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ELWINA merkte, dass sie seinen Anspruch, der SCHREIBER dessen zu sein, was gerade passierte, nicht anerkannte. Sie wurde sich gewahr, dass sie sogar offen rebellierte und sich sogar so aktiv in alles einmischte, dass es ihre Beziehung zu HULSK, die erst einige Stunden alt und somit fragil war, nachhaltig würde gefährden können. Zugleich aber wurden ihre Wortwechsel immer mehr so, als seien sie ein Ehepaar, das schon ewig Dinge besprochen hatte, sich zu gut kannte und zu einer Art verschworenen Gemeinschaft verwachsen war. Also genau das, was sie, ELWINA, immer schon wollte. Genau das. HULSK musste gleichzeitig zugeben, dass er sich ärgerte, wie sie in seinen Roman pfuschte und dann noch willkürlich eine Textstelle von oben runtergezogen hatte, sodass diese doppelt in seinem Roman auftauchte. Aber auch ihm gefiel diese Vertrautheit, die da entstanden war. Eine echte und tiefe und schöne Vertrautheit. Was war nun zu tun? HULSK sagte: „Ich mache dir einen Vorschlag: Wir lassen den runtergezogenen Text einfach stehen und machen aber trotzdem hier weiter, wo wir sind: in der leeren Fabrik beziehungsweise noch draußen vor der leeren Fabrik, allerdings schon auf dem Gelände.“ „ Du meinst, wir sollten nun eine Türe suchen?“ „Es muss keine Türe sein, aber wir wollen ja Menschen finden, zehn vielleicht, und dann noch deine Mutter.“ Sie gingen eine lange Asphaltstraße hoch. Da standen zwei Fahrräder einfach so herum. Sie waren offenbar mit einem Sender ausgerüstet. HULSK und ELWINA setzten sich nun auf diese Fahrräder und wollten alles erkunden. Die Fahrräder fuhren allerdings von alleine. Sie taten zwar etwas mit den Beinen, unsere zwei Protegeten des Romans, hatten aber auch das Gefühl, dass sich die Pedalen von selber drehten. ELWINA drehte zudem an ihrem Peiler, aber es tat sich nichts. Nun, wo sie so fuhren, fühlten sich beide wie in einem BOND-Film. HULSK sagte es auch: „Die werden uns auf den Fahrrädern in die Zentrale der Macht fahren lassen. Und da wird dann ...“ Er beendete den Satz nicht. Er war also jetzt doch wieder bei den BÖSEn angekommen, die irgendwo saßen und ELWINA und HULSK als Hauptgegner identifiziert hatten. Diese BÖSEn (oder auch „das BÖSE“) würden sie beide ausschalten oder das zumindest versuchen, und dann gab es Mordversuche und Explosionen. Genau so würde es werden. Das war natürlich ziemlich langweilig und auch phantasielos. – Aber die Phantasie hatte ihre Grenzen. Und die Menschen ja auch ... in dem, was sie verarbeiten können, und in dem, was sie nicht verarbeiten können. Die Fahrräder also fuhren wie von allein, sie beide aber saßen drauf ... und wussten nicht, ob die Lenkbewegungen von ihnen kamen – oder von einer fremden Macht, die diese Fahrräder steuerte. Eben „dem BÖSEn“. (War es einer? Waren es viele? War es eine Frau?) So funktionierte das ja auch bei so Space-Geschichten. Wenn es um Raumschiffe ging, fremde Planeten, Bedrohungen ... Irgendwann kamen die Helden dann in die Zentrale des Feindes, die eine Zentrale des BÖSEn war, tja, und dann ... HULSK hielt inne, weil er überlegte, ob er jetzt die Fahrräder geschrieben hatte, oder jemand anders. Er sagte es aber nicht, um so vor ELWINA nicht sinnlos in Scham zu versinken. Weil sie aber fuhren, nebeneinander, konnte ELWINA sein Gesicht nicht dauerhaft beobachten, was er gut fand. Bei ihm war das ständige Problem, dass er einerseits den Roman schrieb, und zugleich selber in dem Roman spielte – und dann gab es ja noch jemanden, der die Seiten schrieb, die nachher gelesen werden würden. Es war also die Frage, ob es hinter dem „HULSK schreibt HULSK“ noch einen SCHREIBER oder gar eine SCHREIBERIN gab. Und ELWINA hätte eingeworfen: „Es bleibt ja auch die Frage, ob du, HULSK, wirklich den Roman schreibst.“ Und hier auf den Fahrrädern, die mit ihnen nun lange, lange über weite Asphaltstraßen durch ein offenbar riesiges Fabrikgelände fuhren, kam genau das in den Sinn und aus dem Sinn. HULSK meinte aber, man solle sich doch jetzt unterhalten, wenn man in die Zentrale des BÖSEn fuhr bzw. gefahren wurde. (Bei JAMES BOND gab es dann immer Witze, als wäre die Situation gar nicht bedrohlich, als wäre alles nur ein Spiel.) Und als SCHREIBER des Romans fand HULSK das gut: „Ja, etwas Spaß war doch schön. Das Leben war doch sinnlos genug.“
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In diesem Buch geht es um herrlichsten Einfälle und die kluge Reise in den Kern und das Werden eines Romanes selbst. HULSK und ELWINA leben in einer seltsamen Stadt, die von der Produktion von Texten und Sätzen lebt. HULSK ist Akteur des Ganzen, und zugleich auch Schriftsteller, der die Worte und Wörter (was denn?), Sätze ... ja auch Menschen (er)schafft. Und er erschreibt sich eine Hauptfigur dafür: ELWINA. Sie ist, so meint er, sein Objekt. ELWINA sieht sich aber als realen Menschen in der irrealen Welt des HULSK-Romans. Sie verweigert sich HULSKs Wahn, er würde sie "schreiben". Sie agiert also selbst. Beide (HULSK und ELWINA) ziehen in diesem seltsamen Konstrukt los, um die Welt der erlöschenden Bücher vor dem Aus zu retten. Diese "abenteuersamliche" Geschichte wird immer wieder neu gebrochen und in ihrem Fortgang zur Diskussion in Frage gestellt. Bis zum Schluss. - Wer ist Kreator des Ganzen? Wer hat die Autorenschaft?
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