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Belletristik
Buch Leseprobe Patchwork hoch Sieben, Bianka Mertes
Bianka Mertes

Patchwork hoch Sieben


Chaos inklusive

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»Okay«, lachte Julia noch immer, bis plötzlich ihr


Gesichtsausdruck versteinerte und die Farbe ihrem


Gesicht entwich.


»Hallo, Paps, tut mir leid, dass ich zu spät bin«,


gab ein junger, gut gekleideter Mann seinem Vater


einen Kuss auf die Wange. Um genau zu sein, gab


er Tim einen Kuss auf die Wange. Julias Herz raste


augenblicklich und sie hielt die Luft an.


»Ist alles okay mit dir, Julia? Du siehst aus, als hättest


du einen Geist gesehen«, blickte ihre Mutter sie


erschrocken an. Doch Julia konnte nicht antworten,


sie stand noch zu sehr unter Schock.


Das war ein Witz, oder? Irgendjemand versuchte


gerade, einen Scherz zu machen. War hier vielleicht


irgendwo eine versteckte Kamera und sie wurde auf


übelste Weise auf die Schippe genommen? Aber ihr


wurde mehr und mehr bewusst, dass es sich nicht


um einen schlechten Scherz handelte. Ganz im


Gegenteil.


»Hallo, Julia, schön dass Peter dir trotzdem noch


freigegeben hat«, kamen die Worte aus dem Mund


des jungen Mannes und Julia blickte noch immer


kreidebleich in sein Gesicht. Bens Gesicht.


Erst nachdem ihre Mutter ihr eine Hand auf den


Arm legte, kam sie schlagartig wieder in die Wirklichkeit


zurück und sah verdattert von Ben auf seinen


Vater und zurück. Hitze stieg in ihr auf, die ihr


Unverständnis widerspiegelte, das sie gerade empfand.


»Moment mal, ihr kennt euch bereits?«, fragte ihre


Mutter schließlich und auch Bens Vater sah seinen


Sohn prüfend an.


»Ja, allerdings. Wir arbeiten zusammen«, hielt er


den Blick von Julia mit seinem gefangen.


»Aber davon wusste ich ja garnichts.« Tim sah


Maria lächelnd an.


»Tja, die Welt ist klein«, gab Ben schelmisch


lachend zurück.


»Das ist doch wunderbar, ich hatte schon die


Befürchtung, dass ihr euch nicht verstehen würdet


«, lächelte auch Maria. Julia senkte ihren Blick,


um sich endlich wieder zu fangen, bis ihr plötzlich


etwas auffiel.


Moment mal, war sie gerade in einem falschen


Film? Sie gewann mehr und mehr den Eindruck das


Ben bereits über sie Bescheid wusste. Hatte er sie


etwa ausspioniert? Erschrocken über diese Erkenntnis


sah sie ihn wieder an. Er hingegen blickte ihr seelenruhig


und wissend in die Augen.


Sie hatte das Geheimnis gelüftet, genau wie er es


ihr vorhergesagt hatte. Mit einem Mal verengten


sich Julias Augen. Sie spürte, wie Wut in ihr hochkroch


und am liebsten wäre sie quer über den Tisch


gesprungen, um seine Kehle zu erreichen. Nur der


Kellner, der die Getränke brachte und ihre Mutter,


die seinen Vater ununterbrochen anlächelte, verhinderten


das Schlimmste. Aber das könnte sie ja auch


später noch nachholen, schließlich würde das nicht


wegrennen. Angespannt ballte sie die Hände zu


Fäusten, bis sich ihre Nägel ins Fleisch bohrten und


bereits Abdrücke hinterließen.


Auf jeden Fall kam sie sich gerade ziemlich verarscht


vor und das ließ sie ihn auch durch ihre Blicke


spüren. Er saß einfach nur da und sah sie durchdringend


an. Wollte er jetzt noch ihre restlichen Geheimnisse


ausspionieren? Innerlich kochte sie vor Wut.


Sie war froh, als endlich das Essen kam und sie


sich auf etwas Anderes konzentrieren konnte, statt


nur auf Ben und diesen miesen Verrat.


»Habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass meine


Tochter einen Zwischenfall mit ein paar Kerlen auf


dem Nachhauseweg hatte?«, lenkte ihre Mutter die


Unterhaltung mit Tim auf dieses nervige Thema.


Julia blieb das Essen im Hals stecken und sie hustete


drauf los. Nachdem sie sich wieder einigermaßen im


Griff hatte, sah sie in Bens grinsendes Gesicht. ›Wenn


Mama nur die ganze Wahrheit wüsste‹, dachte sie.


»Das ist ja furchtbar. Ist dir was passiert?«, sah


Tim Julia geschockt an.


»Außer dieser blauen und dicken Wange, die


du noch schimmern siehst, hatte sie unglaubliches


Glück. Sie sagte, dass sie zum Glück ein süßer Kerl


gerettet hat«, schmunzelte ihre Mutter breit und


Julia spuckte die Cola, die sie gerade im Mund hatte,


tröpfchenweise über den den Tisch. Ben grinste noch


breiter und musste sich abwenden, um nicht laut


loszulachen. Julia hielt sich die Hand auf den Mund,


damit wenigstens der letzte Rest Cola drinblieb.


»Da hast du aber ausgesprochenes Glück gehabt«,


gab Tim an sie gerichtet zurück.


»Ja unheimliches Glück«, funkelte sie Ben böse


an, der sich noch immer über sie amüsierte. Ob sein


Vater überhaupt wusste, was er abends so trieb?


Gerade so, als könnte er ihre Gedanken lesen, verfinsterte


sich sein Blick und Julia lächelte ihn zufrieden


an.


»Ich hoffe nur, dass das jetzt nicht mehr vorkommt


«, meinte ihre Mutter schließlich.


»Wenn ihr zwei doch schon zusammenarbeitet


und wir schon fast so etwas wie eine Familie sind,


könntest du sie doch auch nach der Arbeit nach


Hause bringen«, wandte sich Tim mit seinen Worten


an Ben und er konnte froh sein, dass Julia in diesem


Moment nichts im Mund hatte.


»Sicher, wenn du glaubst, dass sie dann sicherer


ist.« Julia hatte den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden,


auch wenn die anderen es nicht taten.


Diesen Kerl würde sie noch umbringen, dass stand


fest.


»Super, dann wäre das ja geklärt«, gab sein Vater


zufrieden von sich.


»Ich brauche keinen Aufpasser und auch keinen


großen Bruder.« Noch bevor Julia ihre Worte realisierte,


waren sie ihr schon herausgerutscht.


»Aber Julia, was ist denn plötzlich los? Ich dachte,


ihr zwei versteht euch? Tim meint das nicht böse, er


hat nur genau so viel Angst um dich, wie ich auch.«


Die Traurigkeit in den Augen ihrer Mutter, ließen


Julia einen stechenden Schmerz durchs Herz ziehen.


Sie wollte nicht, dass ihre Mutter ihretwegen


unglücklich ist.


»So habe ich das nicht gemeint. Wirklich nicht. Nur


ich bin mittlerweile alt genug, um auf mich selbst


aufzupassen«, versuchte sie, ihre Mutter irgendwie


zu besänftigen.


»Aber es schadet ja nichts, vorsichtig zu sein, man


hat ja nun gesehen, was passieren kann«, meinte


jetzt auch Tim.


»Ja, sicher ihr habt Recht«, gab Julia schließlich


klein bei. Das jetzt und hier zwischen den ganzen


anderen Gästen auszudiskutieren, brachte eh nichts


und solange keiner über Bens Geheimnis Bescheid


wusste, würde sie sich ins eigene Fleisch schneiden.


Sie würde diese Sache mit ihm klären, wenn sie endlich


eine Gelegenheit dazu bekam. Nie im Leben


würde sie sich in dieser Beziehung auf ihn verlassen. 


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