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> Belletristik > Mein Leben in Afghanistan
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Belletristik
Buch Leseprobe Mein Leben in Afghanistan, Magda S.
Magda S.

Mein Leben in Afghanistan


Eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit

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Als ich in Kabul ankam, erwartete mich eine komplett andere Welt. Mein Herz fing an zu rasen, weil mich die langbärtigen Männer dort alle anglotzten, obwohl ich, wie mir Mustafa riet,  ein Kopftuch trug.
Ich sprach einen Amerikaner an, der mir mit den Koffern weiterhalf, und mich zum Ausgang brachte.
Und da sah ich schon meinen Mustafa warten. Doch das Wiedersehen war ziemlich komisch. Ich wollte ihn umarmen und drücken, aber er wehrte mich gleich ab. Keiner durfte sehen, dass wir uns zu nahe kamen.
Im Auto erklärte er mir die Regeln für Frauen in diesem Land: Du darfst nicht lachen, keinen Mann in der Öffentlichkeit berühren,  ihnen keinesfalls in die Augen schauen. Nicht laut reden (am besten gar nichts sagen), du darfst nichts Freizügiges tragen, nicht einmal ein T-Shirt mit kurzen Ärmeln, darfst kein Makeup tragen. Eigentlich darfst du als Frau sozusagen gar nichts. Komplett verstellen also. Und das ich, die immer für Gerechtigkeit war und immer gesagt hat, bleibe du selbst. Mir war jedoch auch sehr genau bewusst, dass es lebensnotwendig war, sich bedingungslos anzupassen in so einem Land.
Ich war sehr beeindruckt von der riesigen und lebendigen Stadt. Hier schlug mir der Orient sprichwörtlich entgegen. Die unglaubliche Lautstärke des Straßenverkehrs, das ständige Hupen der Autos, die sich scheinbar an keine Verkehrsregeln hielten und das Stimmengewirr der Menschen, deren Sprache auf mich aggressiv und sehr fremd wirkte. Heerscharen von verschleierten Frauen, die schnellen Schrittes bepackt mit Einkaufstüten und Kindern hinter ihren Männern herliefen und sorgsam darauf achteten, dass ihr Schleier nicht verrutschte. Stets war eine Hand trotz Tüten immer am Kopftuch.
Mustafa erklärte mir, dass Frauen nun mal unter den Männern stehen und bestraft werden, wenn sie die Regeln nicht einhalten.
Ich wollte dazu nichts sagen um ihn nicht gleich zu verärgern. Aber mir wurde ganz anders bei dem Gedanken, dass er auch mich bestrafen könnte, wenn ich mal was tue, was ihm nicht gefällt.
Seine Familie, Onkel und Tanten, begrüßten mich herzlich, allerdings gaben mir die Männer nicht die Hand und ich schlug, wie es mir Mustafa aufgetragen hatte, brav die Augen nieder.


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