Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Belletristik > Polnisch mit Sahne
Belletristik Bücher
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Polnisch mit Sahne, Christiane Zwengel
Christiane Zwengel

Polnisch mit Sahne


Roman nach einer wahren Begebenheit

Bewertung:
(10)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
563
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
Erhältlich im Buchhandel, online-Buchhandel und direkt im Bestellshop des Verl
Drucken Empfehlen

Bartek war tot!


Ich war leer! Mein Kopf war leer!


Michelle und Joanna, wir hatten Bartek endgültig verloren.


Ich meinen Mann, die beiden ihren Vater.


Bartek war tot.


Tim, Dorothea und Fabian brachten uns unter Tränen raus


aus der Intensivstation.


Die Schwestern wollten Bartek vorbereiten, damit wir alle


nochmals von ihm Abschied nehmen konnten.


Draußen brachen wir dann endgültig zusammen. Ich lief


hinaus, um eine Zigarette zu rauchen. Ich wollte, musste,


alleine sein, konnte mich nicht um die Kinder kümmern.


Nie, nie werde ich vergessen, dass Tim, Fabian und


Dorothea da waren und sich um uns kümmerten.


Was ich in diesen Minuten, Stunden empfunden habe, kann


ich nicht beschreiben. Diese Leere, Fassungslosigkeit,


Trauer, der Schock. Die Welt stand still.


Auf dieser Achterbahn der Gefühle und Emotionen


versuchte ich Vollidiotin auch noch, diese blöde Russen-


Uschi telefonisch von Barteks Tod zu informieren. Warum


ich Voll-Horstin mich dazu verpfl ichtet fühlte, keine


Ahnung, dachte ich vielleicht, es müsse richtig sein?



Wie kann man nur so blöd sein?



Gott sei Dank erreichte ich die Kuh nicht.


Ich ging dann zurück zu den Kindern und wir hockten alle


zusammen eng umschlungen auf dem Boden und heulten,


was das Zeug hielt.


Und versuch dann mal, deinen Kindern klar zu machen,


was da eben passiert war, warum ihr heißgeliebter Papa


170


Polnisch mit Sahne


jetzt tot war. Sie waren zwar zu diesem Zeitpunkt schon


16 und 18 Jahre alt, aber in diesem Moment waren sie nur


kleine Kinder, die ihren Vater verloren hatten.


Nach etwa 1 ½ Stunden, gegen 23.30 Uhr, durften wir


wieder zu Bartek. Er war von allen Maschinen abgehängt


und sah so friedlich aus, als ob er nur schlafen würde.


Jeder von uns blieb eine Weile allein bei ihm und nahm,


jeder auf seine Weise, von ihm Abschied.


Ich war Tim, Fabian und Dorothea so dankbar, dass sie


da waren, jeder von den dreien hatte sich eine von uns


geschnappt, um uns aufzufangen. Sie waren an diesem


Tag, Abend, in dieser Nacht meine Kraft und die meiner


Kinder. Ich glaube, ich wäre sonst durchgedreht.


Ich erlebte zum ersten Mal, was es heißt, gute Freunde zu


haben - Blut ist nicht immer dicker als Wasser.


Weit nach Mitternacht brachen wir nach Hause auf.


Tim musste nach Hause, er hatte am nächsten Morgen


Frühdienst. Fabian wollte Urlaub nehmen, so wie


Dorothea, und so brachten die beiden Michelle, Joanna


und mich nach Hause.


Wir mussten Familie und Freunde von Barteks Tod informieren.


Doch zuerst brachte Dorothea die Mädels ins Bett. Sie


waren beide völlig erschöpft, standen noch unter Schock,


waren fertig und müde.


Danach besprachen wir drei bei zwei Flaschen Wein, die wir


jetzt brauchten, das weitere Vorgehen für den kommenden


Tag, wobei Dorothea und Fabian die Aufgaben unter sich


aufteilten, da ich nicht wirklich zurechnungsfähig war.


Auch sollte Fabian schnellstmöglich die Vormundschaft


für Joanna übernehmen (sie war ja noch nicht volljährig


und das deutsche Recht sieht vor, dass bei Kindern von


171


Polnisch mit Sahne


Eltern verschiedener Staatsangehörigkeiten ein zweiter


Vormund nötig ist), bevor sich das Jugendamt einschaltete.


Ach, es war so viel zu erledigen, ich wusste nicht, wo mir


der Kopf stand.


Beerdigung, der andere Kram. Ich wollte nur noch


schlafen und am besten nie wieder aufwachen oder wieder


aufwachen und feststellen, dass es nur ein böser Traum


gewesen war.


Alle Leute, die ich in dieser Nacht anrief, waren erschüttert


und fassungslos, traurig. Alle boten mir ihre Hilfe an.


Ja klar. Alle! Ha Ha! Wie weit die Hilfsbereitschaft und


der Zusammenhalt tatsächlich gingen, sollte sich später


herausstellen.


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



Sponsoren

© 2008 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!
suchbuch.de wird unterstützt von loadplanet.de


ExecutionTime: 1 secs