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Irrweg 1935: Als eine der letzten jüdischen Schülerinnen habe ich an einem Berliner Lyzeum das Abitur ab-gelegt. Die anschließende Reise mit meinen Eltern, gedacht als krönender Abschluss meiner Jugend-zeit, wird sich, nicht nur wegen der sich abzeich-nenden düsteren Schatten in Deutschland als Wen-depunkt in meinem Leben erweisen. Das geplante Medizin-Studium werde ich niemals aufnehmen. Die Reise soll uns nach Skandinavien führen, bis hin ans Nordkap. Mein Vater mit seiner Schwäche für einsame Inseln bestimmt Bornholm als erste Station unserer Fahrt. Noch nie in meinem Leben hatte ich diese Fischer-boote gesehen, die nach ihrer nächtlichen Ausfahrt verlassen zur mittäglichen Stunde vor Anker lagen und – verglichen mit den Berliner Ausflugsdamp-fern – einen recht ungepflegten Eindruck vermittel-ten. Neugierig, was wohl mit den Booten geschieht, wenn sie im Einsatz sind, machte ich mich am nächsten Morgen früh um vier auf den Weg zum Fischerhafen.
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Gedichte, Geschichten und Photographien laden den Leser ein, über Verluste nachzudenken, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen und die Erinnerung wach zu halten. Geliebte Menschen, die diese Welt verlassen mussten, Gefühle und Sinne, die verloren scheinen, sind nicht wirklich verschwunden. Ehre und Würde können niemandem wirklich genommen werden, nicht den Ausgestoßenen, weil sie anders sind, nicht den Völkern, die sich nicht unterdrücken ließen.
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