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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe 13 - Das zweite Buch der Zeit, Rose Snow
Rose Snow

13 - Das zweite Buch der Zeit



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Das nasse Gras klatschte gegen meine Unterschenkel, als ich quer durch die Weingärten rannte. Zuerst hatte ich vorgehabt, den gewundenen Weg hinunter zur Bushaltestelle zu nehmen, doch als ich abgesehen von dem Partylärm plötzlich auch noch Rouvens Stimme hinter mir gehört hatte, war ich blindlings nach rechts abgebogen. Das Haus der Wellingers stellte die einzige Lichtquelle dar, als ich zwischen den Weinstöcken hindurchrannte und ihre regenfeuchten Schutznetze über meine nackten Arme streiften. Meine Füße flogen regelrecht über den Boden und ich redete mir ein, dass ich nur nach vorn sehen durfte und nicht zurück.


Ich schaffte es einfach nicht, das Bild von Alexa aus dem Kopf zu bekommen, wie sie ihre Arme um Rouvens Nacken geschlungen hatte, um ihn noch näher an sich zu ziehen.


„Lizzy! Bleib stehen!“, erklang Rouvens Stimme irgendwo hinter mir in der Dunkelheit und ich rannte noch schneller. Mein Herz trommelte in meiner Brust und meine Lungen stachen von der Anstrengung, aber ich würde nicht stehen bleiben. Ich würde nicht zulassen, dass er mich einholte und mir dann zu erklären versuchte, was da gerade passiert war. Denn ich hatte es miterlebt. Und es war eindeutig gewesen, dass die beiden trotz all der fremden Menschen ringsum von ihren Gefühlen überwältigt worden waren. Der Gedanke tat so weh, dass mir Tränen in die Augen stiegen, doch ich blinzelte sie verärgert zurück.


Nach Atem ringend erreichte ich eine Kreuzung in den Gängen zwischen den Weinstöcken und schlitterte nach links um die Kurve. Dabei trug mich mein Schwung weiter als geplant und ich schrie leise auf, als ich in der feuchten Erde ausglitt und der Länge nach hinfiel.


„Lizzy!“, ertönte Rouvens tiefe Stimme ein weiteres Mal knapp hinter mir und ich stemmte mich keuchend in die Höhe, da ich absolut keine Lust hatte, mit ihm zu reden. Ich war so verletzt und gleichzeitig wütend, dass ich ihn am liebsten angeschrien hätte, mich in Ruhe zu lassen, aber die Genugtuung wollte ich ihm nicht geben.


Stattdessen rannte ich weiter, nur weg von ihm, auf eine Art Scheune zu, die sich etwa zwanzig Meter vor mir aus der Dunkelheit erhob. Sie befand sich zwischen zwei Abschnitten mit Weinstöcken und ich betete, dass sie offen war und ich ihm die Tür vor der Nase zuschlagen konnte.


„Lizzy, bleib stehen!“, hörte ich Rouven brüllen, als ich die Scheune schon fast erreicht hatte. Atemlos hetzte ich hinein und sah vor mir die Umrisse einiger traktorähnlicher Maschinen. Im nächsten Moment spürte ich, wie mich jemand an der Taille packte und mühelos in die Höhe hob.


„Lass mich los!“, schrie ich wütend und strampelte hysterisch mit den Beinen, während violette Lichtblitze um uns herumzischten und mich sein Geruch und seine Wärme überall umfingen.


„Hier drin sind Sensen und Hochgrasmäher, ich werde dich sicher nicht loslassen“, keuchte er nah an meinem Ohr und hielt mich gegen seine feste Brust gedrückt, hinter der ich sein heftig pochendes Herz spüren konnte.


„Lass mich sofort runter, Rouven!“, fauchte ich wütend und wand mich noch mehr in seinen Armen, doch er ließ mich erst runter, als er eine Ecke des Schuppens erreicht hatte, in dem sich offenbar keine Gerätschaften befanden, mit denen ich mich umbringen konnte. Als ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, riss ich mich los und funkelte ihn böse an. Die Scheune war noch relativ neu und roch angenehm nach frisch geschnittenem Gras, das war aber schon das einzig Positive. Hier drinnen war es noch dunkler als draußen, doch das Licht reichte, um Rouvens Konturen gut zu erkennen – nicht aber sein Gesicht, das im Schatten lag. Ich war noch immer so wütend, weil er mich einfach festgehalten hatte, dass ich ihm am liebsten einen Stoß vor die Brust versetzt hätte. Schwer atmend heftete ich meinen Blick auf ihn. „Geh mir aus dem Weg.“


„Und dann? Stürzt du dich dann in eine Sense?“


Ich schnaubte verärgert. „Glaub mir, ich stehe nicht genug auf dich, um deswegen Selbstmord zu begehen, Rouven.“


Er zog eine Augenbraue hoch. „Und wieso bist du dann weggerannt, nur weil Alexa und ich bei dem verdammten Spiel mitgespielt haben?“


Wutentbrannt schüttelte ich den Kopf. „Ihr habt weit mehr gemacht, als nur mitzuspielen, und das weißt du auch.“


„Ach ja?“, fragte er kühl. „Soviel ich mitbekommen habe, hast du heute auch einige Spielchen gespielt, Lizzy.“


„Wie meinst du das?“, fauchte ich. „Ich spiele überhaupt keine Spielchen!“


Er schnaubte leise, bevor er noch näher kam. „Bist du dir da ganz sicher?“


Schon allein der Klang seiner Stimme jagte ein Prickeln durch meinen Körper, das ganz und gar unangebracht war, dennoch versuchte ich, mir davon nichts anmerken zu lassen.


„Versuch nicht, abzulenken“, stieß ich hervor. „Du bist derjenige, der sich gerade wie ein Arsch aufgeführt hat – immerhin hast du gestern erst mich geküsst.“


Rouven schloss den Abstand zwischen uns, bis er so nah vor mir stand, dass mir jeder Muskel seines Körpers quälend bewusst war. „Ich benehme mich also wie ein Arsch?“, wiederholte er leise und funkelte mich an.


Zitternd blickte ich zu ihm hoch. Seine Nähe war so verwirrend und erregend zugleich, dass ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Stumm hob ich das Kinn und funkelte zurück. „Willst du etwa leugnen, dass du uns beide geküsst hast?“


„Willst du etwa leugnen, dass du mit Tristan geflirtet hast?“


Ungläubig schüttelte ich den Kopf. „Ist das dein Ernst? Du versuchst von deiner Schuld abzulenken, indem du Tristan ins Spiel bringst?“


„Von meiner Schuld?“ Er lachte kurz und bitter auf. „Es war nur ein verdammtes Spiel!“, brach es dann aus ihm heraus.


„Es war mehr als das!“, schrie ich.


„Nein, war es nicht!“, brüllte er zurück. „Was hätte ich denn machen sollen? Deine Schwester vor den Kopf stoßen, indem ich sie nach Ablauf der Zeit wegstoße, als hätte ich mich verbrannt?“


„Das wäre zumindest eine Möglichkeit gewesen!“, schrie ich, obwohl eine leise Stimme in mir sagte, dass es ein wenig unfair von mir war, das von ihm zu verlangen.


„Ich hätte sie also wirklich vor allen Leuten blamieren sollen?“, fragte Rouven scharf und ich schüttelte wütend den Kopf. „Jetzt tu doch nicht so, als ob du es nicht genossen hättest.“


Rouven stieß einen Fluch aus. „Ich habe es verdammt noch mal nicht genossen!“


„Das hat aber anders ausgesehen.“


„Dafür kann ich doch nichts!“, brüllte er und ich stockte, als mir wieder einfiel, dass es Alexa gewesen war, die ihre Arme um seinen Hals geschlungen hatte. Und dass Rouven sie seinerseits nicht an sich gezogen hatte.


„Aber … die Anzeichen“, meinte ich schließlich schwach und versuchte, die Nähe seines warmen Körpers zu ignorieren, obwohl ich das Gefühl hatte, als würde Rouven meine ganze verdammte Welt einnehmen.


Er schnaufte leise. „Was für Anzeichen?“


„Du hast deine Hände auf ihre Hüften gelegt.“


„Ja, weil sie fast hingefallen wäre“, knurrte er. „Dafür hast du Tristans Hand genommen.“


„Du hast Alexa vorhin schließlich auch die Hand gegeben“, konterte ich wütend.


Er schnaubte. „Ja, aber du hast Tristan mitten auf den Mund geküsst.“


Ich schnaufte. „Aber doch nicht mit Absicht! Und selbst wenn es so gewesen wäre, hätte es nicht gerechtfertigt, wie du sie angesehen hast!“


„Wie habe ich sie denn angesehen?“


„Auf eine Art, wie du eigentlich …“ Meine Stimme brach und ich hatte das Gefühl, in seinen dunklen Augen zu versinken, die mich eindringlich anstarrten.


„Wie ich eigentlich dich hätte ansehen sollen?“, fragte er schließlich und ich fühlte mich außerstande, zu antworten. Mein ganzer Körper vibrierte regelrecht von der Spannung, ihm so nah zu sein, während ich ihn gleichzeitig dafür hasste, dass er so eine Anziehung auf mich ausüben musste. Warum konnte ich nicht einfach auf Tristan stehen? Warum musste es so kompliziert sein?


In diesem Moment wollte ich nur weg. Weg von ihm, weg von dieser Party, weg aus Kirchbruch.


„Weißt du was? Vergiss es einfach“, fauchte ich. Meine Hände landeten auf seiner breiten Brust und ich versuchte, ihn fortzuschieben, was sich als unmöglich herausstellte. Genauso gut hätte ich versuchen können, einen Berg zu verrücken.


„Lass das“, knurrte Rouven. „Wir sind hier noch nicht fertig.“


„Und ob wir hier fertig sind!“, erwiderte ich heftig und versetzte ihm einen Stoß vor die Brust, bei dem violette Lichtblitze rechts und links zur Seite sprangen. „Ich bin so was von fertig mit dir. Glaub mir, Rouven, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie fertig –“


Weiter kam ich nicht, da er im nächsten Moment meine Hüften zu sich heranzog und seinen Mund auf meinen presste. Ein violettes Lichterfeuerwerk stob rings um uns in die Höhe und ohne es zu wollen, stöhnte ich auf, als sich die ganze Wut innerhalb eines Herzschlags in glühende Leidenschaft verwandelte. Meine Hände entwickelten ein Eigenleben und zogen ihn noch näher an mich heran, während seine Zunge zwischen meine Lippen stieß und ich mich ihm keuchend entgegenwölbte. Mit einem Knurren drückte Rouven mich gegen die Wand und alle Emotionen, die ich so lange zurückgehalten hatte, brachen auf einmal aus mir heraus. Der Schmerz, die Eifersucht, mein Verlangen – alles ergoss sich aus mir wie in einer unaufhaltsamen Welle und ließ die violetten Blitze absolut verrücktspielen. Keuchend zog ich ihn noch näher an mich und vergrub meine Finger in seinem Haar. Er erschauderte und presste mich an sich, während er seinen Kuss intensivierte. Jeder Zentimeter meines Körpers stand in Flammen und ich hörte nur noch unseren heftigen Atem und das Trommeln meines Herzens, als er seine Hände von meinen Hüften tiefer gleiten ließ und über meine nackten Oberschenkel strich. Mein Denken setzte aus. Seine Berührungen auf meiner Haut waren so ziemlich das Beste, was ich je gespürt hatte, und ich fühlte, wie meine Knie weich wurden, bis ich glaubte, nicht mehr länger stehen zu können.


„Rouven“, flüsterte ich und er hob mich hoch, als würde ich nichts wiegen. Wie von selbst schlossen sich meine Beine um seine Taille und wir stöhnten gleichzeitig auf, während wir uns in die Augen starrten. Das Verlangen in seinem Blick fuhr wie eine glühende Hitze durch meinen Körper und ich hatte das Gefühl, mich darin komplett aufzulösen. Wieder verschmolzen unsere Lippen miteinander, während er sich mit mir nach rechts drehte und ein paar Schritte durch die Dunkelheit machte. Der Geruch von frischem Heu drang mir in die Nase und im nächsten Moment spürte ich, wie er mich hinunterließ und sanft auf eine weiche Unterlage bettete.




 


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