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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Die unwissende Magierin, Marlene Beer
Marlene Beer

Die unwissende Magierin


Die Reise eines Mädchens

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„Die Mächte Satans sammeln sich zur letzten, entscheidenden Schlacht, GEGEN GOTT…“ Hielm hob bedrohlich die Stimme und riss einen Arm in die Luft. Arah spürte, wie die Leute um sie herum zusammenzuckten, nervös auf der Bank herumrutschten und sich gegenseitig misstrauische Blicke zuwarfen. Als fragten sie sich bereits insgeheim, wer von ihnen wohl einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Hielms Worte brachten eine Welle der Angst und des Misstrauens über die gutgläubigen und einfältigen Dorfbewohner. Selbst der Pater schien dies zu bemerken. Er stand bleich und stirnrunzelnd mit verschränkten Armen hinter Hielm und seine Augen waren zu schmalen Schlitzen verengt. Auch Drahbegg spürte, wie der Exorzist die Gedanken der leichtgläubigen Menschen vergiftete und seiner Miene nach zu schließen war er genauso entsetzt darüber wie Arah. „… SEINEN SOHN … UND SEINE KIRCHE!“ Der Exorzist breitete die Arme aus und beendete seinen Satz. Dann befragte er die Versammelten, ob ihnen jemals etwas „Ungewöhnliches “, wie er es nannte, passiert sei. Etwa, ob jemals eine Hexe oder ein Hexer einem Dörfler gegenüber Flüche benutzt habe und dieser daraufhin krank wurde, denn dann müsste eindeutig der Teufel seine Hände im Spiel gehabt haben. Als Arah auf das darauffolgende Schweigen ihren Blick durch die prallgefüllte Kirche wandern ließ, verschlug es ihr den Atem. Fast ausnahmslos nickten die Versammelten, tief in Gedanken versunken zustimmend und zwar Männer wie Frauen. Am liebsten hätte Arah laut aufgeschrieben. Das alles konnte doch nicht wahr sein, was für ein haarsträubender Unsinn! Seid doch nicht so dumm! Es gibt keine Hexen oder Hexer!!! Verzweifelt wiederholte sie immer und immer wieder diesen Gedanken in der sinnlosen Hoffnung, die Leute würden so endlich wieder zur Vernunft kommen. Als Hielm endlich seine Predigt beendet hatte und die Dorfbewohner mit einem letzten mahnenden Blick verabschiedet hatte, leerte sich die Kirche rasch. Nur Arah blieb auf der Bank sitzen. Wie gebannt starrte sie auf das Holzkreuz vorne am Altar und plötzlich kamen ihr wieder Elenors Worte in den Sinn, „… er versucht die Dämonen in schwachen Geistern aufzuspüren.“ Das hatte Elenor vor einigen Tagen auf ihre Frage hin geantwortet, was die Aufgabe eines Exorzisten sei, noch bevor sie Hielm das erste Mal gesehen hatte. Sie hatte sich damals nicht viel dabei gedacht. Jetzt wusste sie zumindest, wie er denn die vermeintlichen Dämonen ausfindig machte. Und sie würde sicher auch bald erfahren, wie er sie vertreiben würde. Obwohl sie inzwischen nicht mehr so begierig darauf war wie noch vor einer Woche. Mit einer Hand auf dem Türknauf um die Kirche zu verlassen, erstarrte Arah plötzlich, als sie Stimmen vernahm. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass noch jemand dageblieben war. Sie hatte geglaubt, dass alle bereits die Kirche verlassen hätten und sie die Letzte wäre. Die Stimme des Exorzisten und die einer Frau drangen an ihr Ohr. Es war die Frau des Schmieds, Ingrid Deff, eine der größten Klatschweiber, die Gelderland zu bieten hatte. Neugierig, was sie wohl mit Hielm zu bereden hatte, musterte Arah, scheinbar höchst interessiert, die Bilder des Leidenswegs Jesu an der Wand. Ohne zu blinzeln, starrte sie gebannt auf das Bild der fünften Station. „Ich habe etwas gesehen … “, murmelte Frau Deff. Ihre Stimme war zaghaft und ungewohnt schüchtern. Verstohlen und vorsichtig drehte Arah leicht den Kopf nach links, um einen kurzen Blick auf die beiden Erwachsenen zu erhaschen. Hielm stand vorne am Altar, ihr den Rücken zugewandt. Arah konnte nicht erkennen, was er tat, denn er drehte sich nicht einmal zu der Frau um, die in der ersten Reihe saß und zu ihm aufblickte. „Komm morgen zu mir, ich werde mir deine Aussage anhören. Der Herr wird dir zum Lohn deine Sünden erlassen!“ Dann drehte er sich langsam zu ihr um und musterte sie mit strengem Blick. „Wie ist dein Name?“ In diesem Moment wurde Arah bewusst, dass es besser wäre, zu gehen, doch ihre Neugier war stärker und gegen besseres Wissen blieb sie regungslos stehen. Schließlich hatten weder der Exorzist noch Frau Deff sie bisher bemerkt, da sie etwas im Schatten unter der gewaltigen Kirchendekoration stand. Langsam und darauf bedacht, bloß keinen Laut von sich zu geben, drehte sie den Kopf noch etwas weiter und lauschte mit gespitzten Ohren. Frau Deff senkte einen Moment beschämt den Blick und schwieg. Hielm schritt langsam auf die Frau zu und mit völlig ungewohnt verständnisvoller Stimme sprach er erneut: „Was du zu Protokoll gibst, ist in meinen Händen sicher. Keine Hexe wird jemals erfahren, wem sie die gerechte Strafe verdankt.“ Arah bis sich wütend auf die Lippen. Frau Deff senkte verschwörerisch den Kopf und ihre Stimme bebte vor unterdrückter Erregung. „Ein Hagel hat vor drei Jahren die ganze Ernte vernichtet″, sagte sie, ″wir konnten nur dank des Vorratsspeicher vor dem Hungertod gerettet werden.″ Sie holte tief Luft und fügte dann unsicher hinzu: ″Das ist bestimmt nicht mit rechten Dingen zugegangen.“ Hielm lächelte zufrieden, genau solche Dinge schien er erwartet zu haben. Er trat noch einen Schritt auf sie zu. Sie waren sich nun so nahe, dass sich ihre Nasenspitzen beinahe berührten. Arah konnte den ängstlichen Blick auf Frau Deffs Gesicht erkennen. Und nach einigen peinlichen Minuten des Schweigens räusperte sie sich. „Wer die Macht hat so etwas zu bewirken - ″, flüsterte sie zaghaft und Arah drehte den Kopf so weit, dass sie sich fast den Hals verrenkt hätte, ″- der hat auch die Macht sich furchtbar an einem gläubigen Christen zu rächen.“ Ihre Stimme zitterte und erstarb. Hielm hob die Hand, wie um die Frau zu segnen. „Du stehst nun unter Gottes Schutz, der Herr will, dass die Hexen vernichtet werden“, sagte er mit ruhiger Stimme. Die Frau sah ihn einen Moment unsicher an, bis sie sagte, „Ich würde es mir nie anmaßen Ihnen zu widersprechen, aber- ″, sie holte tief Luft, ″aber was ist, wenn die Hexe nun durch ihre Zauberkraft doch etwas davon erfährt?“ Zorn stieg in Arah auf, sie begriff nun, was Frau Deff beabsichtigte - sie wollte jemanden als Hexe bei Hielm anschwärzen. Das konnte doch nicht ihr Ernst sein! Du falsche Schlange! schoss es Arah wütend durch den Kopf. Das alles konnte einfach nicht wahr sein, es gab doch gar keine Hexen! Sie war so wütend, dass sie ihr am liebsten einen Hieb verpasst hätte um ihrem Zorn Luft zu machen, doch aus Furcht, entdeckt zu werden, bis sie sich stattdessen noch fester auf die bereits schmerzenden Lippen und ballte die Fäuste. „Eine Hexe ist nichts durch ihre Zauberkraft, alles kommt vom Teufel, dem sie untertan ist“, sagte der Geistliche mit strenger Stimme, die keinen Widerspruch zuließ. Dann, aus unerklärlichen Gründen ließ er langsam den Blick durch die leeren Bänke schweifen und noch bevor Arah wusste, wie ihr geschah, hatte Hielm sie auch schon entdeckt. Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.


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