Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Fantasy Bücher > Bluthochzeit
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Bluthochzeit, R.O.Schäfer
R.O.Schäfer

Bluthochzeit


Fletchers Kampf

Bewertung:
(47)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
402
Dieses Buch jetzt kaufen bei:
Drucken Empfehlen

»Verfluchte Scheißkarre!« Mit einem kräftigen Schwung warf ich die Motorhaube nach unten. Mit einem blechernen Scheppern fiel sie wieder in das Schloss.


Ich stand zusammen mit Tom auf einem Parkplatz auf der M25 Richtung Windsor und wusste erst einmal nicht mehr weiter. Müde und wütend setzte ich mich auf einen Randstein und starrte stumpfsinnig vor mich hin.


»Na komm schon Fletscher. Der muss nur kurz ein wenig abkühlen und gleich geht es bestimmt wieder weiter«, sagte Tom und deutete mit seiner Hand zum Auto. Mein uralter Audi 80 hatte das hohe Tempo, welches ich einschlug, einfach nicht verkraftet und plötzlich den Geist aufgegeben. Mit dampfender Motorhaube war ich gerade noch auf den Rastplatz zum Stehen gekommen.


Ich schaute Tom an, aber momentan war ich nicht gerade sehr optimistisch.


Kurz schloss ich die Augen und ließ die letzten Geschehnisse Revue passieren.


Vor kurzem war mir die sonderbare Gabe zuteilgeworden Geister sehen zu können. Warum oder weshalb konnte ich mir beim besten Willen nicht erklären. Ich war noch nie ein sehr religiöser Mensch gewesen und hatte, bis auf ein paar Horrorfilme im Kino, auch nicht das geringste für parapsychologische Geschehnisse über. Tom, der jetzt neben mir stand, hatte als erster Geist zu mir Kontakt aufgenommen und nach einigen Anfangsschwierigkeiten, waren wir gute Freunde geworden. Durch einen unliebsamen Geist kamen wir beide in große Schwierigkeiten und brauchten professionelle Hilfe. Aber wo zum Kuckuck bekommt man diese her? Im Telefonbuch findet man unter G wie Ghosthunter keinen Eintrag.


Durch puren Zufall traf ich dann auf Alison. Ach Alison ... was soll ich euch sagen? Eine absolute Traumfrau. Nicht nur ihr Körper, die langen Haare und diese magischen grünen Augen. Nein. Ihre Art zog mich einfach in ihren Bann. Sie konnte Verhalten aus mir herauskitzeln, die ich mir selber nie zugetraut hätte.


Selbst das Rauchen hatte ich für sie aufgegeben. Einfach so, ohne lange zu überlegen. Bisher war ich mir nur nicht im Klaren, ob meine Gefühle einseitiger Natur waren. Ab und zu hatte sie mir schon das Gefühl gegeben, mehr für mich zu empfinden. Dann aber war da so etwas wie eine unsichtbare Mauer gewesen, an der wir beide nicht weiter kamen. Vielleicht Schatten der Vergangenheit.


Naja. Auf jeden Fall war sie mir eine große Hilfe gewesen. Sie besaß einen kleinen Esoterik Laden und hatte gerade auf dem Gebiet der Parapsychologie unheimlich viel Ahnung. Wir drei zusammen schafften also das fast Unmögliche und konnten diese dunkle Bedrohung aufhalten. Dabei kam ich in den Besitz eines Artefakts mit magischen Eigenschaften. Ein hölzerner Richterhammer, der es mir ermöglichte, Geister an Orte zu verbannen, von denen eine Flucht für diese schier unmöglich war.


Kaum aber war dieses Abenteuer überstanden, hatten wir versucht, ein Rätsel in Clapham Woods zu lösen. Ein kleiner Junge war verschwunden und durch unsere Forschungen vor Ort, konnten wir ihn retten und eine Sekte daran hindern, eine griechische Gottheit für ihre Zwecke einzusetzen.


Als kleines Geschenk für Alison hatte sie nach diesem Vorfall nun auch diese vermeintliche Gabe, Geister sehen zu können. Kaum aber hatten wir uns davon erholt, wurde sie abends auf unerklärliche Weise aus dem Badezimmer entführt. Ein unheimlicher Schattenmann hatte mir daraufhin eröffnet, dass Alison in der Gewalt eines Vampirs war. Sein Name war Absolom. Dieser solle sie in sein Versteck in Warwickshire gebracht haben. Geister, Götter, Dämonen und jetzt ein Vampir. Was nur hatte ich verbrochen, um mich mit solchen Sachen auseinanderzusetzen? Ich setzte mich also mit Tom in mein Auto und gab Gas. Ich wollte so schnell wie möglich Alison finden und wenn irgendwie möglich, aus den Händen dieses Blutsaugers retten. Wie ich das anstellen sollte, war mir bisher noch ein Rätsel. Mein gesammeltes Wissen über diese Blutsauger begrenzte sich leider immer noch auf diverse Horrorschinken aus den 80er Jahren. Als ehemaliger Video Junkie hatte ich natürlich auch Vampierfilme geschaut. Also sollte ich mich auf jeden Fall mit Weihwasser, Knoblauch und einem Holzpflock bewaffnen, wenn ich diesem Absolom gegenübertreten würde.


Das aber war jetzt erst einmal nebensächlich, denn wie ich, mit einem Blick auf mein Auto feststellte, war eine momentane Weiterfahrt unmöglich. Immer noch krochen kleine Dampfwölkchen unter der Motorhaube hervor.


»Hast du vielleicht zufällig noch eine Wasserflasche im Auto?«


Tom riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaute auf und schüttelte missmutig meinen Kopf.


»Ne sorry. Daran hab ich leider nicht gedacht. Wusste ja nicht, dass mein Motor den Geist aufgeben würde, nur weil ich einmal ausnahmsweise schneller als 50 Meilen fahren würde.«


»Also ich hab dich mehr als einmal daran erinnert, dass dein Auto die wilde Fahrt wohl nicht lange mitmachen würde«, sagte Tom.


»Du hast darauf nicht reagiert, sondern weiter mit angespanntem Kiefer und runtergetretenem Gaspedal die Autos vor dir hergescheucht.«


Ich wischte mit dem Arm durch die Luft.


»Weißt du Tom, was ich noch weniger gebrauchen kann als eine Motorpanne?«


»Ne sag an«, gab Tom zurück.


»Deine Klugscheißerei!« Ich wusste natürlich das er Recht hatte, aber die Sorge um Alison hatte mich alle Vorsicht vergessen lassen. Ich wusste gerade nicht weiter und meine Angst um sie wurde verständlicherweise immer größer.


Ich drückte meinen müden Körper wieder in die Senkrechte und starrte die immer noch qualmende Blechkarre an. Meine Blicke streiften über den Parkplatz, aber außer uns hatte wohl sonst niemand Lust auf eine kleine Pause. Ein kalter Wind pfiff über den kargen Platz und ich zog den Reißverschluss meiner Jacke ein wenig höher. Ich öffnete die Beifahrertür und setzte mich schräg auf den Sitz. Irgendwo musste doch meine alte Straßenkarte sein. Ich durchwühlte mein Handschuhfach. Alte Schokoriegelverpackungen, ein paar Ersatzsicher­ungen und ein bisschen Kleingeld. Na hervorragend. Genau das, was ich jetzt gebrauchen könnte, war natürlich nicht zu finden.


»Suchst du was Bestimmtes?«, fragte Tom.


»Meine alte Straßenkarte«, brummelte ich zurück.


»Manche Leute sind ja schon im 21ten Jahrhundert an­gekommen und besitzen ein Navi«, höhnte Tom.


Mit säuerlicher Miene schaute ich ihn an. Sein Grinsen verflog.


»Schon gut, schon gut. Tut mir leid. Ich habe auch Angst um Alison, aber wenn wir hier Trübsalblasen, können wir ihr auch nicht helfen.


Außerdem weiß ich, wo dein Kartenmaterial zu finden ist.«


»Und das wäre Tom?«, gab ich leicht gereizt zurück.


»Schau mal unter deinem Fahrersitz nach.«


Ich verbog mich, um unter den Fahrersitz mit meiner Hand zu nesteln, und bekam ein Stück Papier zu fassen. Als ich daran zog, kam die Karte zerknittert und verstaubt zum Vorschein.


»Wie ist sie denn darunter geraten?« Verwundert kratzte ich mich am Kopf. Zuletzt hatte sie Alison noch gebraucht, um unseren Weg nach Clapham herauszufinden.


»Ich habe gesehen, wie du sie, als wir in Clapham ankamen, unter deinen Sitz gestopft hast.«


Tom schien zufrieden mit sich. Ich breitet die Karte auf meinen Knien aus und strich sie ein wenig glatt. Mein Finger fuhr unsere bisher zurückgelegte Strecke nach und kam an der Markierung für den Rastplatz zum Stehen.


»Wir haben gerade mal die Hälfte des Weges hinter uns gebracht. Mit dem Wagen wären es vielleicht noch eine Stunde Fahrt gewesen.« Ich grübelte, ob es eine Möglichkeit geben würde, unser Ziel anderweitig zu erreichen. Zu Fuß war es viel zu weit und ich hätte das meiste Gepäck hier lassen müssen. Außerdem bräuchte ich das Auto vor Ort. Es war wirklich zum Verrücktwerden. Man konnte das Gefühl bekommen, dass uns irgendeine fremde Macht davon abhalten wollte, an unserem Ziel anzukommen.


Ich haderte noch mit mir selbst, als ich das Quietschen von Bremsen hörte. Überrascht blickte ich auf und sah in Toms Gesicht.


Er wies mit der Hand nach links hinter unser Auto.


»Wir haben Besuch bekommen«, sagte er.


Ich faltete die Karte wieder zusammen und legte sie auf das Armaturenbrett.


Man konnte hören, wie die Autotür des Wagens, der gerade angekommen war, geöffnet wurde und dann wieder ins Schloss fiel.


Es war ja nichts Ungewöhnliches daran, dass jemand auf einem Rastplatz hielt, aber ich war neugierig, ob es jemand wäre, der mir vielleicht mit meinem Autoproblem helfen könnte.


Also stemmte ich mich wieder aus meiner Sitzposition hoch und schaute mir den Neuankömmling an.


Eine junge Frau war mit ihrem Wagen angekommen. Das wars dann wohl mit der Hilfe für meinen Motor. So wie die Frau aussah, war sie mehr künstlerischen oder filigranen Hobbys zugetan. Sie schien schon eine längere Fahrt hinter sich gehabt zu haben, denn sie dehnte und streckte sich ausgiebig. Ihr kurzes blondes Haar war wirklich auffallend. Es glänzte silbrig im Sonnenlicht. Sie war eher klein und hatte eine entzückende Figur. Als Kleidung hatte sie sich eine Jeans Latzhose ausgewählt. Ein Träger baumelte lässig nach unten. Die Hosenbeine waren hochgekrempelt und die Füße steckten in Ledernden Flip Flops.


Obwohl es nicht gerade sommerlich warm war, bestand ihre Oberbekleidung nur aus einem eng anliegenden weißen Top. Sie ließ noch ein paar Mal den Rumpf kreisen und erblickte mich dann. Sie stockte kurz, hob dann aber die Hand zum Gruß und schlappte zu mir herüber.


Kurz registrierte ich Tom an meiner Seite, der unüblicherweise mal den Mund hielt.


»Hey. Auch kleines Päuschen machen?«, begrüßte mich Blondi.


Vom Nahen sah sie noch attraktiver aus. Ein kleines Stupsnäschen mit ein paar verstreuten Sommersprossen. Schön geschwungene Lippen und große braune Augen schauten mich keck an.


 


Sie stemmte die Hände in die Hüften und blickte mich fragend an. Ein wenig erinnerte mich ihre Ausdrucksweise an Alison und ein Stich bohrte sich durch mein Herz. 


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2018 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs