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> Belletristik > Zuckerrot und Blaubeergelb
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Belletristik
Buch Leseprobe Zuckerrot und Blaubeergelb, Kaja Linnegart
Kaja Linnegart

Zuckerrot und Blaubeergelb


Ein Roman aus dem Leben

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Der Typ über mir beispielsweise. Jeden Morgen steht er auf und pinkelt erst mal unüberhörbar. Dann stellt er das Radio an. Früher mixte er sich lautstark einen Smoothie in einem Gerät, das vermutlich so vorsintflutlich ist, dass man meinen könnte, ein Helikopter lande gleich auf dem Dach. Im Anschluss klapperte er mit Geschirr, schlug Schranktüren zu und ging mit dem Radio ins Bad, um zu duschen. Noch früher ging er nach dem Smoothie nicht duschen, sondern rannte mit einem voll professionellen Equipment elektronischer Geräte aus dem Haus, um schwitzend zurückzukommen, wenn er sein sportliches Pensum geschafft hatte. Das war ziemlich klein. Aber vorübergehend kam eine neu eroberte Chinesin dazwischen. Vielleicht auch eine Koreanerin. Die Liaison hielt etwa zwei Wochen. Zumindest endete das unvermittelt einsetzende Stöhnen und rhythmische Rumpeln – das Tag und Nacht zum Programm wurde –, nach kurzer Episode abrupt und trat danach nie wieder auf. Seither joggt er nur noch unregelmäßig. Seine Routine scheint durch diese Erfahrung gestört worden zu sein, und nun ist er ein wenig übergewichtig. Der Smoothie ist auch weg, das Klappern und das Radio sind geblieben. Trotzdem frage ich mich, ob die Chinesin nach der heftigen Affäre wieder in China sitzt. Natürlich könnte ich ihn einfach fragen, jedenfalls theoretisch. Aber das erlauben die Umgangsformen zwischen sich fremden Menschen nicht, obwohl man weit mehr von deren Leben mitbekommt, als man möchte. Wie sollte das auch ablaufen? Klopfen. Öffnen. „Entschuldigung, wenn ich Sie am Abend durch mein spontanes Auftauchen störe. Es gibt da etwas, das mir keine Ruhe lässt. Nun, es ist auch nicht so, dass ich jede Minute darüber nachdächte, aber jucken würde es mich eben schon ... Wo ist denn die Chinesin hin?“ Womöglich wäre er eben wegen jenes Abweichens von der Norm, das nicht zu fragen, so irritiert, dass er zurückfragte: „Welche Chinesin???“ Was sollte man dann antworten? „Na, die Chinesin, die eine Weile wie eine Irre geschrien hat, wenn Sie mit ihr Sex hatten!?“ Noch schlimmer, wenn es gar keine Chinesin war, sondern doch eine Koreanerin.


 



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