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Buch Leseprobe SCHNELLBUCHROMAN, Klaus K. Klausens
Klaus K. Klausens

SCHNELLBUCHROMAN


Romanovelle

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VORBEMERKUNG: Also, irgendwie ist die Geschichte doch ziemlich komisch. Fast schon kaum glaubwürdig. Ich muss da noch mal drüber nachdenken, sagte sich Herminessa. Sie war auf Seite 120. Am meisten sorgte sie der USB-Stift, weil es sein konnte, dass nicht sie das Buch geschrieben hatte, sondern Reutkegel, der wiederum durchaus auch jener Klaus K. Klausens sein konnte ... oder doch Shorty? Sie? Wer denn nun? ______________ Als Herminessa Stahl-Wilddauer sich dazu entschloss, die Druckerei zu betreten, wusste sie nicht, was sie erwartete. Sie wusste auch nicht, wer sie erwartete. Aber sie wollte unbedingt, dass ihre Worte von allen gelesen werden würden. Und deshalb stand sie heute dort, und dann saß sie auch schon. Die Druckerei war nämlich gänzlich geschlossen, weil sie sich einen der vielen Feiertage ausgesucht hatte. Herminessa rutschte langsam an der Tür herunter — und sie spürte wie ihre dünne Jacke an dem Metall- und dem Riffelglas der Haupttür der Druckerei herumrieb. Dann befand sie sich auf dem Boden, welcher hier eine Steinmasse war, die man irgendwie verlegt hatte, von der aber keinerlei Zauber ausging. Von Herminessa ging sehr wohl ein Zauber aus. Zwar wurde nun ihre Baumwollhose auf dem Teil, der den Hintern bildet, ver-schmutzt. Aber ansonsten beeindruckte sie durch die Fülle ihrer Haare und das Blitzen ihrer blauen Augen. Aber es kam ja niemand, um sie hier zu sehen. Und so hockte sie für sich (alleine) in der Welt des Schweigens vor der geschlossenen Tür. Sie horchte, ob sie Geräusche vernahm, die aber dann nicht kamen. Vielleicht gab es ein Rauschen, was sie sich mit einem Luftabzugssystem erklärte. Aber was für Gase gab es in einer Druckerei? Welche Luft?


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Und das ist ja das Besondere: Sie kam heute morgen auf diese seltsame Idee. Sie lag in ihrem Bett und dachte über die Einsamkeit nach, die sie nicht empfand — und dann schämte sie sich für sich selbst, bis sie aufsprang und mit einem lauten „PAH!“ an die Welt dazu überging, die Welt zu beschämen. Dabei spürte sie Eiseskälte und Moder. Das „PAH!“ war genau der Moment, wo sie beschloss, ein Buch zu schreiben. Sie wollte aber ein richtiges Buch haben und keinen Text im Internet. Aus eben diesem Grund war sie zu eben der Druckerei aufgebrochen, wo sie jetzt noch im Staub des steinernen Fußbodens an der Türe aus Metall und Sicherheitsglas saß. Allein. Verlassen. Einsam. Es kam auch niemand vorbei. Es war Feiertag. Einer von denen, die grau sind, und wo die Menschen willkürlich private Dinge hinter den Vorhängen treiben. Herminessa hatte aber ihren Text schon fertig. Das war die zweite Besonderheit an ihr. Wenn sie etwas beschloss, dann nahm sie auch in Kauf, dass es schnell gehen konnte, und dann schrieb sie in einem Rutsch ihre Gedanken herunter, bis diese auch dastanden.


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