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Belletristik
Buch Leseprobe Royal Guardians: Jason, Amanda Frost
Amanda Frost

Royal Guardians: Jason



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Prolog


 


Logan


 


„Nein, Phoebe, ich werde unter gar keinen Umständen mit dir schlafen!“


„Nun komm schon, Logan, stell dich doch nicht so an.“ Ihre großen himmelblauen Augen funkeln verführerisch, als sie sich die Träger des roten Seidenkleides über die Schultern hinabschiebt.


Ich weiß, ich sollte jetzt schnellstmöglich das Weite suchen, doch es gelingt mir nicht, den Blick von Phoebes aufreizendem Dekolleté abzuwenden. „Dir ist klar, dass mich das meinen Job kosten könnte, oder?“


Sie setzt einen Schmollmund auf. „Ich hätte dich niemals für einen solchen Feigling gehalten“, flötet sie.


Mir entfährt ein unterdrücktes Seufzen.


Das hier ist gewiss der Albtraum eines jeden Mannes. Vor mir steht eine attraktive, spärlich bekleidete Blondine, die alle Register zieht, um mich zu verführen. Zu meinem Leidwesen bin ich jedoch für ihre Sicherheit verantwortlich, genauer gesagt für die ihrer Mutter. Da das Phoebe gewissermaßen mit einschließt, macht es meine Situation kein Stück besser. Denn sollte ich die Kleine jetzt flachlegen, würde ich zwangsläufig gegen alle ethischen Grundsätze verstoßen, die ich akzeptiert habe, als ich vor vier Jahren dem SAS, einer der ältesten und besten Antiterroreinheiten der Welt, beigetreten bin.


Bedauerlicherweise zog ich mir bei der Beendigung einer Geiselnahme schwere Verletzungen zu und wurde bis zur vollständigen Genesung in eine Einheit verbannt, die für den Schutz ziviler Personen zuständig ist. Demzufolge landete ich an der wunderschönen Côte d’Azur, wo ich jetzt seit annähernd einem halben Jahr die stinkreiche englische Schauspielerin Jane Carver beschütze, die ihre Millionen in erster Linie in Hollywood gemacht hat.


Und als ob das alles nicht bereits beschämend genug wäre, ist da noch Phoebe, ihre 19-jährige bildhübsche Tochter. Ein Wildfang, der kaum zu bändigen ist und seit Wochen nichts unversucht lässt, um mich in sein Bett zu bekommen.


Dummerweise bin auch ich nur ein Mann, der schon lange nicht mehr in den Genuss einer schönen Frau unter sich gekommen ist, was mich trotz meiner ausgeprägten Willenskraft für Phoebes Reize empfänglich macht.


In dieser Sekunde geht das Kleid der gewieften Verführerin mit einem sanften Rascheln zu Boden.


Unwillkürlich wandern meine Augen über ihren makellosen gebräunten Körper, der jetzt einzig mit spitzenbesetzter roter Unterwäsche bekleidet ist, die einem Hauch von Nichts gleichkommt.


Ich schlucke vernehmlich.


Wow, die Kleine ist echt heiß!


Nicht mehr Kind, aber auch noch nicht ganz Frau, jedoch mit einem unglaublichen Sex-Appeal gesegnet, stellt sie eine ernst zu nehmende Versuchung für mich dar.


Ich gebe mir alle Mühe, mein Verlangen zu zügeln, doch mein bester Freund hat längst auf ihren scharfen Körper reagiert und wird steinhart.


Was auch Phoebe nicht zu entgehen scheint, denn sie überbrückt die Distanz zwischen uns, wirft mir die Arme um den Nacken und schmiegt sich an mich.


Hastig schnappe ich nach Luft, wobei mir Phoebes sinnlicher Duft in die Nase steigt. Sie riecht nach Orangen und Zitrusfrüchten, eben ganz wie die französische Riviera, an der sie aufgewachsen ist. Ihre festen Rundungen, die sich gegen meinen Körper pressen, fühlen sich unsagbar gut an. Ohne dass ich es verhindern könnte, legen sich meine Hände auf ihre Hüften.


Ein sinnliches Seufzen kommt über ihre Lippen, ehe sie mir spielerisch ins Ohrläppchen beißt. „Logan, ich will dich. Ich möchte endlich einmal mit einem erfahrenen Mann schlafen. Die jungen Kerle, mit denen ich bisher zusammen war, bringen es einfach nicht.“


Mir entfährt ein unterdrücktes Stöhnen, als sie ihr Becken an meiner Erektion reibt. „O Fuck, Phoebe!“, stoße ich mit rauer Stimme aus. „Weißt du eigentlich, was du da von mir verlangst? Sollte es jemand herausfinden, bin ich geliefert.“


„Wärst du nicht auch geliefert, wenn ich die Behauptung aufstellen würde, du hättest mich unsittlich berührt?“, erkundigt sie sich mit unschuldigem Unterton.


Ich versteife mich. Soeben hat sie den Bogen überspannt. Die Frau mag noch so scharf sein, aber unter Druck werde ich mich ganz sicher nicht von ihr setzen lassen. Schon allein, da ich den Vorfall noch nicht verarbeitet habe, bei dem diese verdammten Kidnapper mich und meine Kameraden aufs Widerwärtigste erpressten. Ich entging dabei nur knapp dem Tod, einer meiner Freunde hatte leider nicht so viel Glück.


Ich greife in meinen Nacken, packe Phoebes Handgelenke und schiebe sie von mir. „Glaubst du im Ernst, du könntest mir die Pistole auf die Brust setzen? Ich versichere dir, Kleines, mich kann so schnell nichts erschüttern. Und schon gar kein neugieriges Girlie, das sich einen erfahrenen Mann wünscht. Dazu bedarf es einer richtigen Frau.“ Ich lasse von ihr ab, fahre herum und steuere mit großen Schritten die Tür der Anliegerwohnung an. Im Nebengebäude der protzigen Villa ihrer Mutter residiert Phoebe hier wie eine Königin.


Ehe ich den Ausgang erreiche, höre ich das Tapsen nackter Füße hinter mir und eine schmale Hand packt mich am Oberarm.


„Bitte, Logan, sei nicht sauer“, bettelt sie mit Kleinmädchenstimme, die kein Stück zu ihrem aufreizenden Verhalten passt. „Das war doch nicht böse gemeint. Glaubst du wirklich, ich wäre derart blöde, dich zu verpetzen? Meine Mutter weiß haargenau, dass ich nicht lebe wie eine Nonne. Bitte, geh nicht!“


Ich zögere eine Sekunde zu lange, was Phoebe abermals dazu veranlasst, mir um den Hals zu fallen und ihre Lippen auf meine zu pressen.


Kaum zu glauben, aber dieses verzogene Früchtchen schmeckt derart lecker, dass ich ihren Zärtlichkeiten nicht länger widerstehen kann.


„Logan, bitte küss mich“, haucht sie gegen meinen Mund. „Ich meine, richtig.“ Als sie versucht, ihre Zunge zwischen meine Lippen zu schieben, gebe ich ihrem verheißungsvollen Drängen nach.


Doch ich bin nicht der Mann für Spielereien. Daher packe ich die Kleine an den Oberarmen, drücke sie rücklings gegen die Wand neben der Ausgangstür und küsse sie. Fordernd, hart und gierig. Mein Körper reagiert prompt und ruft mir einmal mehr in Erinnerung, wie lange ich keine Frau hatte.


Verflucht soll ich sein, denn ich bin dermaßen geil, dass ich kurzzeitig sogar meinen Job vergesse. Meine Hände gleiten an Phoebes Seiten herab, streichen dabei über die Wölbungen ihrer Brüste und legen sich um ihren Hintern, um sie näher an mich zu pressen.


Sie stöhnt lustvoll auf und denkt, sie hätte gewonnen, aber noch bin ich Herr meiner Sinne.


Ich küsse sie ausgiebig, koste sie und genieße die köstliche Nähe ihres warmen weichen Körpers, doch kurz bevor meine Hormone endgültig die Kontrolle übernehmen, schiebe ich die Süße von mir.


Überrascht keucht sie auf.


Ihre geschwollenen Lippen, die aufgerichteten Brustwarzen und ihr verhangener Blick machen es mir schwer, ihr nicht noch den restlichen Stoff vom Körper zu reißen und sie hemmungslos zu vögeln.


„Lass mich dir etwas vorschlagen, Phoebe: Ich bin noch drei Monate für die Bewachung deiner Mutter eingeteilt, danach können wir meinetwegen da weitermachen, wo wir jetzt aufhören werden. Ist das ein Plan?“


Abermals setzt sie einen Schmollmund auf. „Echt jetzt?“


„Allerdings.“


„Ich gefalle dir also nicht?“


O nein, bitte nicht die Tour!


„Hör auf, um Komplimente zu betteln. Du weißt, dass du wunderschön bist.“


Nachdenklich legt sie die Stirn in Falten. „Soll ich dir sagen, dass du in vielerlei Hinsicht ein einzigartiger Mann bist? Okay, einverstanden. In drei Monaten. Wo wirst du dann eingesetzt sein?“


Ich zucke mit den Schultern. „Keine Ahnung, kommt auf das Gutachten des Amtsarztes an. Wenn er mir die Freigabe erteilt, wieder in vollem Umfang arbeiten zu dürfen, kann das weltweit sein.“ Ich blicke auf meine Armbanduhr. „Und jetzt werde ich verschwinden. Deine Mutter sollte demnächst ihr Mittagsschläfchen beendet haben und ich bin nicht scharf darauf, von ihr ertappt zu werden, während du nichts als diesen dünnen Fummel am Leib trägst.“


Sie legt den Kopf schief und klimpert gekonnt mit den Wimpern. „Noch einen Kuss, Logan, bitte.“


Schmunzelnd packe ich sie und ziehe sie erneut an mich. Himmel, ich bin steinhart und würde mich jetzt für mein Leben gern in dieser süßen Maus versenken. Ob ich das wirklich drei Monate aushalten werde, kann ich für den Moment nicht einschätzen.


Ungeachtet ihrer Jugend scheint Phoebe zu bemerken, dass ich einmal mehr um Beherrschung ringe, denn ihre Hand gleitet nach unten und reibt über meinen steifen Schwanz, was mir ein heiseres Stöhnen entlockt. Wiederum packe ich ihre Handgelenke und schiebe sie von mir.


Mit der Zungenspitze befeuchtet sie ihre Unterlippe. „Du bist so hart, Logan“, haucht sie. „Einverstanden, du willst nicht mit mir schlafen, weil dein Job es dir verbietet. Aber wir können uns doch auf andere Art Befriedigung verschaffen, oder?“


Ehe ich noch antworten kann, sinkt sie vor mir auf die Knie und greift nach dem Reißverschluss meiner Hose.


„Schätzchen, bist du da?“, flötet in diesem Moment eine Stimme von draußen, bevor die Wohnungstür aufgestoßen wird.


Im Türrahmen steht Phoebes Mutter, die mit weit aufgerissenen Augen auf die vor mir kniende Frau in knapper Unterwäsche starrt, die soeben Anstalten macht, meine Hose zu öffnen.


Ungläubig schließe ich die Lider.


O Fuck, das wird unter Garantie Konsequenzen haben!


 


 


 


Kapitel 1


 


Logan


 


Nachdenklich blicke ich auf die Textnachricht, die soeben auf meinem Smartphone erschienen ist.


Will mich da jemand auf den Arm nehmen?


Allerdings ist meine private Telefonnummer bloß wenigen Personen bekannt, und keinem meiner Freunde traue ich einen derart grotesken Humor zu.


Aufgrund einer vorübergehenden Suspendierung vom Dienst wegen angeblicher Verführung einer Schutzbedürftigen habe ich mich in einem kleinen Londoner Hotel eingemietet. Man mag es glauben oder nicht, aber ich besitze keine eigene Wohnung. Nach der Scheidung beanspruchte meine Ex-Frau Liv das Apartment im hippen Stadtteil Shoreditch für sich. Kein großer Verlust, da ich mich ohnehin so gut wie nie zu Hause aufhielt.


Liv und ich waren mittellose Studenten, als sich unsere Wege vor über zehn Jahren zum ersten Mal kreuzten. Es war auf Anhieb die ganz große Liebe, doch kaum hatte ich mein Ingenieurstudium beendet, starb meine Schwester während einer Urlaubsreise in Ägypten durch ein hinterhältiges Attentat. Danach war ich nicht mehr ich selbst. Ohne mir über die Konsequenzen Gedanken zu machen, trat ich der British Army bei, um den Kampf gegen den Terror aufzunehmen.


Nach dreijähriger Zugehörigkeit wurde ich zur Selection, einem sehr anspruchsvollen Auswahlverfahren zugelassen, das ich auf Anhieb bestand. Daraufhin landete ich beim SAS, was gutes Geld in unsere gemeinsame Kasse spülte, unsere Ehe jedoch nicht retten konnte.


Meine Ex-Frau ist für mich nach wie vor das schönste und herzlichste Wesen, dem ich jemals begegnet bin, doch leider hatte das Schicksal andere Pläne mit uns. Im Lauf der Jahre entfremdeten wir uns, und als Liv einen anderen Kerl kennenlernte, bat sie mich um die Scheidung. Es schmerzte sie zu verlieren, aber noch viel weniger wäre ich in der Lage gewesen, der Terrorbekämpfung abzuschwören.


Heute haben wir sporadischen Kontakt zueinander und im Grunde genommen besteht immer noch eine gewisse Anziehungskraft zwischen uns. Doch ich bin nicht mehr der Mann, der ich früher einmal war. Mit der harten Schale, die ich mir nach Merediths Tod zugelegt habe, käme eine gutherzige Frau wie Liv niemals klar. Demzufolge habe ich erst gar nicht den Versuch unternommen, sie zurückzuerobern, denn ich denke, bei ihrem neuen Freund ist sie um Längen besser aufgehoben.


Versonnen lehne ich mich in dem bequemen Lesesessel des Hotelzimmers zurück und starre ins Leere. Seit dem Tod meiner Schwester ist so unglaublich viel geschehen. Ich kann manchmal kaum glauben, dass es bereits über sieben Jahre her sein soll. Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich mich vor Antritt ihrer Reise von ihr verabschiedet habe. Ihr glockenhelles Lachen und ihre leuchtenden eisblauen Augen verfolgen mich nach wie vor in meinen Träumen. Doch mittlerweile haben sich weitere Dämonen dazugesellt, die Merediths süßes Gesicht langsam, aber sicher in den Hintergrund drängen.


Ich schüttle diese zermürbenden Gedanken ab und lese erneut die Textnachricht auf meinem Smartphone:


 


Logan Reece, wir sind uns niemals persönlich begegnet und dennoch bin ich darüber im Bilde, dass Sie einer der besten und treuesten Kämpfer sind, die dieses Land jemals hervorgebracht hat. Das Leben hat es nicht immer gut mit Ihnen gemeint, daher möchte ich Ihnen eine zweite Chance einräumen.


Die königliche Familie ist ein wertvolles Gut, das es unter allen Umständen zu beschützen gilt. Vermutlich sagt Ihnen der Name Chelsea Attenborough etwas. Die junge Frau zieht vor allem durch Affären und einen ausschweifenden Lebensstil die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. In Wirklichkeit rebelliert sie lediglich gegen ihre erzkonservative Familie. Doch sie ist die Erbin eines unglaublichen Vermögens und könnte auch in der britischen Thronfolgeregelung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Demzufolge gibt es einige Personen, die ihr nach dem Leben trachten.


Da Sie, Logan Reece, mein Vertrauen genießen, möchte ich Sie bitten, Chelsea zu beschützen. Bringen Sie in Erfahrung, wer beabsichtigt, die Princess of York aus dem Weg zu räumen! Sollten Sie diesen Auftrag zu meiner Zufriedenheit ausführen, könnte ich dafür sorgen, dass Sie wieder in vollem Umfang beim SAS eingesetzt werden - der unliebsame Vorfall in Frankreich würde für immer aus Ihrer Akte entfernt werden.


Mit Interesse sehe ich Ihrer Antwort entgegen.


P.C.


 


Ich lasse das Handy sinken und stelle mir einmal mehr die Frage, wer zur Hölle P.C. sein könnte. Ich habe bereits alle Konstellationen im Geiste durchgespielt, komme jedoch zu keinem Ergebnis.


Natürlich habe ich schon von Chelsea Attenborough gehört. Wer nicht?


Man könnte sie als das sogenannte royale schwarze Schaf bezeichnen. Sie ist zwar von königlichem Blut, gleichzeitig jedoch einer der größten Skandale, die das Königshaus je hervorgebracht hat. Obendrein ist sie recht hübsch und nach dem Erlebnis mit Phoebe fehlt mir jegliche Motivation, abermals eine gut aussehende, verzogene Göre aus reichem Haus unter meine Fittiche zu nehmen, noch dazu eine Adlige.


Aber habe ich eine Wahl?


Kurzentschieden tippe ich eine Nachricht und sende sie ab.


 


Könnte interessant sein. Ich bitte um weitere Informationen.


 


Schon wenige Sekunden später erscheint ein Text, der erneut die Vermutung in mir aufsteigen lässt, dass sich hier jemand einen üblen Scherz mit mir erlaubt:


 


P.C.: Die Royal Guardians werden sich glücklich schätzen, Sie in ihren Reihen begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen erhalten Sie auf dem Postweg.


 


Royal Guardians? Was zur Hölle soll das sein? Eine neue Form der Musketiere? Und wer garantiert mir, dass ich bei Erfolg wirklich meinen Job beim SAS zurückbekomme?


 


Soeben ist mein Interesse erloschen, schreibe ich daher zurück.


 


P.C.: Chelsea und Meredith haben viel gemeinsam. Können Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren, dass eine weitere junge Frau sterben muss?


 


Zorn steigt in mir auf. Verdammt, diese Person kennt offenbar meine einzige Schwachstelle, denn die Karte mit meiner Schwester auszuspielen, ist echt unter der Gürtellinie.


 


Natürlich kann ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, aber genauso wenig möchte ich mich in ein Abenteuer ohne Zukunft stürzen.


 


P.C.: Haben Sie denn momentan eine Zukunft?


 


Sagen Sie es mir!


 


P.C.: Das könnte von meinem Wohlwollen abhängen.


 


Ich seufze leise. Es scheint wohl die Geschichte meines Lebens zu sein, unentwegt von irgendwelchen Wichsern erpresst zu werden.


 


Wer sind Sie?


 


P.C.: Jemand, der es gut mit Ihnen meint.


 


Warum ich?


 


P.C.: Sie sind einer der Besten.


 


Woher weiß ich, dass ich Ihnen vertrauen kann?


 


P.C.: Lassen Sie mich kurz das weitere Vorgehen erläutern: Ihr Einverständnis vorausgesetzt, erhalten Sie in Kürze eine persönliche Einladung ins Thames House, wo Sie der Personalchef des MI5 empfangen wird. Dieser Mann weiß nichts von dem Bestehen der Royal Guardians, die eine verdeckt agierende Untereinheit des Geheimdienstes sind, also behalten Sie es bitte für sich. Ihr offizieller Jobtitel lautet: Sicherheitsberater des Königshauses.


Nachdem Sie einen Vertrag und eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet haben, werden Sie im Tower of London einen Eid ablegen, mit dem Sie Ihr Leben der Krone verschreiben. Dort erhalten Sie obendrein ein Brandzeichen, das Sie als Royal Guardian ausweist. Sollten Sie wirklich irgendwann zum SAS zurückkehren wollen, obliegt mir das Recht, Sie im Notfall jederzeit nach London zu beordern.


Im Tower wird man Ihnen ein Päckchen mit einer ausgeklügelten Apple-Watch aushändigen, über die wir zukünftig kommunizieren werden. Über diese Uhr können Sie einen Notruf absetzen und jeder andere Guardian wird Ihnen augenblicklich zu Hilfe eilen. Außerdem bekommen Sie einen Laptop sowie einen Ausweis mit königlichem Siegel, der Ihnen Tür und Tor zum Palast und anderen royalen Gebäuden öffnet.


Chelsea darf nichts weiter über Sie erfahren, als dass Sie ihr neuer Bodyguard sind, der von der üblichen Security-Firma gesandt wurde. Sie soll nicht wissen, in welcher Gefahr sie schwebt, das würde sie nur zu unüberlegten Handlungen verleiten. Machen Sie die Personen ausfindig, die der Princess of York gefährlich werden könnten, und schalten Sie diese Bedrohung aus!


 


Ungläubig schüttle ich den Kopf. Ein Brandzeichen? Teufel noch mal, in welchem Jahrhundert leben wir?


 


Ich erhalte also die Lizenz zum Töten. Bekomme ich auch eine Walther PPK?


 


P.C.: Ersparen Sie mir die Scherze! Natürlich werden Sie über die modernsten Waffen verfügen. Aber bitte, falls es unumgänglich sein sollte, lassen Sie es wie einen Unfall aussehen. Wenn Sie Hilfe benötigen, wissen Sie, wie Sie mich erreichen. Sobald Chelsea nicht mehr in Gefahr schwebt, sehen wir weiter. Sollten Sie es sich doch noch anders überlegen, hat diese Kommunikation niemals stattgefunden.


Ich wünsche Ihnen viel Glück.


Ach, und lassen Sie besser die Finger von dem Mädchen. Sie wissen nur zu gut, wohin Ihr kleines Techtelmechtel an der Côte d’Azur geführt hat.


 


Ich verziehe das Gesicht. Wer auch immer P.C. ist, er muss meine Akte ausgiebig studiert haben, denn einzig dort sind all diese Details vermerkt. Offensichtlich hat diese dubiose Person nicht nur Kontakte zum Geheimdienst, sondern obendrein zum SAS oder der Regierung.


 


Gewähren Sie mir eine kurze Bedenkzeit?


 


P.C.: Einverstanden, aber zögern Sie nicht zu lange! Chelseas Zukunft liegt ab sofort in Ihren Händen.


 


Ich lasse das Telefon sinken und schaue unentschlossen aus dem Fenster. Der übliche Nieselregen taucht London in ein düsteres Licht, das perfekt zu meiner Stimmung passt. Irgendwie läuft in meinem Leben in letzter Zeit einfach alles aus dem Ruder. Allerdings bin ich ein Mensch, der Herausforderungen nur selten aus dem Weg geht. Und sollte sich nicht doch jemand auf meine Kosten amüsieren, würde ich gerne in Erfahrung bringen, was es mit diesen ominösen Royal Guardians auf sich hat.


 


 


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