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Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Kippenlaster, Bodo Manstein
Bodo Manstein

Kippenlaster


Stephans Weg durch den blauen Dunst

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Das weitere Jahr verlief ohne wesentliche Highlights. Stephan sparte, was das Zeug hielt. Nur bei Zigaretten schwächelte er dann doch. Sie waren nach wie vor fester Bestandteil seines Lebens und es gab auch einfach zu viele Anlässe, um eine Zigarette zu rauchen.


Man rauchte die Zigarette danach, z. B. nach dem Essen und die Zigarette dazu, z. B. zum Kaffee. Die Zigarette davor wurde geraucht, wenn eine längere Zeit nicht geraucht werden konnte. Sie wurde in der Regel mit den Worten: »Noch schnell eine Zigarette, ...!«, angekündigt. Es gab: »Noch schnell eine Zigarette, dann können wir losfahren!«; »Noch schnell eine Zigarette, dann müssen wir wieder in den Unterricht!«; »Noch schnell eine Zigarette, dann helfe ich Dir!«; usw., usw.!


In der kalten Jahreszeit rauchte man die Zigarette zum »Aufwärmen« und in Arbeitsunterbrechungen eine »Pausenzigarette«.


Unverzichtbar war die »Stress Zigarette«. Diese entfaltete ihren beruhigenden Rauch immer dann, wenn eine fordernde Aufgabe erledigt war oder eine solche, z. B. eine Prüfung, bevorstand.


Erlaubte es der Ort, beispielsweise im Büro, rauchte man die »Stress Zigarette« auch gerne während der Stressphase. Meistens verwandelte sie sich dann allerdings in einen Glimmstängel. Seinem Namen folgend, verglimmte dieser regelmäßig im Aschenbecher und wurde prompt durch einen neuen ersetzt. Im ungünstigsten Fall konnte es aber auch passieren, dass er, im Verlauf des Abbrennvorgangs, aus dem Aschenbecher fiel. So manche Schreibtischplatte musste hiervon Zeugnis ablegen.


Aus Langeweile rauchte man die »Zeitvertreib Zigarette« und auch die Zeit selbst konnte in Zigaretten gemessen werden.   Wer erinnert sich nicht an Inga & Wolf, die da sangen: »Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette ...!«


Wer cool sein wollte, um in der Disco dazuzugehören, der hatte für diesen Zweck die »Status Zigarette«.


Zigaretten bestachen des Weiteren durch eine schier endlose Zahl an Kombinationsmöglichkeiten, die oftmals nahtlos ineinander übergingen.


So konnte eine »Pausenzigarette« auch eine »Entspannungszigarette« sein und diese wiederum eine »Stress Zigarette« davor oder danach.


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