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> Belletristik > Hallelujah, der Messias
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Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Hallelujah, der Messias, Roman Möhlmann
Roman Möhlmann

Hallelujah, der Messias


Vom Engel und vom Teufel, die auszogen...

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[...] Wunderbare Harfenklänge durchdrangen die ewigen Sphären des Himmels. Inmitten des Äthers dieser hohen Gefilde schwebten vom himmlischen Wind umweht die Erzengel Gabriel und Raphael und blickten auf die Erde hinab, die Welt der Menschen. »Bald ist es soweit.« erklärte Gabriel und blickte den anderen Engel mit hoffnungsvollen Augen an.»Ja«, erwiderte Raphael, »du musst dich jetzt auf den Weg machen.«»Das werde ich. Ein neues Zeitalter wird alsbald beginnen, und wir sind dabei, ein weiteres mal.«»Ein erhebendes Gefühl, nicht wahr?«»Oh ja, das ist es...«»Erinnerst du dich an alles, was unser Herr dir aufgetragen hat?«Gabriel warf Raphael einen verschmitzten Blick zu und lächelte.»Natürlich, mein Bruder.«Dann verabschiedeten sich die beiden Erzengel voneinander, und Gabriel verschwand mit wehendem Umhang in den weißen Wolken. In den feurigen Tiefen der Hölle hockte derweil der Teufel Mephistopheles vor einer kristallinen Kugel und beobachtete ebenfalls die Länder der Menschen. Nachdenklich rieb er sich sein spitzes Kinn, als ein niederer Dämon um einige Felsen geschlichen kam und vor ihm niederkniete.»Meister, bald scheint es soweit zu sein!« zischte die dunkle Gestalt.»Ja, ich weiß...« erwiderte Mephisto abwesend, ohne seinen Diener eines Blickes zu würdigen.»Und...?« fragte der Dämon nach einer Weile zögerlich, aber neugierig, »was gedenkt Ihr zu tun, Meister...? Sicher habt Ihr Euch bereits mit Lord Satan besprochen...!«Mephisto wandte seinen Blick nicht von der Kristallkugel ab, in deren Innern Bilder von weiten Landschaften, kleinen Dörfern und zahlreichen Menschen aufblitzten.»Sicher, sicher...« entgegnete er schließlich leise.Dann sprang er auf, bedeckte die Kugel mit einem roten Tuch und zog den Kragen seines engen Gewandes zurecht.»Weißt du was?« sagte er, zwar grinsend, jedoch mit unsicherem Blick, »ich habe entschieden, mir das ganze selbst anzusehen. Nur so kann ich mir ein Urteil erlauben, und ohnehin bin ich der einzige der Teufelsfürsten, der auf Erden wandeln kann, ohne große Aufmerksamkeit zu erregen. Vielleicht ist es schon längst einmal wieder Zeit für mich, selbst einen Fuß auf die Welt der Nachkommen Adams und Evas zu setzen...!«Mit diesen Worten verschwand Mephisto in den dunklen, von roten Feuerschwaden sporadisch erhellten Stollen der Hölle. Die langsam sinkende Nachmittagssonne glühte in dunkelroten Farben über dem Horizont und tauchte die sandige Landschaft in ein goldenes Licht. Ein Mann und eine Frau in ärmlich anmutenden Kleidern stapften über das karge Land. Der Mann trug ein wenig Gepäck in einer kleinen Tasche bei sich und zog einen alten Esel hinter sich her. Die Frau hielt sich ihren hervorstehenden runden Bauch und wischte sich dann und wann etwas Schweiß von der Stirn. Irgendwann blieb sie unter einigen Bäumen stehen und lehnte sich erschöpft gegen einen Stamm.»Josef, mein lieber Josef...« sagte sie und holte tief Luft.Der Mann drehte sich um und begab sich zu seiner Frau.»Maria, was ist? Kannst du nicht mehr? Ruh dich doch einen Moment aus.«»Josef, es ist das Kind...« antwortete Maria schwer atmend und dennoch lächelnd, »ich glaube, bald ist es soweit...«Josef betrachtete seine Frau eine zeitlang stumm, dann schloss er sie in seine Arme und streichelte sie.»Dann lass uns so schnell wie möglich eine Bleibe finden, damit du das Kind in Ruhe und Frieden zur Welt bringen kannst...!«Josef bemerkte die Erleichterung in den Augen seiner Frau, und liebevoll lächelte er sie an.Anfangs war es ihm nicht leicht gefallen zu verstehen, was mit seiner Frau geschah. Ein Engel, so hatte sie ihm erzählt, sei ihr im Traum erschienen, und nun trage sie den Sohn Gottes in sich, um ihn zur Welt zu bringen.Noch immer fiel es Josef schwer, all dies zu begreifen, denn er war nur einfacher Zimmermann. Doch er war auch ein frommer und treuer Mann, er glaubte an seinen Herrn und an seine Frau, und auch er hatte einen Traum gehabt, in dem ihm ein Engel erschienen war. Darum würde er dieses seltsame Wunder auch mit ihr zusammen durchstehen, komme was wolle. Hoch über der Erde schwebte Gabriel am Firmament der Welt. Inmitten des Alls zog der Erzengel sein leuchtendes Schwert und richtete es auf einen nahen Stern. Der Erzengel murmelte einige leise Worte, dann entfuhr ein gleißender Strahl himmlischen Lichts seinem Schwert und traf ins Zentrum des Himmelskörpers. Nun loderte und glühte es mächtig im Innern des Sterns, der plötzlich auf das mehrfache seiner ursprünglichen Größe anschwoll und ein grelles Licht ins Universum aussandte, das heller war als jedes andere am Firmament.Gabriel nickte zufrieden und verschwand. »Also hattet ihr den gleichen Traum wie ich?« fragte Balthasar, ein weiser Sterndeuter und Philosoph aus dem Morgenland, als er sich eines Morgens mit seinen Gefährten Melchior und Caspar vor seinem Zelt beratschlagte.Die beiden nickten zögerlich, dann rissen sie ihre Augen auf starrten mit offenen Mündern gen Horizont.»Was mag dahinterstecken... ist es wahr...?« grübelte Balthasar noch, dann bemerkte er den staunenden Gesichtsausdruck seiner Begleiter. »Was ist? Was habt ihr?«Melchior hob stumm seine Hand und zeigte auf eine bestimmte Stelle am Himmel.Balthasar fuhr herum und traute seinen Augen nicht. Ein heller Lichtpunkt schien ihnen über dem fernen Horizont vom Himmel entgegen. Es war ein Stern, der selbst bei Tage deutlich zu erkennen war.Die drei Gefährten tauschten irritierte Blicke.»Wie in unserem Traum...« hauchte Caspar.»Dann ist es wahr...« flüsterte Melchior.»Wir dürfen keine Zeit verlieren, Freunde.« erklärte Balthasar sofort, »lasst uns diesem Licht folgen, wie es uns gewiesen wurde.«Und so machten sich die drei Weisen aus dem Morgenland auf ins ferne Land Galiläa. »So, man munkelt also, dass den Juden ein neuer König geboren werden soll, und das in meinem Land...?« fragte Herodes, der König von Judäa und Galiläa.»Oh ja, mein Gebieter, so munkelt man...!« versicherte die bleiche, dünne Gestalt, die auf den kalten Stufen vor Herodes' Thron kniete und grinsend zu dem bärtigen Mann hinaufsah.»Nun gut...« erklärte Herodes und winkte einen seiner Untergebenen heran, »dann werden wir wohl geeignete Maßnahmen ergreifen müssen... ich danke dir erneut für deine Informationen... wie war noch gleich dein Name...?«»Phorkias, mein Gebieter«, erklärte die schmale Gestalt schnell.»Ah ja, Phorkias...« erwiderte Herodes, »nun, man wird dich ausreichend belohnen, falls sich deine Hinweise als wahr und hilfreich herausstellen sollten. Du darfst dich jetzt entfernen.«»Sehr wohl, zu euren Diensten...«Die blasse Gestalt huschte aus dem Thronsaal und verließ schnellen Schrittes den Palast. In einer dunklen Straßenecke Jerusalems zog sie sich schließlich in die Schatten zurück, wo dunkelroter Rauch sie plötzlich umgab und ihr Antlitz sich verwandelte. Ein leises Lachen war zu hören, danach trat Mephisto aus dem Schatten heraus und grinste zufrieden. [...]

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