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> Belletristik > Liebe nach dem zweiten Blick
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Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Liebe nach dem zweiten Blick, Heidemarie Rothschuh
Heidemarie Rothschuh

Liebe nach dem zweiten Blick


Erinnerungen an Berlin (1977-2003)

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An einem Sonntagmorgen, als wir wieder einmal auf dem Weg nach Tegel waren, wurden wir unweit unserer Wohnung von Polizisten gestoppt.


Ich kurbelte das Fenster herunter und fragte lachend:


„Was ist los, bin ich etwa zu schnell gefahren?“


Die Polizisten blieben todernst, sie wollten meine Papiere sehen, außerdem forderten sie mich in barschem Ton auf, auszusteigen und den Kofferraum zu öffnen.


Das erinnerte mich an das Verhalten der Vopos an den Grenzübergängen, sahen sie denn nicht das Baby auf dem Rücksitz, weshalb belästigten sie friedliche Familien beim Sonntagsausflug?



Ehe ich es verhindern konnte, war mir dieser letzte Gedanke deutlich vernehmbar über die Lippen gekommen. Die Wirkung blieb nicht aus:


„Steigen sie sofort aus!“


Michael schaute ängstlich und flüsterte mir zu:


„Um Gottes Willen, sei doch endlich still und tu, was sie verlangen.“


Erst jetzt sah ich die Maschinenpistolen, die aus einiger Entfernung auf uns gerichtet waren. Die waren doch vollkommen übergeschnappt!


Das Lachen war mir vergangen, schweigend stieg ich aus, überreichte den Beamten die gewünschten Papiere und schloss den Kofferraum auf.


Die Suche ergab, wie zu erwarten, nichts. Dafür studierte einer der Beamten immer noch stirnrunzelnd meine Papiere. Was gefiel ihm daran bloß nicht? Für Michael schienen sie sich überhaupt nicht zu interessieren.


„Wieso lautet der Familienname in ihrem Führerschein anders als in ihrem Ausweis?“


„Weil ich inzwischen geschieden und wieder verheiratet bin und Führerscheine nach einem Namenswechsel nicht geändert werden müssen.“


Das sollte ein Polizist ja wohl wissen!


Streng blickte der Beamte mich an und dann kritisch auf das Foto im Führerschein


.„Besonders ähnlich sieht ihnen das Foto auch nicht.“


 


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