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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Gerwod III, Salvatore Treccarichi
Salvatore Treccarichi

Gerwod III


Der Magier

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Zuhause



10. Dustermond 321



 


Es war nur seinem eisernen Willen zu verdanken, dass er es geschafft hatte, die gesamte Nacht über die Qual des Fluges zu ertragen. Denn der zunächst nur durch die schwankende Bewegung und die Geschwindigkeit für Helmko ungewöhnlich anmutende Flug des Schwarzfalterweibchens stellte ihn bald schon nicht nur körperlich, sondern auch mental auf die Probe.


 


Stundenlang hatte er den Klammergriff um den schwarzen Oberkörper seines Flugtieres nicht lösen können, aus Angst in die Tiefe zu stürzen. Ebenso bereitete ihm die verkrampfte Sitzhaltung großes Leiden. Seine Gelenke, ja, jeder Knochen und jeder Muskel, jeder Nervenstrang seines Körpers war durchzogen von stechenden Schmerzen.


 


Nachdem dann das imposante Fluggeschöpf über die wolkenverhangenen Gipfel der Grenzhöhen jagte, erfasste den Magier ein eiskalter Wind, der es ihm erschwert hatte, die Augen offen zu halten und zu atmen. So drückte sich Helmko mit dem Gesicht dicht an den Rücken des eigenartig nach Pech duftenden Schwarzfalters, um sich vor dem direkten Angriff der Luftmassen zu schützen. Gelegentlich blickte er an dem Hals des Tieres und seinem kleinen Kopf vorbei. Dabei verformte er angestrengt die Augen zu Schlitzen und bemühte sich aus der Höhe die Richtung abzuschätzen, die zu seinem Haus führte. Denn der Schwarzfalter kannte den Weg nicht von selbst, so dass Helmko das Tier leiten musste.


 


Dabei hatte der Magier es wahrgenommen, dass das Weibchen über einen feinen Strang mit dem Netz der Gefühle verbunden war. Anders aber als bei den meisten magieunfähigen Lebewesen war es nicht nur eine Verbindung, die von dem alles umspannenden Gefühlsgewebe beeinflusst wurde. Der Strang wirkte in beide Richtungen, und zwar von dem Schwarzfalter zum Netzwerk aus Gedanken und Empfindungen. Aber auch umgekehrt.


 


Auch die Zähhäuter hatten diese Gabe. Selbst die Unfähigsten unter ihnen konnten jedoch über diesen Gefühlsstrang mit Hilfe von Artefakten auch ihren Willen auf das Netz der Gefühle übertragen. Helmko hatte sogar in der Zwischenwelt gelernt, ohne Hilfsmittel das Gefühlsnetz zu nutzen.


 


Bei den Schwarzfaltern verhielt es sich noch etwas anders. Scheinbar waren sie selbst durch fremde Gefühle aus dem Netz beeinflussbar. Sie selbst konnten andere Wesen aber nicht kontrollieren. Sie nutzten jedoch diese Verbindung, um sich geräuschlos mit ihren Artgenossen sogar über weite Entfernungen zu unterhalten.


 


Genau dies wandte nun auch Helmko an, um mit dem Schwarzfalterweibchen zu kommunizieren. Kraft seiner Gedanken wies er dem Tier die Route, auf der es fliegen sollte. Immer wieder vergewisserte er sich mit einem verängstigten Blick hinab, ob das Tier seine Anweisungen befolgte. Und offensichtlich verstand es die Gedanken des Magiers auch ohne gesprochene Worte.


 


Der Zähhäuter verließ sich mittlerweile auf das Fluggeschöpf. Dadurch konnte er sich die meiste Zeit schützend hinter dem Leib des Schwarzfalters verbergen. Doch allein die verkrampfte Sitzhaltung und die eisige Kälte nagten stark an seiner Kraft.


 


Die Stunden vergingen und nach einem Flug inmitten der winterlichen Nacht tauchte der Schwarzfalter in den frühen Morgenstunden aus der Dämmerung hervor. Mit seinen großen Schwingen durchschnitt das Geschöpf die Wolken weit über einem dunklen Koniferenwald, von dem Helmko ahnte, er sei die Heimat der Zähhäuter. Ja, es musste der Schwarze Wald sein, und dahinter erhob sich im Osten ein weiteres Gebirge.


 


Hinter den im Dämmerlicht liegenden Bergwänden ging die Sonne auf. Die grellen Lichtstrahlen brachen sich in luftiger Höhe an den steinernen Graten, und ergossen sich von dort aus in das Land. So, als handelte es sich um eine Flutwelle aus Helligkeit, die mit unaufhaltbarer Macht die Dunkelheit hinweg schwemmte.


 


Da kam in dem von Schmerzen und Angst geplagten Magier Hoffnung auf. Er erkannte im kargen, vegetationslosen Hochgebirge zwischen zwei flach abgerundeten Basaltgipfeln ein auffälliges Joch. Das musste der Schwarzen Busen sein, und genau hinter dem Joch wusste Helmko sein steinernes Haus.


 


»Wunderbar!«, entlockte es Helmko erleichtert.


 


Das Schwarzfalterweibchen verstand sein Wort nicht, aber umso mehr seine freudige Stimmung. Als gewann es dadurch neue Kraft, verstärkte es die Bewegung, mit der es ihre Flügel schwang und dem Nordwind zum Trotz dem steinernen Joch entgegenflog.


 


Bis hinab zur Baumgrenze lag auf dem Schwarzen Kamm Schnee. Unterhalb der Gipfel verschwand der Wald in tief liegenden Haufenwolken, so dass der Blick auf die sonnenbeschienenen Gipfel traf.


 


In einer hohen Geschwindigkeit schoss Helmkos Flugtier auf das Haus zu. Doch der Magier wollte nicht direkt vor dem Joch landen. Es war ratsam, Vorsicht walten zu lassen. Immerhin musste er damit rechnen, dass ihm Teramons Geschöpfe auflauerten. Deswegen nahm er sich vor, zunächst die Umgebung zu kontrollieren.


 


Als er das erste Mal über das heimische Joch flog, fielen ihm die großen Kadaver auf, die jedoch halb von Schneemassen überdeckt waren. Als er sich im Vorbeiflug umdrehte, erkannte er unter dem Schnee die Umrisse fledermausartiger Flügel und langer Schnäbel.


 


»Schwarzfalter!«, sagte Helmko und klammerte sich zugleich an das schwarze Weibchen.


 


Ja, es mussten dort Schwarzfalter liegen. Scheinbar waren sie in einem Kampf umgekommen.


 


»Ein Kampf!«, ging es dem Magier durch den Kopf.


 


Helmko wusste, dass Bermer das magische Siegel in seinem Versteck brach, um seine Artefakte zu bergen. Er war es, der seinem Lehrling dem Zugriff ermöglichte. Nun vermutete er, dass es Bermer in Begleitung von Boralt nicht kampflos gelungen war, bis zu dem Haus vorzudringen. Andererseits konnte sich Helmko stets auf Boralts Kampfkraft verlassen. Daher waren die toten Schwarzfalter am Joch sicher dem Paladin zum Opfer gefallen.


 


Mit einem weiteren Blick zurück entdeckte der Zähhäuter sein steinernes Haus, das sich knapp unterhalb des Jochs gen Osten an den Berg schmiegte. Hoch über den Gipfeln öffnete sich dem Magier der freie Blick über das Tal der Wächter. Hinter dem Markfluss breitete sich das grüne Grasland bis zum Horizont aus.


 


Aufgrund seines gedachten Wunsches wendete der Schwarzfalter, indem es seine Flügel kurz einzog und dann abrupt den Körper herumschwenkte. Dabei hatte Helmko den Eindruck, als würde er von dem Fluggeschöpf fortgeschleudert. Aber sein Wille ließ ihn seinen Klammergriff festigen, so dass er auf dem Weibchen zurück nach Westen flog. Mit schwingenden Auf- und Abwärtsbewegungen überquerte das fliegende Ungetüm mit dem Magier auf dem Rücken abermals den schneebedeckten Gebirgsübergang.


 


Von oben erblickte Helmko die nach Osten ausgerichtete Terrasse, auf der ebenfalls Schnee lag. Davor erstreckte sich unter den weißen Massen der schmale Pfad, der sich vorbei an einer einfachen, ebenfalls aus schwarzem Basaltgestein gemauerten Scheune und anschließend durch ein Geröllfeld schlängelte. Erst etwas weiter unterhalb sah man einzelne windzerzauste Nadelbäume und schließlich einen dichten Gebirgswald.


 


Über das Joch hinweg erspähte der Magier auf dem steinigen Bergrücken erneut die Kadaver der Schwarzfalter, die sich aufgrund ihrer Größe und den fledermausartigen Flügeln nun deutlich aus dem Schnee hervorhoben. Helmko zählte:


 


»Eins, zwei, drei… vier.«


 


Wieder war der Schwarzfalter über sein Heim hinweggeflogen und befolgte seinen Wunsch zu wenden. Diesmal war der Zähhäuter auf das abrupte Wendemanöver vorbereitet und verstärkte seinen Klammergriff. Dann konzentrierte er sich ein weiteres Mal, die Umgebung seines Hauses auszukundschaften.


 


»Vier Schwarzfalter!«, dachte Helmko laut.


 


Dabei war er weiterhin davon überzeugt, dass Boralt die Tiere getötet hatte und dass es Bermer daraufhin gelang, die Artefakte zu bergen. Es machte den Anschein, als wäre sein Haus jetzt unbewohnt. Weder sah man dort verdächtige Bewegungen noch erkannte man im Neuschnee Fußspuren. Bald war er sich sicher, dass ihm keine Gefahr drohte. Auch im Netz spürte er keine Gefühle, die auf Lebewesen in der Nähe schließen ließen. Deshalb richtete er sich gedanklich an sein Schwarzfalterweibchen mit dem Wunsch zu landen.


 


Das Tier gehorchte und zielte im Sinkflug auf das Gebäude. Mit langsamer schwingenden Flügeln überwand es das Joch abermals gen Westen und dann landete es mit seinen kurzen ausgestreckten Fußkrallen in einem Schneefeld zwischen zwei größeren Felsbrocken. Pulvriger Schnee wurde aufgewirbelt, als das Geschöpf noch einige Schritte im O-Bein-Gang machte und endgültig zum Halten kam. Ein letztes Mal breitete es seine Flügel aus, schüttelte sich und legte sie dann dicht an ihren Oberkörper. Dann duckte es ihren kleinen Kopf und überwachte misstrauisch die Umgebung, als sei ihr der Ort unheimlich.


 


Helmko war erleichtert, als sein Flugtier still stand. Er prustete befreit aus und löste den Klammergriff um den schwarzen Oberkörper. Trotzdem wartete er noch einige Sekunden ab, bevor er abstieg. Sein Rücken und sein Hintern schmerzten fürchterlich. Und es drückte sein Unwohlsein durch ein Krächzen aus.


 


Die Luft auf dem Joch war kalt, doch herrschte diesmal nicht der typische Westwind. Die Wetterverhältnisse waren jedoch für den Zähhäuter angenehm zu ertragen. Vor allem nachdem er nicht mehr dem eisigen Flugwind ausgesetzt war. So streckte und reckte er sich, rieb seine müden und schmerzenden Knochen. Er benötige dann noch einiger Dehnübungen, bis es ihm gelang, seine gekrümmte Haltung zu lockern. Schließlich aber stand er aufrecht neben dem schwarzen Weibchen und tätschelte ihren Rücken mit dankbaren Gedanken.


 


Mit einem leisen Krächzen erwiderte das Tier die Zärtlichkeit. Die zuckenden Kopfbewegungen verrieten jedoch, dass sie sich unwohl fühlte.


 


Über das Netz der Gefühle spürte Helmko ihre Ängste. Er begriff, dass es schon einmal diesen Ort aufgesucht hatte. Der Magier wusste, dass sein Weibchen sich an dem Angriff beteiligte, als die vier Schwarzfalter starben, deren Kadaver im Schnee lagen.


 


Also versuchte er, das Weibchen gedanklich zu beruhigen. Er vermittelte ihr, dass es an diesem Ort willkommen war und nichts zu befürchten hatte, solange es ihm half. Und tatsächlich ließ sich das Geschöpf auf diese Aussichten ein und legte seinen Kopf mit dem großen Schnabel an den Körper. In den schwarzen Augen wurde die Unruhe, durch Entspannung ersetzt. Besänftigt ruhte es sich vom langen Flug aus. Es stocherte im Neuschnee, den es in kleinen Bissen zu sich nahm, um ihren Durst zu stillen.


 


Der Zähhäuter aber bewegte sich von dem Schwarzfalter fort. Er stapfte durch den Schnee, indem er bei jedem Schritt knietief einsank. An seiner Seite hatte er das Schwert in der Scheide. Seinen Wanderstab hatte er im Südland bei seinem Pferd zurückgelassen. Der Hut war ihm hingegen beim Flug vom Kopf gefallen, so dass sein kahler, ohrloser Kopf unbedeckt war.


 


Während der Magier an den Felsbrocken vorbeischritt, zwischen denen er gelandet war, erreichte er den ersten Kadaver eines Schwarzfalters. Aufgrund der frostigen Kälte hatte bei dem toten Tier jedoch keine Verwesung eingesetzt. So wirkte es mit seiner schwarzen Haut und dem darüber liegenden Schnee wie eine steinerne Skulptur. Die Augen des Tieres waren geschlossen und aus dem langen geöffneten Schnabel hing eine rötliche Zunge heraus.


 


Unweit neben dem Kadaver schimmerte ein rostiges Schwert und dann entdeckte Helmko auch das erste Knochengerüst.


 


»Also haben sie tatsächlich mein Haus angegriffen«, dachte Helmko laut.


 


Sein Inneres war aufgewühlt, als er weitere tote Skelettkrieger entdeckte. Jedem war der Kopf vom Rumpf geschlagen worden. Der Zähhäuter spürte die Bedrohung, die sein Bruder Teramon gegen ihn richtete. Mit Gewalt hatte dieser versucht, sein Berghaus zu stürmen. Umso dankbarer richtete er sich an den Schöpfer, denn er wusste, dass der Paladin den Angriff abgewehrt hatte.


 


Der Magier ging weiter, und bald schon überschritt er das Joch. Von dort machte er einige Schritte an dem Haus vorbei. Bevor er aber den Zugang zur Holztreppe erreichte, die zu der prächtigen Terrasse auf der Ostseite führte, wurde er auf zwei aufgehäufte Gräber aufmerksam.


 


»Zwei Gräber!«, stellte er fest und blieb davor stehen.


 


Instinktiv erinnerte er sich an den ersten Angriff auf sein magisches Siegel, und er war sich sicher, dass seine beiden Lehrlinge Degener und Erwer hier begraben wurden.


 


Der Magier schnaufte wehmütig aus, denn er bedauerte den Tod der beiden. Andererseits wusste er, dass sie Teramons Verführung erlegen waren und mit bösen Absichten das Siegel öffnen wollten. Sie mussten sterben, um das Böse davon abzuhalten, Besitz von Helmkos Eberstatuenteile zu ergreifen.


 


So schüttelte er seine bedauernden Gedanken ab. Schließlich ging er zur Holztreppe, über die er mit langsamen Schritten zu der Aussichtsplattform seines Hauses gelangte. Prüfend schaute er sich um und erfasste nur beiläufig die atemberaubende Aussicht, die man von dieser Stelle über die östliche Weite hatte.


 


Nachdem Helmko aber keine Feinde sah oder hörte, begab er sich zu der Tür, die seitlich an sein Aussichtsfenster grenzte. Zögernd legte der Zähhäuter seine faltige Hand an das Türblatt. Dabei benötigte er keine Kraft, um die Tür aufzudrücken, da diese nur angelehnt war.


 


Sofort spürte er die Wärme, die ihm aus dem Gebäude entgegenkam. Und dazu auch der alte Geruch von gekochtem Essen. Mit einem leichten Unbehagen betrat er sein Zuhause.


 


Obwohl das Gebäude verlassen war, so machte es auf Helmko einen unheimlichen Eindruck. Denn er wusste um den schrecklichen Tod, den seine Lehrlinge beim Versuch das magische Siegel zu öffnen, erlitten hatten. Außerdem wusste er nicht, ob seine Feinde nicht auch schon das Gebäude durchstöbert hatten.


 


Er bemerkte aber, dass der große Arbeitsraum mit dem alten Schreibtisch einen äußerst aufgeräumten Eindruck machte. Bermer hatte alle Unordnung in dem Haus beseitigt, bevor er abreiste. Der Inhalt der Bücherregale war sortiert, der Sessel mit der hohen rot gepolsterter Rückenlehne vor dem Schreibtisch gerade gerückt. Dazu machte der Raum aufgrund des Sonnenlichts, das wärmend durch die große Fensterscheibe hineinströmte, einen freundlichen Eindruck.


 


Helmko hielt sich nicht weiter auf und betrat den im Halbdunkel befindlichen Flur. Darauf ging er an der Küche und der Kammer seiner Diener vorbei und erreichte schließlich sein Schlafzimmer.


 


Auf der Westseite begrenzte das schwarze Gestein den Raum, der in die schräge Bergwand hineingebaut worden war und dadurch unförmiges wirkte. Der Eingangstür gegenüber drang Tageslicht durch das rautenförmige Glasfenster.


 


Helmkos schlichtes Bett stand an der dem Berg abgewandten Seite. Daneben zum Eingang gerichtet befand sich eine Holzkommode, auf der ein zusammengerolltes Manuskript und ein einarmiger Kerzenständer postiert waren. Von dem komplett abgebrannten Kerzenstumpf verteilten sich zu allen Seiten ausgelaufenen Wachsreste. Dann war da noch Helmkos großer Kleiderschrank, der zwischen dem Bett und der Außenwand postiert war, und zwar rechts des Fensters.


 


Der Magier betrachtete den Raum eingehend. Er stellte es sich vor, was sich alles in den letzten zweiundeinhalb Monaten darin abgespielt hatte, seitdem er sein Zuhause verlassen hatte. Er selbst war in dieser Zeit gestorben und wieder ins Leben zurückgekehrt. Er hatte zahlreiche Gefahren überstanden. Ja, er hatte sogar den Aufenthalt in der Zwischenwelt und den Angriff der Schwarzfalter überstanden.


 


Nun aber kehrte er zurück und fand das versteckte Fach, das neben seinem Bett in den Holzdielenboden eingelassen war, geöffnete vor. Die Klappe zu seinem Versteck lehnte gegen die Wand, und als sich der Magier der Luke näherte, blickte er in ein leeres Fach. Alle Artefakte, die er dort teils in Magiehüllen, teils unverschlossen aufbewahrte, waren verschwunden.


 


Inbrünstig hoffte Helmko, dass es tatsächlich sein Lehrling Bermer war, der die magischen Gegenstände barg. Schwankenden Schrittes verließ er seinen Schlafraum. Er durchschritt schwermütig nachdenklich den Flur und trat in den Arbeitsraum hinein. Dort stellte er sich an sein Pult und stützte sich mit seinen Händen auf der alten, verkratzten Tischplatte.


 


So ging er in sich. Er schloss seine Augen und ergründete im Netz der Gefühle, wo sich nun sein Lehrling Bermer aufhielt. Schon seit Tagen hatte er den Kontakt zu ihm verloren. Auch von den magischen Gefühlen seiner Artefakte spürte er nichts. So, als hätten sie sich in Luft aufgelöst. Vielleicht hatte sein Schüler sie in Magiehüllen verschlossen, damit auch Teramon ihn nicht mit dem Magiefinder aufspüren konnte. Natürlich. Denn anders konnte er es sich nicht erklären, warum er die Objekte im Netz nicht mehr spürte.


 


»Wie kann ich Bermer finden?«, fragte sich Helmko laut. »Wie kann ich zu ihm Kontakt aufnehmen und ihm gegen Teramon beistehen?«


 


 


 


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