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Voll aus dem Leben


Ein Kneipenbummel mit Koslowski & Co.

von Maximilian Tubè

belletristik
ISBN10-Nummer:
3837030091
ISBN13-Nummer:
9783837030099
Ausstattung:
Paperback, 156 Seiten
Preis:
9,50 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Books on Demand, Norderstedt
Kontakt zum Autor oder Verlag:
maximilian-t@gmx.de
Leseprobe
Weihnachtswettsaufen um die polnische Gans Es war der Tag des heiligen abends, an dem sich alle noch einmal im „Maddins Eck“ ein-gefunden hatten, um sich auf die anstehen-den Feiertage einzustimmen. Maddin, der Wirt, veranstaltete, wie jedes Jahr, von 9 bis 15 Uhr das „Weihnachtswett-saufen um die polnische Gans“. Koslowski war schon seit Tagen aufgeregt und hatte sich daheim mächtig eingetrunken. Galt es doch seine Ehre zu verteidigen. Schließlich war er es, der in den letzten Vier Jahren das Saufgelage zu seinen Gunsten entschieden hatte. Zugegeben, im letzten Jahr war das ganz schön eng geworden. Da war Manner ihm so dicht auf den Fersen, dass nur ein Rülpser zur falschen Zeit die Ent-scheidung gebracht hatte. Mit nur einem ein-fachen Korn lag Koslowski vorn, als Maddin die Kuhglocke läutete und damit den offiziel-len Teil des Saufgelages beendet hatte. Aber das war Vergangenheit. Heute galt es, erneut alles zu geben, sprich alles zu saufen, was zu kriegen war. Kerzengerade saßen sie in einer Reihe am Tresen: Koslowski, Willie, Rudi, Manner, Dieter und Werner. Der Wirt zapfte die Hopfenkaltschalen ab, hatte bereits einige Gläser mit Korn auf Vor-rat gefüllt, als er noch einmal eindringlich die Regeln erklärte: >>Also, Jungs, es geht los, sobald ich die Glocke schwinge, Korn und Bier. Wenn einer sein Glas leer hat, gibt es Nachschub. Bier gibt 10 Punkte, Korn 15. Wer eine Pause braucht dem stehen zwei Mal 15 Minuten zu. Und wer Kotzen muss, nicht auf den Tresen, nicht ins Waschbecken und nicht ins Pinkelbecken. Zeit um das Geschäft auf dem Klo zu erledigen maximal 45 Sekun-den pro Gang. Alles verstanden?<< >>Ja<<, schallte es wie aus einem Munde durch die Wirtschaft. >>Na dann, hier sind eure Getränke. Hände an die Bierhenkel und ...<< Schon schwang der Wirt die Kuhglocke und das Saufgelage be-gann. Koslowski schüttete sich sofort die Hälfte des großen Bieres in den Hals, Rudi und Die-ter kippten den Korn herunter und gossen sogleich den zweiten hinterher, ohne mit Bier abzulöschen. Schließlich brachte jeder Korn 5 Punkte mehr als Bier, und das hatte sogar noch die unangenehme Nebenwirkung, nach spätestens einer Stunde alle 20 Minuten aufs Klo laufen zu müssen. Da ging wertvolle Zeit verloren. Manner trank, wie auch Willie und Werner, Bier und Korn im Wechsel, so dass auf jedes Bier zwei Korn kamen. Koslowski hatte sich seine eigene Taktik zurecht gebastelt. Er wollte die ersten 3 Stun-den nur Bier in sich schütten und erst danach richtig hart mit Korn aufschlagen. Und um nicht so oft aufs Klo laufen zu müssen, hatte er sich einen Katheter angelegt und in jedem seiner Hosenbeine 3 Plastiktü-ten versteckt, in die der Urin laufen konnte. Das hatte zuhause super geklappt. Rudi und Dieter nuckelten nach zwei Stun-den bereits an ihrem Fünfundzwanzigsten Korn und wirkten leicht angeschlagen. Werner, Manner und Willie wirkten in ihren Bewegungen noch immer sehr geschmeidig und Koslowski hatte bereits seinen zehnten halben Liter Bier getrunken, ohne eine Pause. Maddin, der Wirt, staunte nicht schlecht, was die Sechs in diesem Jahr in so kurzer Zeit wegschafften und füllte freudig immer wieder Bier und Korn nach. Zur Mittagszeit brauchten Dieter und Rudi die erste Auszeit, drei Dutzend doppelte Korn forderten ihren Tribut und auch noch eine halbe Stunde später schnarchten sie auf der Stammtischcouch. Für sie war das Weih-nachtswettsaufen gelaufen, genauso wie si-cher die gesamten Festtage. Denn den Dröhnschädel würden sie bestimmt nicht so schnell los werden. Koslowski war in der Zwischenzeit in Pha-se zwei angelangt. Nach 18 großen Bier hatte er begonnen, sich dem Korn zu widmen. Manner, der schon zum sechsten Mal vom Klo kam, wandte sich verwundert an Kos-lowski: >>Was ist denn mit dir heute los, musst du nicht auch mal langsam eine Stange Wasser in die Ecke stellen?<< >>Nein. Da besteht noch kein Bedarf. Ich schwitze das Ganze aus, und den Rest zieh ich hoch und spucke ihn beim trinken ins Glas zurück ...<< >>Sehr witzig<<, bemerkte Manner und wa-ckelte dabei bereits leicht mit dem Kopf, als er sich wieder auf seinen Barhocker quälte. >>So, Männer, die letzten 60 Minuten sind angebrochen<<, rief Maddin, als sich auch Willie und Werner dem Alkohol geschlagen geben mussten. Also sollte es auch in diesem Jahr wieder eine Entscheidung unter echten Männern geben. Manner schluckte krampfhaft weiter Korn und Bier im Wechsel, Koslowski goss sich den Korn in den Hals, ohne dabei überhaupt zu schlucken, und mit jedem Getränk schie-nen seine Augen weiter hervor zu quellen. Dann waren beide erlöst. Maddin schwang die Glocke und rief: >>Aus die Maus. Jetzt wird abgerechnet. Bei Willie, Dieter, Rudi und Werner brauche ich erst gar nicht rech-nen, die sind disqualifiziert.<< Koslowski schnalzte mit der Zunge und nuschelte: >>Ja, ja, saufen wollen wir die Gro-ßen und nichts vertragen ...<< Inzwischen hatte der Wirt das Ergebnis zu-sammengerechnet. Freudig verkündete er: >>Manner hat 13 Bier und 18 Korn, macht genau 400 Punkte. Koslowski, du hast 18 Bier und 15 Korn, macht Summa Summarum 405 Punkte. Damit ist zum Fünften Mal in Folge Koslowski der Sieger des Weih-nachtswettsaufens um die polnische Gans. Hier hast du deinen Vogel.<< Freudig schwang sich Koslowski von sei-nem Barhocker und blieb dabei mit dem rechten Hosenbein an der Fußleiste hängen. Mit einem lauten ratschen schlitzte sich die Hose bis zum Knie auf und die prall gefüllten Plastiktüten traten hervor. >>Nun guck sich das einer an<<, polterte Manner, >>der Kerl hat beschissen. Jetzt ist mir klar, warum der nicht einmal aufs Klo musste.<< Maddin kam um den Tresen herum und schaute sich das Malheur an. >>Koslowski, du bist raus, die Gans steht Manner zu. Und pass auf, dass dir nicht auch noch die Tüten platzen, sonst wirst du das Zeug mit deiner Zunge vom Boden lecken. Und jetzt macht, dass ihr nach Hause kommt! Und nehmt die anderen vier Saufköppe mit! Ich muss noch meinen Weihnachtsbaum aufstellen und schmücken, sonst reißt mir meine Alte den Kopf ab.<<
Klappentext
Wer ist eigentlich Koslowski? Nun ja, Koslowski ist ein Mensch, der gern mal Einen trinkt, nur um einfach besser drauf zu sein. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Er braucht keinen Alkohol, um lustig zu sein oder gut durchs Leben zu kommen. Er benutzt ihn sozusagen als legales Dopingmittel, in einer Welt, in der es ständig um „schneller“, „weiter“, „höher“ geht, ohne dass überhaupt jemand weiß, wohin genau, oder auch warum ... Koslowski, Entschuldigung!, Herr Koslowski, lässt allzu oft Fünfe gerade sein und weiß ständig alles besser. Kurz: Der „Herr“ Koslowski (bitte verzeihen Sie mir, wenn ich mir bei dieser Anrede das Schmunzeln nicht verkneifen kann), ist ein Mensch, wie Du und ich, eben wie Walter von der Vögelweide, Herbert Nimmersatt, Graf Koks von Meckerburg ... Und manchmal auch einfach nur Schütze Arsch im letzen Glied. Nicht dass ich ein Problem damit hätte ... Und ich hoffe, Ihnen als geschulten Lesern geht es ähnlich. Aber lassen Sie sich einfach überraschen, wer Ihnen in diesen Kurzgeschichten begegnen und was Ihnen dabei geboten wird. Das Leben ist zu kurz, um es nicht zu genießen, also begleiten Sie (nochmals sorry ;-) ) „Herrn“ Koslowski durch einen Teil seines Lebens und lassen Sie sich dabei treiben von Co. zu Co. ... Viel Spaß dabei wünscht Ihnen Maximilian Tubè
Rezension
Wer dieses Buch liest muss kein Trinker sein, aber es erleichtert das Verständnis ungemein!Wer kennt sie nicht, die heimlichen und unheimlichen Trinker aus der Stammkneipe um die Ecke? Ein jeder von uns ist ihnen schon einmal begegnet, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt.Doch ihre manchmal „peinlichen Momente“ bleiben den Meisten von uns (glücklicherweise?) verborgen. Damit ist Schluss, ein für alle Male!Der Autor Maximilian Tubè hat sich noch einmal des Themas „Kneipe“ angenommen und berichtet in 33 kurzweiligen und amüsanten Anekdötchen aus dem Leben von „Koslowski & Co.“, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen.Wer nach den „Cafè- und Kneipengeschichten“ und den „Lach- und Schnapsgeschichten“ noch nicht genug davon hat, muss auch dieses Buch lesen!Und wer dann noch immer süchtig ist, sollte sich selbst auf die Suche nach den feucht-fröhlichen Trinkern um „Herrn“ Koslowski begeben.