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Weihnachten mit Bibi


Kurzgeschichten

von Bibi Rend

belletristik
ISBN13-Nummer:
9783738617498
Ausstattung:
116 Seiten, Paperback
Preis:
8.99 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
BoD
Kontakt zum Autor oder Verlag:
info@bibi-rend.de
Leseprobe
Plötzlich & unerwartet

 

Andrea und Peter sitzen gemeinsam auf der kleinen Couch in ihrem Wohnzimmer, im Kamin lodert ein wärmespendendes Feuer und vor ihnen steht eine Kanne mit heißem Tee auf dem Stövchen.

»Hast du mal auf den Kalender gesehen?«   Andrea kuschelt sich enger an ihren Mann.

»Hm, Vater hat morgen Geburtstag.« Peters Gedanken schweifen ab, er muss an seine Kindheit denken. Plötzlich springt er auf, Andrea fällt seitlich auf die Sitzfläche.

»Hey, was hat dich denn gebissen?«

»Andrea, wir müssen unbedingt in die Stadt und einkaufen. Wenn Vater morgen Geburtstag hat, dann ist in drei Tagen Weihnachten.« Er beginnt hektisch im Zimmer umherzugehen.

Andrea setzt sich bei seinen Worten ruckartig auf. »Ach du Schreck. Das habe ich ja total vergessen. Weihnachten! Hol mal was zum Schreiben, wir müssen eine Liste für die Geschenke machen.«

Peter nickt ihr zu und geht an den Schreibtisch, um einen Schreibblock und einen Stift zu holen. »Warum muss das immer so schwer sein, für jeden das passende Geschenk zu finden? Reicht es nicht, wenn wir jedem einen Zwanzig-Euro-Schein in eine Karte stecken?«

Sie schüttelt den Kopf und stöhnt leise. »Das habe ich als Kind immer gehasst. Man freut sich auf die Bescherung und steht dann vor einem Berg Weihnachtskarten, in denen sich immer wieder ein unpersönliches Geschenk befindet: Geld! Nein, wir werden für jeden etwas ganz Persönliches aussuchen!«

Ihr Mann holt hörbar Luft und seufzt laut auf. »Für jeden? Du weißt schon, dass wir für neunzehn Personen etwas auf die Schnelle finden müssen? Das artet ja in Arbeit aus – und dazu hab ich jetzt keine Lust, meine entzückende Gemahlin.« Mit einem frechen Grinsen hält er ihr den Schreibblock hin.

»Mein einfallsloser Gemahl, es gibt jetzt wichtigeres als ihre Lust.« Mit ernstem Blick starrt sie auf das leere Blatt.

Damit überhaupt etwas darauf steht, schreibt sie alle Namen untereinander auf. »Die Namen habe ich jetzt, wollen wir bei den Kindern      anfangen?«

Sie unterteilt die einzelnen Familien mit Querstrichen zwischen den Namen.

 

Helmut - Svenja

 

Max - Leonie

 

Dirk - Gesa - Korinna - Vera - Lars

 

Marko - Sylvia - Daniela - Marvin -

 

Anna - Florian - Lena

 

Eike - Astrid - Chantal

 

Peter sieht kopfschüttelnd auf die Liste.

»Eines muss man deinem Bruder Marko lassen, er scheint ein fruchtbares Früchtchen zu sein. Vergiss nicht sein Ungeborenes. Wenn das    genauso schnell auf die Welt kommen möchte wie die anderen Zwerge, dann brauchen wir am Heiligen Abend wieder eine Hebamme.«

Sie lacht fröhlich auf. »Könnte passieren, aber wir Frauen haben ja schon Übung damit, dass Sylvia ihre Kinder immer in den unmöglichsten Situationen bekommt. Kannst du dich noch an die Geburt von Florian erinnern?«

Er lässt sich theatralisch stöhnend auf den Sessel fallen. »Das werde ich nie vergessen können, das kannst du mir glauben. Mir bricht jetzt noch der Schweiß aus.«

Mit einem besinnlichen Leuchten auf dem  Gesicht denken die beiden an die Geburt des kleinen Florians.

Das Baby sollte laut Frauenarzt im Februar  geboren werden, hatte sich aber bereits Mitte Dezember bei dem gemeinsamen Familienurlaub entschlossen, alles auf den Kopf zu stellen.

 

Es war der letzte gemeinsame Urlaub mit der gesamten Familie in den Bergen:

 

Skiurlaub nannten sie es, aber es wurde die reinste Katastrophe mit einem feuchtfröhlichen Ausgang.

Am dritten Advent sind sie morgens früh mit einem Reisebus in die Alpen gefahren, einige wollten Skifahren und die anderen einfach nur die Wintersonne genießen. Es schneite in einer Tour, immer wieder verdunkelte sich der Himmel und dicker Hagel prasselte herunter, um  direkt danach wieder in Schnee überzugehen. Nur die Sonne kam nicht durch.

Kaum an ihrem Ziel angekommen, hagelte es wieder verstärkt und wollte einfach nicht aufhören. Nach vierzehn Stunden Fahrt, nicht das, was die Familie erhofft hatte. Statt sich die Beine vertreten zu können, flüchteten sie in das Hotel.

Über Nacht fielen dann achtzig Zentimeter Neuschnee. Achtzig und es schneite immer noch! Für die aus Norddeutschland stammende Großfamilie unvorstellbar. Drei Tage saßen sie in ihren Hotelzimmern, weil die Schneefräsen gegen die Schneemassen nicht ankamen.

 

 

Endlich am vierten Tag, dem Donnerstag, konnten sie hinausgehen und die frische, klare Bergluft genießen. Die Frauen wollten in dem Ort einen Einkaufsbummel machen und die Männer endlich auf dem Idiotenhügel ihre Künste      erproben, während die Kinder in der hoteleigenen Kita blieben. Voller Unternehmungslust und guter Laune schwärmte die Familie aus.

Klappentext

Weihnachten, ein Fest der Liebe!
Bibi erzählt von lustigen, aber auch von traurigen Begebenheiten, die um die Weihnachtszeit herum spielen, aber alle haben ein Happy End.
Jede einzelne Geschichte wurde von Wiebke Worm illustriert.
Es erwarten Sie vier märchenhafte Kurzgeschichten.