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Belletristik
Buch Leseprobe Man sieht sich, Luisa Lenz
Luisa Lenz

Man sieht sich


Karneval der Seelen

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Der Mann an der Bar


 


Einmal im Jahr tauchen meine Freundin und ich für ein paar Tage unter. Wir fahren auf die Insel in ein Vital Hotel, lassen Körper, Geist und Seele durch Behandlungen der Extraklasse entspannen, wollen das komplette Verwöhnprogramm genießen, drücken dann auf den berühmten Knopf, um den Alltagsstress auszuschalten.


Diesmal fuhren wir spät los und konnten demzufolge erst nachmittags im Hotel einchecken. Wir sind uns einig, das übliche Prozedere wie auspacken, sich einrichten, die Planung der Bädertermine, all das verschoben wir auf danach. Die Fahrt hatte lange gedauert und jetzt brauchten wir erst einmal eine Portion frische Luft mit einem kräftigen Fußmarsch durch die Dünen bis ans Wasser. Genau diese Momente sind erbaulich, wie innehalten, tief durchatmen, den typischen Geruch des Meeres durch die Nase ziehen, den Blick zum unendlich scheinenden Horizont genießen, oder die Augen schließen, um die Stimmen der Natur wahrzunehmen. Alles in allem, eine kostenlose Ouvertüre der besonderen Art, das Entree zum bevorstehenden Programm.


Am Abend wollte die Freundin nichts mehr unternehmen, einfach nur vor dem Fernseher faulenzen. Darauf hatte ich keine Lust, und weil ich noch nicht müde war, ging ich an die Hotelbar. Zuvor stand ich lange vor dem Spiegel, hatte den prüfenden Blick und war einigermaßen mit meinem Erscheinungsbild zufrieden. Dass ich mich alleine an die Bar setzte, war ganz und gar nicht üblich. Ich hatte das Glück, mir einen Platz an der Theke aussuchen zu können und wählte den Eckplatz mit Rundumblick. Zunächst probierte ich einen leichten Stimulator, einen Spezialdrink, welcher mir vom Barkeeper auf eine charmante Art empfohlen wurde.


Die schummrige Barbeleuchtung, eine musikalische Untermalung, dargeboten vom Mann am Klavier, ebenso der gemixte Drink, ließen mich Zusehens entspannter werden.


An diesem Abend lernte ich einen attraktiven Mann kennen. Er saß am anderen Ende der Bar. Mein schaulustiger Blick wanderte in die Runde, blieb an ihm hängen. Als hätte er darauf gewartet, erwiderte er prompt den Augenkontakt. Gekonnt gab er dem Barkeeper ein Zeichen mir ein Glas Champagner zu servieren. Ich hob das Glas, sah abermals zu ihm rüber, lächelte ihm zu, so, wie ich es in vielen Filmen gesehen hatte und siehe da, es funktionierte auch bei mir, denn sogleich verließ er mit einem Drink in der Hand seinen Barhocker und kam rüber.


Ich schicke voraus, dass ich in der Reife meiner Jahre die Wahrnehmung einer Mannsperson nicht von seiner optischen Schönheit abhängig mache. Ausschlaggebend ist Charisma, nicht zuletzt eine wohltönende Stimme.


Mit seinem Whiskyglas in der Hand stand er neben mir und er verbreitete einen sanften Wohlgeruch mit moosig-holzigem Akzent. Das außergewöhnlich duftende Parfum unterstrich die männliche Aura und das Bouquet bewirkte die Bejahung seiner Person. Mein feiner Geruchssinn nahm die Ähnlichkeit der Düfte wahr zum einen das Aroma des Whiskys, zum anderen die persönliche Duftmarke des Mannes, die würzige Herznote seines Parfüms. Was auch immer es sein mochte, er verfügte über das gewisse Etwas, das uns Frauen zuweilen empfänglich macht. Jedoch der Klang seiner Stimme berührte nicht mein Herz.          Ich vermutete, dass er mit mehreren Drinks im Vorlauf war, da er sich selbstgefällig mit einem galanten Small Talk präsentierte. Die lässige Frisur war gekonnt gestylt, die Hände gepflegt und die Fingernägel hatte er manikürt. Des Weiteren landete mein neugieriges Auge auf eine elegante Armbanduhr mit einer klaren Linienführung und Ästhetik. Er nahm rechts von mir Platz. Die Füße ruhten auf der Fußstütze des Barhockers, sodass seine Oxfordschuhe, in einem cognacbraunem Kontrastleder genäht, mir positiv ins Auge fielen. Ich fühlte mich fürs Erste in angenehmer Gesellschaft.


Ob er Nachholbedarf verspürte, weiß ich nicht, zumindest hatte er ein beachtliches Mitteilungsbedürfnis. Ich hörte zu und hielt mich zurück, denn eines war klar, er war der Protagonist und nannte sich Peter... 


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