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„Berliner Zeitung vom 24. September 1939"
Katastrophe im Haus am See! Berlin, 1939!
Das Drama, bei dem letzte Woche zwei Menschen ums Leben kamen, konnte noch nicht aufgeklärt werden und gibt der Polizei weiterhin Rätsel auf. Bei ihren Recherchen brachten die Beamten lediglich in Erfahrung, dass in der Nacht, zum 14. September 1939 die fünfzehnjährige Annie von Weißenberg, in der Nacht zum 14. September, verstarb. Ihr Vater Richard, Graf von Weißenberg, wurde noch in derselben Nacht ebenfalls tot aufgefunden. Man vermutet Selbstmord. Die übrigen Familienmitglieder derer von Weißenberg, wobei es sich hauptsächlich um die Mutter Annies und Ehefrau des ertrunkenen Mannes handelte, standen unter Schock und waren noch nicht vernehmungsfähig. Annies Mutter musste ärztlich behandelt werden. Noch ist unklar, wie es zu den schrecklichen Vorfällen kam. Bisher gibt es weder einen Grund, noch eine Ursache für das Unglück. Die Frage nach dem Motiv wird die Polizei wohl noch eine Weile in Atem halten. Zunächst einmal musste geklärt werden, woran die junge Frau überhaupt verstorben war. Eine genauere Untersuchung der Leiche, eine Obduktion, wurde angeordnet. Des Weiteren stellte sich die Frage; Wieso fand man den Familienvater, kurz nach dem Ableben seiner Tochter, ebenfalls tot im See? Eine Kopfverletzung ließ einen unglücklichen Sturz vermuten. Nach ersten Ermittlungen der Polizei, handelte es sich bei derer von Weißenbergs um eine glückliche, zufriedene Familie. Das warf Fragen über Fragen auf. Um ein mögliches Verbrechen auszuschließen, wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet.
2007 Gedankenverloren legte Hannah McGregor die Zeitung aus der Hand. Sie hatte das vergilbte Blatt in einer hölzernen Schatulle zusammen mit anderen alten Unterlagen auf dem Speicher des Hauses gefunden, das sie erst vor kurzem gekauft hatte. Schon auf den ersten Blick war es ihr Traumhaus gewesen; das alte, schlossähnliche Gebäude im Tudorstil. Das weitflächige Grundstück mit seinen wunderbaren Blumenrabatten und parkähnlichen Anlagen grenzte an den kleinen Müggelsee in Berlin - Rahnsdorf. Das Haus war ziemlich groß, seine Architektur bestach durch wunderschöne, rechteckige Türmchen und Erker, unterbrochen von großzügigen Lan- zettenfenstern und Tudorbögen sowie den filigranen Kaminarchitekturen auf den Dächern. Die efeuumrankte Fassade mit den rundum verlaufenden Balkonen, rundete das Bild ab. Trotzdem wirkte das Haus von außen ein wenig düster. Doch innen ließen die vielen Lanzettenfenster genügend Helligkeit herein. Schon bei der ersten Besichtigung mit der Maklerin hatte sich Hannah in das alte Haus verliebt. Leider verheimlichte die freundliche Maklerin Hannah, dass das Haus ein grausiges Geheimnis verbarg und es deswegen einige Jahre leer gestanden hatte. Trotz der einmaligen Lage direkt am See und der gut erhaltenen Bausubstanz war es ausgesprochen preiswert. Im Grunde ging sie davon aus, dass das Alter des Hauses den Preis beeinflusst hatte. Schließlich war das Gebäude weit über dreihundert Jahre alt. Hannah konnte nicht anders als sofort zuzugreifen und so war sie vor einem Monat hier eingezogen. Schon über Jahre hinweg, hatte sie Heimweh nach der alten Heimat gehabt. Dadurch war in Hannah langsam der Wunsch gereift, ihre Wohnung in New York wieder aufzugeben und nach Deutschland zurückzukehren. Nicht nur dies gab den Ausschlag, auch viele andere, dramatischere Gründe hatten ihren Entschluss beeinflusst. Hannah seufzte. Darüber wollte sie im Augenblick nicht weiter nachdenken. Die Albträume der Vergangenheit würden sie noch früh ge- nug wieder einholen.
Ihre Gedanken kehrten zurück zu dem Tag, als sie hier eingezogen war. Ein Taxi brachte sie von der Pension, in der sie einige Tage genächtigt hatte, zu ihrem neuen Domizil. Bei ihrer Ankunft präsentierte sich der Himmel sonnig und wolkenlos. Das Angebot des Fahrers, ihre Trolleys ins Haus zu schaffen lehnte Hannah strikt ab. Der erste Schritt über die Schwelle ihres Traumhauses sollte ihr ganz allein vorbehalten sein. Einige Kisten mit ihren persönlichen Sachen, von denen sie sich nicht trennen konnte, hatte sie als Frachtgut aufgegeben. Sie sollten morgen eintreffen. Der Taxifahrer wen- dete den Wagen in Hannahs kiesbestreuter Auffahrt und winkte ihr noch einmal kurz zu, bevor er in der baumbestandenen Allee verschwand. Eine ungewohnte Stille brei- tete sich aus, nur unterbrochen vom Gesang der Vögel und dem lauten Zirpen der Grillen. Glücklich umfasste Hannahs Blick das weitläufige Gelände, das, umsäumt von gestutzten Hecken, hinunter zum See abfiel. Der Steg war erneuert worden, ebenso das Bootshaus in dem Hannah schon bei der Besichtung mit der Maklerin ein kleines Ruderboot entdeckt hatte. Hannah atmete tief die würzige Luft ein, die nach Rosen und Wasser duftete. Sie wandte sich um und stieg mit den Trolleys die kurze Treppe zu ihrem Haus empor. Der übergroße Schlüssel glitt ohne Probleme ins Schlüsselloch der schweren Eichentür. Noch geblendet von dem Sonnenlicht brauchte sie einen Moment, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, die hier in der Eingangshalle vorherrschte.
Plötzlich erschauerte Hannah. Gänsehaut breitete sich auf ihrem Körper aus. Sie hatte das Gefühl von jemandem beobachtet zu werden. Ohne sich umzuwenden tastete sie mit einer Hand nach dem Lichtschalter hinter ihr. Fast hätte sie aufgeschrieen, als der Lichtschein einige mit Laken abgedeckte Möbel aus der Dunkelheit riss. Ein Fenster, war nur angelehnt. Ein seltsames, scharrendes Geräusch war von draußen zu hören. Hannah verließ das Haus, um der Sache nachzugehen. Leise schlich sie in den Garten hinaus.
Dann atmete sie auf, als sie eine Katze entdeckte, die nur im Gebüsch herumstreunte. Erleichtert ging sie zurück. Als sie die letzen Laken von einem Sessel herunter zog, blickten ihr zwei glühende Augen entgegen. Vor Schreck erstarrte Han- nah, bis sie sah, dass es wieder die Katze war, die ihr vermutlich durch die spaltbreit geöffnete Tür gefolgt war. Erleichtert atmete sie auf. Zum Glück gab es keinen Einbrecher, der hier irgendwo lauerte. Trotzdem konnte sie das unheimliche Gefühl, das sie nach wie vor im Haus empfand, nicht so schnell abschütteln, doch von derart unrealistischen Eindrücken woll- te sie sich nicht beeindrucken lassen. Sie setzte ihren Weg durch das Haus fort. Das Haus war einfach wunderschön, die Innenräume wirkten sehr geräumig und waren immer noch, beinahe komplett, im Jugendstil eingerichtet. Andächtig deck- te Hannah nach und nach die weißen Leinentücher ab, womit jedes Teil des Mobiliars versehen war. Das Haus hatte acht Zimmer. Der schönste Raum war ein übergroßes Wohnzimmer mit integriertem Esszimmer. Als Hannah auch hier die Leinentücher entfernte, kam sie kaum aus dem Staunen heraus. Alles hier war topp gepflegt und wunderbar erhalten. Selbst die schmuckvollen Stofftapeten an den Wänden wiesen kaum eine Vergilbung auf. Prächtige Jugendstilmöbel füllten den Raum. In der Mitte stand ein runder Mahagonitisch mit Intarsienmuster, den vier löwenartige Füße trugen. Das Sofa war mit einem hellen Chintzstoff überzogen. An den Wänden hingen kostbare Bilder. Eines zeigte ein Rotkehlchen an einem blühenden Ast, was anrührende Gefühle in Hannah auslöste.
Auf dem anderen war eine Gesellschaft unter einem Schatten spendenden Baum zu sehen. Das erinnerte sie an einen Künstler, den sie gut kannte, dessen Name ihr im Augenblick jedoch nicht einfiel. Das dritte Gemälde, das direkt über dem Sofa hing, zeigte eine Gesellschaft am See. Die weißen Kleider der Frauen bauschten sich Sommerwind. Auch die Herren hatten es sich bequem gemacht. Die Jacken ihrer hellen Freizeitanzüge lagen neben ihnen im Gras. Einige Kinder tollten auf der Wiese herum. Vor den Müßiggängern stand auf einer ausgebreiteten Decke ein Korb mit Wein und Kuchen. Ein kleiner Junge in Knickerbockern spielte mit einem Ball. Alles wirkte wunderbar friedlich. Hannah setzte ihre Wanderung fort...
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Hannah McGregor zieht es nach Jahren in Amerika wieder zurück in ihre alte Heimatstadt Berlin. Kaum angekommen erfährt sie, dass es in dem alten Haus am See, das sie sich gekauft hat, spuken soll. Unheimliche Dinge geschehen dort. Die junge Frau beginnt zu fragen. Schließlich muss es doch einen Grund dafür geben, dass es in dem alten Haus einen Geist gibt, der nicht zur Ruhe kommt. Hannah macht sich auf die Suche und findet auf dem Speicher ein paar alte Zeitungen, die zwar einiges aussagen, doch längst nicht alles und vor allem nichts, das zur Aufklärung des Mysteriums führen würde. Sie weiß, dass in dem alten Haus vor vielen Jahren ein großes Unglück geschah, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren haben.
Nun noch viel neugieriger geworden gibt Hannah, die nebenbei ein Auge auf den Journalisten Michael de Ville geworfen hat, der ebenfalls Interesse an dem uralten Fall bekundet, nicht auf. Sie will die ganze Wahrheit herausfinden und ist bald mit Hilfe ihrer besten Freundin Henriette einem jahrzehntealten Geheimnis auf der Spur, dass sie sogar zurück in die dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts führt.
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| ISBN13-Nummer: |
| 9783-939257-05-0 | | Ausstattung: |
| Softcover | | Preis: |
| 13.50 € | | Mehr Infos zum Buch: |
| Website | | Verlag: |
| Pebo - Verlag (ab Mitte September 2010 erhältlich) | | Kontakt zum Autor oder Verlag: |
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