gefängnis hielt jedem ihrer Ausbruchversuche stand. Sie verfluchte jene, die nur durch eine hinterhältige List imstande gewesen waren, ihre Essenz in dieses Gefäß zu sperren.

Diese widerspenstigen Sterblichen hatten die Macht am Ende des Krieges - ihres Krieges - besiegen und niederwerfen können. Doch vernichten konnten sie sie nicht. Nicht einmal die ihr verhassten Götter waren imstande, ihre Existenz für alle Zeiten auszulöschen. Sie erinnerte sich sehr genau an die wenigen Wesen, die der Macht wenige Augenblicke vor ihrem endgültigen Sieg zuvor gekommen waren. Sie würde sich auch dann noch erinnern, wenn die Welt der Sterblichen längst zugrunde gegangen war.

Die Macht beruhigte sich und ließ sich am Grunde ihres Gefängnisses nieder. Grausame Rachepläne entstanden in ihrem Bewusstsein, die sie wieder und immer wieder verfeinerte, bis ein böses Konstrukt von Vernichtung und Gewalt ihr Denken beherrschte.

Wenn sie die Barrieren erst einmal überwunden hatte, würde niemand die Macht daran hindern können, die Erben der sogenannten Helden zu bestrafen. Sie würde die Welt der Sterblichen ein für alle mal mit Pestilenz, Chaos und Verderben überziehen. Ewig würde sie sich an Gram, Siechtum und Leid erfreuen und dann die Götter in ihrer schlimmsten Stunde zerschmettern.

Brennender Hass wogte aus ihren Gedanken und brandete an die Grenzen des Gefängnisses. Bilder von grausamen Verstümmelungen, gepeinigte Schreie entsetzter Seelen und der Geruch von Blut waren die Gischt. Die Macht schrie auf und tobte erneut gegen die unsichtbaren Mauern, welche sie für immer halten sollten. Doch so oft und heftig sie auch versuchte, das Gebilde zu zerbrechen, sie scheiterte.

Sollte dies tatsächlich das Ende der Macht sein? Sollte sie für alle Zeiten körperlos in dieser sie umschließenden Barriere verbringen? Es musste einen Ausweg geben. Die Sterblichen waren klein in ihrem Geist. Auch wenn sich noch so viele von ihnen zusammen taten, konnten sie dennoch nie alle Möglichkeiten bedenken, auf die die Macht würde entkommen können. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie einen entscheidenden Schwachpunkt gefunden hatte.

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