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Belletristik
Buch Leseprobe Kolumbus & Co. , Ingeborg Kuhl de Solano
Ingeborg Kuhl de Solano

Kolumbus & Co.


Ein Schauspiel und Lesebuch für alle, die sic

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Einführung
Ein Theaterstück zum „Quinto Centenario!“
1992 wurde in Europa und in Lateinamerika der „Entdeckung“ Amerikas durch Christoph Kolumbus vor 500 Jahren gedacht. Zu diesem Jubiläum verfasste die Hispanistin Ingeborg Kuhl de Solano (Neu-Isenburg) das Theaterstück „Kolumbus & Co.“. Das Stück ist jedoch zeitlos. Es befasst sich mit zahlreichen Hintergründen dieses Ereignisses – der Eroberung und Kolonisierung der Welt durch europäische Staaten, Fragen von Menschenrechten, Menschenwürde und Macht. Es eignet sich auch für größere Schultheatergruppen (ab Klasse 9), ebenso wie als Lektüre für unterschiedliche Fachbereiche.
Es enthält zusätzliche Anregungen zum experimentellen und kreativen Arbeiten und es hat gegenüber klassischen Schultheaterstücken den Vorteil, dass es nicht nur wenige tragende, sondern auch viele kleine Rollen enthält, sodass viele Schüler aktiv integriert werden können.
Das Stück ist in zwei Teile gegliedert, die die Vorgänge der Eroberung und Kolonisierung des heute als Lateinamerika bezeichneten Kontinentes und seiner Menschen unter verschiedenen Blickwinkeln überdenken. Es liefert zahlreiche Anregungen zu einer kritischen Betrachtung der Geschichte und der europäischen Bewertung und Haltung gegenüber der sogenannten Dritten Welt: Vieles von dem, was wir nicht gewusst haben, ist aufzuarbeiten, anderes, was wir geglaubt haben, über Bord zu werfen.
Ausgangspunkte des Kolumbus-Unternehmens werden aufgezeigt, die nicht nur nautischen, sondern auch staats- und handelspolitischen, wirtschaftlichen und religiösen Erwägungen folgten, Vielleicht hat man das Ganze auch rein der Sympathie der Königin für Kolumbus zu verdanken - warum nicht? Auf jeden Fall werden weder das Leid (Verschleppung / Erstechen / Familientrennung / Folter / Fron und Feldarbeit / Verstümmelung/ Versklavung) noch Folgen (Goldgier / Evangelisierung / Ausbeutung im Bergwerk / Identitätsbruch / heutige Folgen) ausgespart, das die „Wegseher“ ignorieren möchten. Die heutige Not vieler sogenannten Dritte-Welt-Länder geht überwiegend auf Verhaltensweisen von heutigen sogen. Erste-Welt-Ländern zurück und schon die spätmittelalterlichen oder durch die Maurenkriege bedingten Denkweisen zeigten gleichzeitig Züge persönlichen wie staatlichen Besitzstrebens und damit verbundenen Wettbewerbsdenkens.
Am Schluss erhebt sich die Frage, welche neuen Wege die heutigen Nachfahren jener alten Völker, Indios wie Mestizen, in Zukunft für sich wie innerhalb der Völkergemeinschaft einschlagen könnten.- Ein Stück, in dem Handlungsweisen von Personen wie des alten Europa und der heutigen Welt hinterfragt werden. Es bietet reichlich Anregungen zum Überdenken der traditionellen Geschichtsschreibung.
Gleichzeitig werden auch Hinweise für kreative Bearbeitungsmöglichkeiten und für die musikalische und tänzerische Ausgestaltung gegeben. Theater-Unerfahrene finden zahlreiche Regie- Hilfen vor.


Ausschnitt aus dem  V. AKT: Die Ankunft
Personen
Kolumbus: 5 Seeleute und Andere Seeleute: Martin Alonso Yäfiez Pinzön: Vicente Yäiiez Pinzön: Notar Rodrigo de Escobedo: Indio: mindestens je drei Männer und Frauen (evtl. auch Kinder) von der Insel Guanahani.
Szene
Bei Sonnenaufgang am 12. Oktober 1492 setzen Kolumbus und seine Leute in einem kleinen Boot auf der Insel Guanahanf. an Land an. Er nennt sie San Salvador. (Die zu den Bahamas gehörende Insel trägt heute den Namen Walling.) Sie hieß zuvor Guanahani.
Der Indio sieht dem Geschehen zu. Er erschrickt nicht und ist nicht überrascht. Mit aufrechtem Oberkörper und gekreuzten Beinen sitzt er auf seinem Platz. voller Stolz. sein Volk vertretend und sich als Sohn der Sonne begreifend.
Links das typische Bild eines karibischen Strandes: Weißer Sand. Palmen und andere tropische Bäume voller Blüten und Früchte: einige Büsche. Auf geschlossenen Vorhang: Projektionen Sand- und Palmen-Strand. Rechts in der Feme das Mutterschiff Kolumbus′. davor näherkommend das Boot. in dem die Gruppe an Land kommt.
Der Vorhang ist geschlossen.
1. BILD
-An Land! -
Stimme des Kolumbus
Wir sind an Land!
Männerstimmen
Wir sind in Indien!
Seid doch nicht so laut!
Einblendung auf dem Vorhang
12. Oktober 1492
Stimme
Kommen werden spätere Weltenjahre,
Zeiten,
da der Ozean jegliche Bande lockert
und ein großes Land sich auftut
und ein neuer Seemann
wie jener Tiphys, der Steuermann Jasons,
eine neue Welt entdeckt
und die Insel Thule nicht länger
der Länder letztes sein wird.
Vorhang auf.
Dem Boot entsteigen alle nach und nach, allen voran Kolumbus. Seinen ersten Schritt vollzieht er symbolisch langsam. Danach schreitet er aufrecht voran. Die anderen folgen wenig gebückt und ängstlich um sich schauend, außer den beiden anderen Kapitänen. die nahe hinter Kolumbus bleiben. Die ersten Schritte der Männer sind wackelig. Alles. was sie anhaben. erzeugt übertriebenen. klirrenden Lärm: Ihre Kettenhemden. Helme. Waffen, Lanzen.
Plötzlich bleiben sie stehen und lauschen und schauen um sich. Doch offenbar ist niemand in der Nähe.
Kolumbus kniet nieder und küsst die Erde:
Bedankt seist Du, oh Gott, für Deine Rettung!
San Salvador werd ich den Ort jetzt nennen,
zu deinem Ruhm und Deiner Ehre.
Herr, hilf uns, dieses Land recht zu regieren!
Geht nun die Königlichen Flaggen holen!
Man reiche mir mein Kreuz!
Zwei der Seeleute rennen weg und bringen die Fahnen, die sie entrollen, und das Kreuz.
Seht nur,
welch eine prachtvolle Natur!
Die anderen sind auf Bäume zugelaufen und berühren und betrachten deren Blätter. Blüten und Früchte; man merkt ihnen an, dass sie ihnen unbekannt sind. Kolumbus sieht ihnen zu.
Wie soll ich bloß den Majestäten
all diese Pracht beschreiben,
wenn mir die Namen dieser Pflanzen nicht bekannt?
Wie friedlich all dies vor uns liegt!
So muß das Paradies sein!
Er nimmt eine feierliche Pose ein, hält eine Hand auf sein Schwert. in der anderen hält er das Kreuz hoch. Die Qualle bewegt sich langsam vorwärts.
zum Notar: Nachdem wir auf dem Westweg nun, Herr Advokat,
den Majestäten dieses Land entdeckt,
darf ich Euch bitten, Eures Amts zu walten!
Notar gibt einem Seemann, der eine Trommel vor sich hält, ein Zeichen, woraufhin dieser kurz trommelt. Bei diesem Geräusch werden Bewegungen hinter den Büschen sichtbar, die aber den Spaniern verborgen bleiben. Menschen sind aber noch keine zu sehen.
Herr Admiral, ich geb Euch Recht,
formell zu handeln unverzüglich,
um allem vorzubeugen, was man noch nicht kennt,
und allen Anspruch legitim schon zu gestalten.

Kolumbus
Verkündet, wem auch immer, was rechtens ist!

Notar
Nun gut, so nehmt als Augenzeugen Ihr
persönlich davon Kenntnis,
daß wir im Namen unsrer Herrn,
dem König und der Königin,
hiermit von diesem Land Besitz ergreifen!
Rechtmäßige Unterlagen hierzu
wird man alsbald beschaffen,
so wie dies urkundlich alles schon festgelegt.
Erneut kurzes Trommeln und dazu kurzes Verbeugen vor Kolumbus seitens der Mannschaft; ein paar gehen auch
auf die Knie.

Martin
Und wir hier alle sind bereit,
Euch, Admiral, als Vizekönig anzunehmen,
der Ihre Majestäten hier vertritt,
die mächtigsten von allen Herrschern.
Vicente
Mit Hingabe und großer Freude
schwör′n wir Gehorsam Euch auf Ewigkeit!
Mögt alle Unbill, Furcht und Unbeständigkeit
der langen Fahrt Ihr uns vergeben!
langsam. vorsichtig und zitternd treten die ersten Eingeborenen aus den Büschen. Die Spanier nehmen sie aber noch nicht wahr.
Martin zu Kolumbus:

Was der Notar verkündet hat,
müßt Ihr noch zweimal wiederholen lassen,
und auch beglaubigt muß es sein, denkt daran!
Kolumbus nickt.
Trommler rührt noch einmal die Trommel. Seeleute hantieren jubelnd mit ihren Waffen. Die drei Kapitäne stellen sich zusammen und klopfen sich anerkennend auf die Schulter.

1. Seemann
Wir sollten dieses Land nun gleich erobern!
Voran Santiago! Vorwärts!
2. Seemann
Wer′s wagt und uns den Weg verstellt,
der wird ja seh′n, was ihm passiert!

Beide strecken ihre Schwerter aus.
Kolumbus hält den 2. Seemann zurück:
Haltet ein! Hier gilt nur mein Befehl!
Und all das, was ihr ringsum seht,
gehört nun ab sofort den Majestäten!
Ihr tut somit nur, was ich sage.
Seit der Landung hat sich die Qualle bzw. Spinne bzw. der Polyp vorwärtsgetakelt. Sie/Er beginnt nun, von keinem beachtet. ein sehr gefräßiges Gehabe und verschwindet danach im ″Meer“ -
an die Wand. Ab.
selbstsicher:
unruhig:
Minotaurus tritt auf. nimmt seine Hörner ab und hängt sie über/hinter dem Indio
-4. Seemann
Man gebe mir jetzt mein Stück Land,
denn es gefällt mir prächtig hier!
Und ein paar Leute, um es umzugraben;
doch wie es scheint, sind keine hier.
5. Seemann (= Rodrigo, der vom Mastkorb)
Was ich jetzt brauche, ist ein Weib!
Ich halt es sonst nicht lang hier aus.


Kolumbus: 5 Seeleute und Andere Seeleute: Martin Alonso Yäfiez Pinzön: Vicente Yäiiez Pinzön: Notar Rodrigo de Escobedo: Indio: mindestens je drei Männer und Frauen (evtl. auch Kinder) von der Insel Guanahani. Szene Bei Sonnenaufgang am 12. Oktober 1492 setzen Kolumbus und seine Leute in einem kleinen Boot auf der Insel Guanahanf. an Land an. Er nennt sie San Salvador. (Die zu den Bahamas gehörende Insel trägt heute den Namen Walling.) Sie hieß zuvor Guanahani. Der Indio sieht dem Geschehen zu. Er erschrickt nicht und ist nicht überrascht. Mit aufrechtem Oberkörper und gekreuzten Beinen sitzt er auf seinem Platz. voller Stolz. sein Volk vertretend und sich als Sohn der Sonne begreifend. Links das typische Bild eines karibischen Strandes: Weißer Sand. Palmen und andere tropische Bäume voller Blüten und Früchte: einige Büsche. Auf geschlossenen Vorhang: Projektionen Sand- und Palmen-Strand. Rechts in der Feme das Mutterschiff Kolumbus′. davor näherkommend das Boot. in dem die Gruppe an Land kommt. Der Vorhang ist geschlossen.


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