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Leseproben online - Schmökern in Büchern

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Aus dem Kokon geschlüpft


von Marion Cremer

esoterik_buecher
ISBN13-Nummer:
9783837006162
Ausstattung:
60 Seiten Größe: 21,2 x 13,6 x 0,6 cm
Preis:
7,99 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Books on Demand GmbH, Norderstedt
Kontakt zum Autor oder Verlag:
hallo@marioncremer.com
Leseprobe

Die Reise zum „Ich"

 

Auf der Wiese steht ein großer alter Baum mit hoher Krone und weit verzweigten Ästen. Überall blühen Blu­men in leuchtenden Farben und Schmetterlinge fliegen umher. Ich stehe mitten in dieser Pracht und sehe ihnen zu, wie sie luftig und leicht von Blüte zu Blüte flattern. Etwas entfernt ist ein kleines, altes Haus mit Butzen­scheiben. Ich gehe darauf zu und öffne die knarrende, grüne Holztür. Das ganze Haus besteht aus einem großen Raum. Vom Eingang aus kann ich bis unter die Dachsparren schauen. Innen ist es karg eingerichtet. Nur eine Eckbank, ein schwerer Holztisch und ein prasseln­des Kaminfeuer be­finden sich darin. Sowie eine Falltür, von der es über eine Treppe in den Keller hinab geht. Hier finden sich ein paar Kisten mit alter Kleidung, or­dentlich abgelegte Akten, ein Karton mit Photos von meiner Familie - und noch eine Falltür.

Nein, da will ich nicht hinunter. Dort ist ein furchtbares Monster. Nur unter Mühe und mit heftigster innerer Ge­genwehr öffne ich die zweite Falltür. Vor mir, hinter einer Wand aus Panzerglas, steht „das Mons­ter" - ich selbst, nur jünger, mit Krallen und Feuer spuckend, to­bend und kreischend. Ich habe Angst. Was passiert, wenn ich diese Furie heraus lasse? Zerfetzt sie mich?

Lange überlege ich, was ich tun soll. „Das Monster" tut mir leid, ein­gesperrt hinter dieser Glaswand. Zugleich macht es mir Angst. Dann fälle ich meinen Entschluss, trete vorsichtig zur Seite und sperre auf. Das Monster schießt an mir vorbei, nach oben und ins Freie, auf die Wiese. Das ist der Beginn ...

 

 

So fing es an, mit der ersten Führung in meine inneren Bilder. Etwas nervös und aufgeregt, aber zugleich neugierig und voller Vorfreude, ließ ich mich auf dieses Abenteuer ein. Begeistern konnte mich dazu, neben den Ausführungen meines Therapeuten, das Buch „Masken­ball der Seele" von Matthias Wendel. Darin hatte ich gelesen, welche The­men während einer Reinkarnations-the­rapie auftauchen können und ich fand die Schil-derungen darin höchst interessant. Auf das, was ich dann alles selbst erfahren durfte, hätte mich allerdings wohl kein Buch auf dieser Welt vorbereiten können.

 

Das freundliche und helle Bild der Wiese entsprach meiner Stimmung und Schmetterlinge habe ich schon im­mer geliebt. Deren Leichtigkeit und Farbigkeit faszinie­ren mich seit jeher. Auch der Gang in den ers­ten Keller machte mir nichts aus. Den kannte ich gut durch die Aus­einandersetzung mit meinem Horoskop. Hier lag all das, ordentlich verstaut und verpackt, was ich mir bereits angesehen hatte. Erleichtert blickte ich mich um und betrachtete das Ergebnis meiner bisherigen Arbeit an meinen inneren Themen. Ich stellte zufrieden fest, dass ich eine ganze Menge erreicht hatte. Fein säuberlich gesta­pelt meine „alte Kleidung", Masken und Äußerlich­keiten, die ich inzwischen abgelegt hatte. Akten mit Erfahrungen und voller theoretisch bearbeiteter The­men, die als bereits abgehakt und fertig gestellt in diesem Keller archi­viert wurden. Genau wie die alten Familien-bil­der. Alles bekannt und bestens verstaut.

 

Doch dann ging es tiefer. Angst breitete sich in mir aus. Wieso noch einen Keller tiefer? Davon war zuvor aber keine Rede gewesen! Nur widerwillig fand ich den Zu­gang zu diesem zweiten Keller und öffnen wollte ich ihn schon gar nicht. Als ich es schließlich doch tat und „das

Monster" sah, hätte ich am allerliebsten gleich die Tür kräftig wieder zugeschlagen und mehrfach sicher verrie­gelt. So ganz nebenbei - das habe ich in dieser Sitzung auch ein paar Mal getan. Nur änderte das leider nichts. Dieser abgeschobene, wü­tende und zor­nige, traurige und zutiefst verletzte Teil von mir war schließlich trotz­dem da. Tief verborgen, weg ge­sperrt und sicher verriegelt, aber trotz allem vorhanden. Nicht umsonst hatte ich mich zu dieser Reise aus einem inneren Bedürfnis heraus ent­schlossen.

 

Natürlich hätte ich jetzt einfach wieder zumachen, aufste­hen und die Sitzung beenden können. Dies wäre der ein­fachste und schnellste Weg gewesen. Das Monster in seinem Gefängnis einfach vergessen. Doch zu diesem Zeitpunkt war mir längst klar, dass dieser Wesensanteil genau derjenige in mir ist, der immer im unpassendsten Moment zum Vorschein kommt. Genau der Anteil, der mich daran hindert, glück­lich und frei zu leben. Man kann nämlich nicht glücklich und frei leben, wenn man sich selbst einsperrt und sei es nur teilweise. Das funktio­niert einfach nicht.

 

Es kostete mich unglaubliche Überwindung, diese Furie aus ihrem Ge­fängnis herauszulassen. Ich hatte Angst, ganz tiefe Angst. Sie grum­melte im Bauch, drückte auf die Kehle und nahm mir die Luft. War es gut gewesen, das zu tun? Bin ich eigentlich noch ganz bei Verstand?

 

Egal, es ist jetzt einfach so. Irgendwo war es bei aller Angst auch be­freiend. Wie auch immer es jetzt weiter geht, der Anfang ist gemacht. Ab jetzt gibt es kein zurück mehr. „Das Monster" ist frei.

Klappentext

Die eigenen inneren Bilder zu entdecken und in Bezug zur derzeitigen Lebenssituation zu setzen, ist eines der größten Abenteuer. Diese spannende Reise in die Tiefen des Unterbewußtseins macht Lust, sich selbst auf den Weg zur Entdeckung des eigenen Ichs zu machen, um anschliessend stärker, bewußter und voller Lebensfreude daraus hervorzugehen.